Unter dem Zwillingsstern
ein m al eine Pause vor, dies m al in Form eines Abendessens m it ihm und seiner Verlobten, zu dem er Carla, Dolores und Genevieve einlud.
»Ihr könnt heute ohnehin nichts m e hr zustande bringen«, sagte er begütigend zu Genevieve.
»Doch«, entgegnete Genevieve unnachgiebig. » E rwachen und endgülti g en Tod.« Dann lächelte sie breit und wischte sich den Schweiß von der Stirn. »Aber danach schaut die Sache anders aus.«
Also schrie sich Carla d i e See l e aus dem Leib, während Tim Be r ger eine Großaufnah m e nach der anderen von ihr m achte. Hinterher war sie zu heiser, um mehr als nur ein paar höfliche W orte zu sagen, als der Produzent sie seiner Ver l obten vorstellte, der dunkelhaarigen Schönheit von seinem Schreibtisc h photo, die in natura aussah, als könne sie nicht älter als achtzehn sein. Ihr Name lautete Lupita Tovar, sie war Mexikanerin, und da sie, m it ihrer Groß m utter als Duenna, genau gleichzeitig m it d e m T o nfilm in Hollywood eingetroffen war, hätten ihre m angelnden Englischkenntnisse ihre Karriere um ein Haar beendet, ehe sie überhaupt beginnen konnte. Doch die spanischen Zweitproduktionen bei Universal, die Paul Kohner beaufsichtigte, m achten sie zu ei n em Star in L atei n a m erika.
»Lupie hat in der spanischen Version von Dra c ula gespielt«, sagte Kohner stolz.
»Und sie war weitaus besser als Helen Chandler in der englischen«, fiel Dolores m it einem wohlwollenden Lächeln ein. Genevieve, der di eses Heisc h en nach der Gunst des Produzenten etwas zu offensichtlich war, schnaubte verächtlich und m einte:
»Kein W under. Helen Chandler s o llte m an en d gültig zu de n Statisten relegieren. So blutleer, wie sie ist, zie h t sie noch nic h t ein m al Mücken an, geschweige denn V a mpi r e. No offense, Paul, natürlich war Lupita besser, aber das gilt für die gesa m t e spanische Version. Was Tod Browning Ihnen geliefert h at, war e i n gottv e rdam m tes abgefil m tes Theaterstück.«
»Saure Trauben, Genevieve ? « fragte Kohner ironisch.
»Ganz bestimmt nicht. Ich gebe z u , ich war interessiert, aber wenn Onkel Carl m ir Dracula gegeben hätte, säße i c h j e tzt n i c ht hi e r… und würde m i ch nach einem guten Steak sehnen.« Sie schaute verächtlich auf den Rinderbraten herab, der auf ihrem Te l l er lag.
»Christ, was m acht ihr D eutschen nur m it den ar m en Viechern ? «
»Mir sch m eckt es«, sa gt e Dolores leise.
Genevieves Augen funkelten. »Dann stärk dich, bevor uns Paul entrüstet hinauswirft und uns das Budget kürzt, so daß wir uns nur noch von Wasser und diesem steinharten deutschen Brot ernähren müssen.«
Kohner lachte. »Das würde ich n i e tun, Genevieve. W enn Sie m i r hier verhungern, m uß ich einen neuen Regisseur anheuern, und der Film wird nie fertig… G anz abgesehen davon, daß Sie m i r ein Meisterwerk versprochen haben und nie m and sonst das Versprechen einhalten kann.«
»Danke, Darling. Lupita ist der einzige Grund für den Erfolg des spanischen Dratula, und durch Ihre Heirat we r den Sie die Fil m welt um ein großes Talent berauben.« S i e wandte sich an Carla. »Lupita hat auch in Santa ges p ielt, so ei n e Art m exikanisches Nationalepos, und scheint der Meinung zu sein, daß m an das Geschäft m i t einem Triu m ph verlassen soll.«
»Dann werden Sie nach Ihrer Heirat nicht m ehr fil m en?« fragte Carla das junge Mädchen, das während des ganzen W ortwechsels nicht die Augen von seinem Verlobten gelöst hatte.
»Nein«, entgegnete Lupita m it einem ebenso starken Akzent, wie ihn Carla hatte, was dieser das beruhigende Gefühl verschaffte, nic h t die ei n zige m it m angelha f ten Engli s chkenntnissen im Raum zu sein.
»Paul m öchte es nicht.«
Kohner schaute ebenso anbetend zu ihr, wie sie ihn betrachtete, und m einte: »Das Filmgeschäft frißt Frauen bei lebendigem Leib. Das ist nichts f ür Lupita . «
»Danke«, sagte Genevieve gedehnt.
»Oh, Sie gehören natürlich zu den Jägern, Genevieve, nicht zu den Opfern, aber fragen Sie d och Dolores oder Carla.«
»Manch m al«, m u r m elte Dolores, ohne aufzublicken, »wünschte ich m i r schon, einfach nur eine Hausfrau zu sein.«
»Ha! Das m öchte ich erleben. Du kannst noch nicht ein m al kochen, Honey, im Gegensatz zu m i r. Und du, Kid ? «
»Ich kann auch nicht kochen«, sagte Carla und wartete das Gelächter d er anderen ab, ehe sie fortfuhr. »Aber im Ernst, m ich würde das Leben als G attin und Hausfrau bei lebendigem
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