Verliebt in eine Diebin - Roman
Vorrat kaufen, die schmecken wochenlang. Bei denen läuft einem nicht sofort das Wasser im Mund zusammen wie bei Doughnuts. Aber am nächsten Morgen hat man immer noch Lust auf sie.« Mit starken weißen Zähnen biss sie in ihren Toast - vermutlich Dr. Marks Verdienst.
»Und Burton ist ein Doughnut.«
»Noch hat die Jury nicht darüber entschieden. Ich halte ihn eher für einen Muffin. Aber vielleicht täusche ich mich.«
»Glaubst du das?«
»Eigentlich nicht«, erwiderte Nadine, während Davys Brotscheiben aus dem Toaster hüpften. »Ich denke, er versteht mich.«
»Dann halt ihn fest - er ist einer unter Millionen.« Davy beugte sich über den Tisch und griff nach seinen Toasts.
»Genau das habe ich vor.« Nadine stellte ihr Glas in die Spüle. »Jetzt muss ich mir die Zähne putzen. War nett, mit Ihnen zu plaudern. Oh, heute Morgen habe ich Ihren Freund Simon auf der Treppe kennen gelernt. Der gefällt mir auch.«
»Danke, ich werd’s ihm ausrichten.« Unfähig, der Versuchung zu widerstehen, fragte er: »Und was bin ich? Doughnut oder Muffin?«
»Auch in diesem Fall beraten sich die Geschworenen noch«, entgegnete sie und ging um den Tisch herum. »Grandma glaubt, Sie sind ein Muffin, der sich für einen Doughnut ausgibt. Und Dad behauptet, Sie seien ein Doughnut, der vorgibt, ein Muffin zu sein.«
»Und deine Tante Tilda?«
»Tante Tilda sagte, Sie sind ein Doughnut, und sie macht gerade eine Diät. Was die Diät betrifft, lügt sie.« Aufmerksam musterte sie ihn. »Falls Sie ein Doughnut sind, sollten Sie wohl verschwinden - obwohl wir Sie vermissen werden.«
»Wirklich?«, fragte er überrascht.
»Oh ja. Vermutlich würden Sie gut zu uns passen. Aber es ist noch zu früh, das festzustellen. Also seien Sie ein Muffin.« Sie tätschelte seine Schulter und eilte zur Tür.
»Okay, ich versuch’s«, versprach Davy leicht verwirrt. »He, Nadine!«
Sie steckte ihren Kopf durch die Tür.
»Was ist Simon?«
»Ein Doughnut. Mit Spritzern.«
»Du bist zu jung, um irgendwas über Spritzer zu wissen«, mahnte Davy in strengem Ton.
Gequält verdrehte sie die Augen. »Sie haben keine Ahnung, wofür ich zu jung bin, Grandpa«, seufzte sie, wandte sich ab und stieß mit Simon zusammen.
»Hallo, Nadine«, grüßte er mit schwachem, britischem Akzent, perfekt gestylt.
Errötend nickte sie, rannte die Treppe hinauf und kehrte zurück, um zu fragen: »Davy, passen Sie auf Steve auf, während ich beim Zahnarzt bin?«
»Mit Vergnügen.« Davy sah den Hund an, der den Blick mit offenkundigem Argwohn erwiderte. »Letzte Nacht haben wir ein Bett geteilt, also sind wir alte Kumpel.«
Steve schnaubte protestierend.
Nachdem Nadine verschwunden war, fragte Simon: »Warum ist sie rot geworden? Habe ich etwas Unhöfliches gesagt?«
»Nein.« Davy reichte ihm die Einkaufstüte. »Nimm dir einen Muffin.«
»Für Süßigkeiten ist es zu früh. Gibt es hier ein anständiges Restaurant in der Nähe, in dem man frühstücken kann?«
»Ich vergesse ständig, was für eine Nervensäge du bist. Seit zwanzig Jahren lebst du in Amerika. Verdammt, gewöhn dich endlich an das ungesunde Essen!«
»Hast du eine schlechte Nacht hinter dir?«, erkundigte sich Simon und schob die Muffintüte beiseite.
»Die letzte Nacht wäre besser verlaufen, wenn du nicht mein Bett okkupiert hättest«, log Davy.
»Ah, Louise...« In Simons Stimme schwang unverhohlener Respekt mit. »Ich mag die amerikanischen Frauen.«
»Vielleicht ist Louise keine typische Amerikanerin.«
»Was immer sie auch ist - sie besitzt enorme Talente.«
»Freut mich für dich.« Davy trank sein Glas leer und stellte es ins Spülbecken.
»Bist du sauer? Hast du denn die Nacht nicht mit deiner Betty verbracht?«
»Tilda. Ja, habe ich.«
»Oh. Muss ich dir mein Beileid aussprechen?«
»Nun, ich arbeite noch dran. Warum bist du hier?«
»Weil Rabbit mich anrief.« Simon setzte sich an den Tisch. »Er ist offenbar ziemlich aus dem Häuschen.«
»Ich habe ihn nicht angerührt«, versicherte Davy und verstaute den Fruchtsaftkarton im Kühlschrank.
»Allem Anschein nach glaubt er, jemand wäre beauftragt worden, dich zu beseitigen, alter Junge.«
Nachdenklich schloss Davy die Kühlschranktür. »Mich? Wohl kaum.«
»Und er deutete an, eine wütende Frau stecke dahinter, wodurch die Geschichte deutlich plausibler klingt. Er wollte uns wohl auf jeden Fall davon überzeugen, dass er nichts damit zu tun hat.«
»Typisch Rabbit. Sobald er irgendwas läuten hört,
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