Unter dem Zwillingsstern
runter auf die Straße gehen.«
»Apropos, klappt das mit den Abs p errunge n ? Ich will n i c h t, daß m i r irgendwelche Neugierige ins Bild laufen, die noch nicht m al was verstehen, wenn ich sie anbrülle.«
Die wichtigste Außenaufnah m e m it Carla war die Szene, in der sie Lauras Verlobten tötete. Genevieve hatte sie ursprünglich am Flußufer drehen wollen, a b er Berger überredete s i e z u m Domplatz.
Statt Car m illa wie g eplant aus d em Flußnebel auftauchen zu las s en, würde sie nun aus den Schatten treten.
»Ich stelle m ir das so vor«, erklärte der Ka m e ra m ann. »John oder Rainer kom m t den Berg hoch, nach der Geschichte in der Schenke. Es ist dunkel, die Straße ist leer, genauso der Platz. Der Kerl pfeift ein Lied, hört seine Schritte auf dem Pflaster widerhallen, und die Laterne, die er in der H and häl t , schwankt ständig. Dann schwenken wir auf den Dom u m , der v ö llig im Schatten liegt. Im Vorbeigehen sieht m an nur im Lichtkreis von s e iner Laterne ein paar Füße. Er bleibt stehen, geht zurück, hebt die Laterne noch m als, und wir gehen etwas zurück zu einer schönen Ganzkörperaufnah m e von Carla. Das ist viel effektiver als der alte Tr ick m it dem Nebel, und wir brauchen kein Trockeneis.«
Ein guter Ka m er a m ann, so laute t e Genevieves feste Überzeugung, war zwei m ittel m äßige Regisseure wert, und de r Regis s eur, der nicht auf ihn hörte, war schlimmer als m i tt e lmäßig. A ußerdem spürte sie in ihren Fin g e r spit z en, daß es ei n e der besten Bil d ko m positio n en des Fil m s werden könnte.
Für Carla blieb die Szene vor all e m deswegen in Erinnerung, weil Genevieve nur drei Aufnah m en d a von drehen und sie länger an einem Stück spielen ließ als je zuvor, nachdem sie er s t m it Rainer und dann m it John die Bewegungsabläufe geprobt hatte. Sie hatte keinen Text, weil Genevieve entschieden hatte, daß ein schweigender Mord der effektiv s t e war. Car m illa lächelte den Verlabten an, und dann, als er näher trat, offenbarte s i e er st m als ihre übernatürliche Stärke.
»Ende des Lächelns«, schärfte Genevieve ihr ein. »Denk daran, dies m al ist es für sie nicht Vergnügen, sondern schlichte Notwendigkeit, die Beseitigung eines Hinderni s ses. Stell dir vor, du räu m st Abfall beiseite, wenn du d i e Handkante gegen seinen Hals schlägst. Auf keinen Fall will ich Zä h nefletschen sehen.«
Sowohl John als auch Rainer hat t en als S tatisten angefangen und Erfahrung darin, sich fallen zu lassen. Es klappte alles wie am Schnürchen, und Carla kam auf den E i nfall, abschließend noch m it der Fußspitze gegen die Schultern der Männer zu tippen, um zu prüfen, ob sie auch wirklich tot war e n, ehe sie sich anordnungsge m äß u m drehte und wieder im Schatten verschwand.
»Frau Beresford«, sagte einer der beiden Drehbuchautoren, der zur Hand war, u m Genevieve m it weite r en Änderungen zu helfen oder, wie er es sah, das Schlimmste zu verhüten, » j ed er wird sich fragen, warum sie ihm nicht das Blut aussaugt.«
»Nicht, wenn ich m eine Sache ric h tig g e m acht habe, Darling«, entgegnete Genevieve ungerührt. »Dann hat nä m l ich jeder kapiert, daß sie nicht an m ännlich e m Blut interessiert ist.«
Für die Abschiedsfeier m i etete Genevieve das Schlenkerla, weil m an es ihr als bekannteste Gaststätte Ba m bergs genannt hatte und weil es in m itten des Sa n dgebiets la g , wo die m e isten Fach w erkhäuser, die ihr so gefielen, st a nden. Es wurde wie die m eisten w rap parties, wie Genevieve sie bezeich n ete, eine träne n -, alkoholund u m ar m ungsreiche Affäre. Von jetzt an würden nur noch Genevieve, der Schnitt m eister und der T on m ischer an den d rei F assungen de s Films arbeiten.
»Natürlich kann es sein, daß wir nachdrehen m ü ssen oder daß einer von euch ein paar Sätze nachsprechen m uß«, s a gte Genevieve, »also lauft nicht fort, und m acht euch ein e n flotten Lenz an der Riviera.«
Dolores räusperte sich. »Genevieve«, wispe r te sie, » d ie Riviera i s t in Frankreich.«
»Ja, und ? «
»Nicht jeder kann es sich leisten, nach Frankreich zu fahren«, be m erkte Rainer. » W enigstens nic h t, bis Zar Paul u ns bezahlt h at.«
»Keine Sorge, Paul ist verläßl i ch. Kids, ich werde euch ver m issen.«
Den allge m einen gegenseitigen Beteuerungen f olgten diskrete Erkundigungen, wann die Pre m iere denn stattfinden würde.
» W enn ich fertig bin, zum Kucku c k. Aber
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