Verfuehrt zur Liebe
viel, was sie lernen musste ...
Er rieb seine Lippen über ihre Haut, dann atmete er ein und löste sich von ihr. Die Veränderung war dramatisch - der Unterschied in den Empfindungen, wie sich ihr Körper anfühlte, wenn er noch in ihr war, und dann, als er sie verlassen hatte.
Er hob sich von ihr, sank neben ihr ins Bett. Einen Arm legte er ihr schwer auf die Taille, er zog sie an sich, hielt sie dort fest.
»Schlaf ein. Du musst in dein Zimmer zurück, ehe der Morgen graut - ich wecke dich auf.«
Sie lächelte. Verzichtete darauf, ihm zu sagen, dass sie sich darauf schon freute - von ihm geweckt zu werden. Sie rollte sich auf die Seite, kuschelte sich mit dem Rücken an ihn.
Sie hatte nie zuvor mit einem Mann geschlafen, aber mit ihm kam es ihr ganz natürlich vor. Als sei es das Natürlichste auf der Welt.
Der Morgen kam zu schnell.
Sie spürte es vage, als Simon das Bett verließ, als sein Gewicht sich von der Matratze hob. Sie brummte, drehte sich auf die andere Seite, schlang die Arme um die von seinem Körper noch warmen Kissen und schlief wieder ein.
Sie trieb schwerelos und zufrieden in einem warmen, lauen Meer, als sich eine harte Hand um ihre Schulter schloss und sie rüttelte.
»Komm - wach auf. Es wird schon hell.«
Vorsichtig ein Auge zu öffnen war anstrengend; sie spähte durch den schmalen Schlitz zu Simon empor und sah ihn, wie er sich komplett angekleidet über sie beugte. Es war hell genug, um zu erkennen, dass seine Augen blau waren, seine Miene besorgt.
Sie lächelte, schloss das Auge wieder und fasste ihn am Rockaufschlag. »Es wird noch Stunden dauern, ehe jemand aufsteht.« Sie zog an ihm. »Komm zurück ins Bett. Ich möchte mehr wissen.«
Er seufzte. Tief. Dann wurde sie ohne weitere Vorwarnung am Handgelenk gepackt und rücksichtslos aus ihrem warmen Bett gezerrt.
Sie riss die Augen auf. »Wa ...?«
Er fasste sie an beiden Armen und hob sie halb, halb zog er sie auf die Knie. »Wir müssen dich in deine Kleider kriegen und auf dein Zimmer zurückschaffen, ehe die Dienstboten überall im Haus unterwegs sind.«
Bevor sie auch nur ein Wort sagen konnte, hatte er ihr schon ihr Unterhemd übergestreift. Sie kämpfte einen Moment lang, ihre Arme durch die engen Armlöcher zu zwängen, dann zog sie den Stoff nach unten. Die finstere Miene fiel ihr nicht schwer; sie fixierte ihn mit einem bitterbösen Blick. »So habe ich mir das nicht vorgestellt.«
Er stand vor ihr und schaute auf sie herab; es war nicht leicht, nicht zu lächeln. »Das habe ich schon verstanden.« Dann schob er sein Kinn energisch vor. »Wie auch immer, wir sind hier nur noch für einen oder zwei weitere Tage, und wir werden in der Zeit keinen Skandal verursachen.« Er warf ihr das Kleid zu.
Sie fing es auf, legte den Kopf schief und betrachtete ihn nachdenklich. »Da wir nur noch zwei Tage haben, wäre es da nicht klüger ...«
»Nein.« Er zögerte einen Moment, schaute sie an, dann fügte er hinzu: »Wir können mit der nächsten Lektion heute Nacht weitermachen.« Er kehrte ihr den Rücken und setzte sich auf die Bettkante, griff nach seinen Stiefeln. »Glaub ja nicht, du könntest vorher etwas hinzulernen.«
Während sie sich das durch den Kopf gehen ließ, mühte sie sich mit ihrem Kleid ab, dann setzte sie sich auf, um sich ihre Strümpfe anzuziehen. »Warum«, erkundigte sie sich schließlich, »müssen wir bis heute Nacht warten?«
Ihr Tonfall verriet aufrichtige Neugier, aber darunter auch Unsicherheit. Simon vernahm beides. Er blickte zu ihr, beobachtete mit sich anspannenden Muskeln, wie erst ein langes, elegantes Bein ausgestreckt wurde und sie dann - mit offensichtlich argloser Anmut - ihren Strumpf darüber streifte. Er blinzelte, musste sich Mühe geben, sich an die Frage zu erinnern.
Es gelang ihm schließlich. Er hob seinen Blick zu ihrem Gesicht, schaute ihr in die Augen. Am liebsten hätte er das Thema gemieden, ausweichend geantwortet.
Sie hob ihre Brauen, wartete. Mit vorgeschobenem Kinn stand er auf, reichte ihr seine Hand und half ihr aus dem Bett. Sie schaute nach unten, schlüpfte mit den Füßen in die Abendschuhe.
»Dein Körper ...« Er redete zu ihrem Haarschopf. »Du brauchst Zeit, dich zu erholen.«
Sie schaute auf, öffnete den Mund ...
»Vertrau mir, das brauchst du.« Damit schob er sie zur Tür.
Zu seiner immensen Erleichterung ließ sie es schweigend geschehen - dachte nach. An der Tür blieb sie stehen. Er griff um sie herum nach der Türklinke. Sie wandte sich zu
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