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Ueber Deutschland

Titel: Ueber Deutschland Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Germaine de Staël
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d'interroger le sort.
    La nuit qui précéda la sanglante journée
    Qui du héros du nord trancha la destinée,
    Je veillois au milieu des guerriers endormis.
    Un trouble involontaire agitoit mes esprits.
    Je parcourus le camp. On voyoit dans la plaine
    Briller des feux lointains la lumière incertaine,
    Les appels de la garde et les pas des cheveaux
    Troubloient seuls, d'un bruit sourd, l'universel repos,
    Le vent qui gémissoit à travers les vallées
    Agitoit lentement nos tentes ébranlées.
    Les astres, à regret perçant l'obscurité,
    Versoient sur nos drapeaux une pâle clarté,
    Que de mortels, me dis-je, à ma voix obéissent!
    Qu'avec empressement sous mon ordre ils fléchissent!
    Ils ont sur mes succès, placé tout leur espoir.
    Mais si le sort jaloux m'arrachoit le pouvoir,
    Que bientôt je verrois s'évanouir leur zèle!
    En est-il un du moins qui me restât fidèle?
    Ah s'il en est un seul, je t'invoque. O destin!
    Daigne me l'indiquer par un signe certain.
    Walstein, Trauerspiel von Heinr. Benjamin Constant
    de Rebècque. Act. 2, Sc. 1. S. 43. ] , 

    seine Rede nach der Empörung sein Selbstgespräch vor seinem Tode etc. Nur erfordert das Gewebe sowohl als die Entwickelung des deutschen, wie des französischen Stücks, eine Einfachheit des Stils, wo nur die Reinheit der Sprache, und selten die Pracht und Höhe derselben, fühlbar seyn muß. Wir verlangen in Frankreich, daß nicht allein jede Scene, sondern beinahe jeder Vers, Wirkung mache; dieses ist mit der Wahrheit schlechterdings unvereinbar. Nichts ist leichter zu machen, als sogenannte Prunkverse; die Einfassungen zu diesen Brillanten, die Modelle zu diesen Abgüssen stehen längst da; die Schwierigkeit ist, jedes Einzelne dem Ganzen unterzuordnen, im Ganzen jeden Theil, so wie in jedem Theile den Abglanz des Ganzen wieder zu finden. Die französische Lebhaftigkeit hat dem Ganzen der Theaterstücke eine schnelle überaus angenehme Bewegung mitgetheilt; nur steht sie der Kunstschönheit im Wege, so oft sie auf Kosten des allgemeinen Eindrucks, Triumphe des Augenblicks erringen will. 
    Neben dieser Ungeduld, die auch den geringsten Aufenthalt nicht erträgt, hat der Franzose eine seltene Geduld für alles, was die Geschicklichkeit zum Gesetz macht; und sobald nur irgend eine Langweil, von welcher Art sie sey, zur Kunstetikette gehört, duldet eben dieser Franzose, der bei dem leisesten Stocken aus der Haut fahren möchte, alles, was man will, aus Ehrfurcht vor der eingeführten Sitte. So sind z. B. in französischen Trauerspielen die erzählenden Einleitungsscenen unentbehrlich, ob sie schon allerdings weit weniger anziehen, als die handelnden Eingangsscenen. Während der Berichtserzählung einer Schlacht sollen einmal italienische Zuschauer gerufen haben: «Den Hintergrund aufgezogen, damit wir die Schlacht selbst sehen!» Wie oft wandelt uns dieser Wunsch in unsern Tragödien an, zu sehen, was wir hören müssen! Der Verfasser des französischen Wallenstein hat die Einleitung, die im Deutschen so kraftvoll ist, und in Wallensteins Lager spielt, in sein Stück, so zu sagen, einschmelzen müssen. Die Würde der ersten Auftritte ist dem imposanten Ton der französischen Tragödie vollkommen angemessen; aber bald treten Spuren der deutschen Unregelmäßigkeit in der Bewegung ein, die sich nie völlig wegräumen und ersetzen läßt.
    Eben so hat man dem französischen Verfasser das Doppelinteresse zum Vorwurf gemacht, welches die Liebe Alfreds (Max Piccolomini) zu Thecla, und Wallensteins Empörung dem Stücke geben. In Frankreich muß ein Trauerspiel ganz Liebe oder ganz Politik seyn; man will nichts von gemischtem Inhalte wissen, und vor allem seit einiger Zeit, zumal wenn von Staatsinteresse die Rede ist, begreift man nicht, wie im Gemüth für einen andern Gedanken Raum übrig seyn könnte. Gleichwohl wird das große Gemälde von Wallensteins Abfall vom Kaiser nur dadurch vollständig, daß es die Leiden schildert, die für die Seinigen daraus erwachsen; es ist nichts weniger als gleichgültig, uns zu erinnern, wie sehr öffentliche Angelegenheiten Privatbande und Neigungen zerreissen können; und die Art und Weise, die Politik als eine Welt für sich darzustellen, aus welcher alle Gefühle verbannt sind, ist unmoralisch, hart, und ohne allen dramatischen Effect.
    Ein einzelner Umstand ist im französischen Wallenstein getadelt worden. Es ist niemand eingefallen, an der Schönheit des Abschieds Alfreds (Max Piccolomini) von Wallenstein und

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