Verliebt in eine Diebin - Roman
zuversichtlich.
»Sei nicht so scheu, Betty«, mahnte er und legte einen Arm um ihre Schultern. Schutzsuchend schmiegte sie sich an ihn.
»Mrs. Frost weiß gar nicht, ob das Bild noch da ist. Offenbar hat sie’s jahrelang nicht gesehen...«
»Aber wir würden dafür bezahlen.« Mit einem törichten Grinsen kramte Tilda in ihrer Handtasche. »Ich weiß, wir kommen ungelegen…« Als sie einen Hundertdollarschein hochhielt, zog er sofort Mrs. Frosts Blick auf sich. »Natürlich ist das zu wenig.« Tilda gab der Frau das Geld und wühlte wieder in ihrer Tasche. »Verzeihen Sie - ich weiß, da ist noch ein Schein...«
»He!«, sagte Davy und drückte ihren Arm. »Mrs. Frost weiß nicht einmal, ob sie das Bild noch hat. Vielleicht...«
Auf Mrs. Frosts bisher eher ausdrucksloser Miene erschien ein gieriger Ausdruck. »Warten Sie, ich sehe kurz auf dem Dachboden nach.« Die hundert Dollar zwischen den Fingern, eilte sie ins Haus.
»Irgendwo muss das Geld sein...« Tildas Kopf verschwand beinahe in der Tasche.
»Schon gut, Schätzchen.« Davy tätschelte ihre Schulter und fragte sich, wieso sie wusste, dass sie nicht aus der Rolle fallen
durfte - obwohl er ihr keine entsprechende Anweisungen gegeben hatte. Offenbar hatte er sich in ihr getäuscht, und Michael Dempsey wäre es vielleicht doch gelungen, eine Verbrecherin aus ihr zu machen. Ein Glück, dass sie keine geborene Dempsey war. »Beruhige dich, sie muss das Bild erst mal suchen.« Da schenkte sie ihm ein so sonniges Lächeln, dass er sie etwas fester an sich presste - doppelt dankbar, weil sie nicht als eine Dempsey zur Welt gekommen war.
»Hoffentlich findet sie’s...« Tilda griff wieder in die Tasche. »Moment mal, da ist das Geld.« Triumphierend hielt sie den zweiten Hundertdollarschein hoch.
»Sehr gut. Bitte, beruhige dich.«
Sie setzten sich auf die Eingangsstufen. Während Tilda von ihrer Tante erzählte und beteuerte, wie sehr sie sich über das Bild freuen würde, umfasste Davy immer noch ihre Schultern, hielt das Gesicht in die Sonne und dachte: Mein Gott, bin ich glücklich.
» Ist es das?«, fragte Mrs. Frost fünfzehn Minuten später hinter ihnen. Davy drehte ich um und betrachtete ein staubiges Gemälde - achtzehn Zoll im Quadrat, voller Schmetterlinge, die ziemlich bösartig aussahen.
»Ja, das ist es«, jubelte Tilda und sprang auf. »Genauso hat es Tante Gwen beschrieben. Oh, wie wundervoll! Hier, Mrs. Frost...« Sie drückte der Frau noch einen Geldschein in die Hand. »Ich habe den zweiten Hunderter gefunden.«
»Wissen Sie, für dieses Bild haben wir über tausend Dollar bezahlt«, log Mrs. Frost schamlos.
»Oh...« Verzweifelt wandte sich Tilda zu Davy. »Steve, das ist unmöglich...«
»Nun warte mal, Schätzchen.« Er zog seine Brieftasche hervor und nahm einen Dreißiger und vier Eindollarscheine heraus. »Zweihundertvierunddreißig bringen wir zusammen.« Entschuldigend blickte er Tilda an. »Dann essen wir
eben daheim, statt Tante Gwen in Bob Evans Restaurant auszuführen. Du kochst ohnehin besser.«
»Oh Steve...« Bekümmert senkte sie den Kopf, und Davy hätte schwören können, dass sie errötete.
»Also gut.« Mrs. Frost riss ihm das Geld aus den Fingern - wahrscheinlich, um die beiden von ihrer Veranda zu verscheuchen, bevor die Situation noch peinlicher wurde.
»Vielen Dank!« Entzückt griff Tilda nach dem Gemälde. »Wie sich meine Tante...«
Mrs. Frost schlug ihr die Tür vor der Nase zu.
»…freuen wird!«, beendete Tilda den Satz, immer noch süß und sanft.
»Komm, Schätzchen.« Davy umklammerte ihren Arm. »Holen wir Tante Gwen vom Flughafen ab.«
Wieder im Auto, sagte sie: »Dafür hat sie keine tausend Dollar bezahlt.«
»Du auch nicht.« Davy gab ihr die fünfhundert zurück, die er eingesteckt hatte, und startete den Motor. »Übrigens, diese Schmetterlinge …«
»Oh Mann!« Sie hielt das Bild ins Sonnenlicht. »Fünfzehn Jahre lang habe ich die nicht gesehen.«
»Als Scarlet sie gemalt hat, muss sie ziemlich sauer gewesen sein«, meinte er und steuerte den Wagen auf die Straße. »Irgendwie wirken die, als könnten sie eine Kuh schneller zerfetzen als Piranhas.«
»Oh...« Tilda musterte sie etwas genauer. »Sie wirken tatsächlich ein bisschen aggressiv. Na ja, Scarlet hatte einige Probleme.«
»Willst du das nächste Bild jetzt gleich zurückholen? So wie geplant?«
»Nein. Das Herz schlägt mir bis zum Hals. Das beruhigt sich sicher nicht vor morgen. Ich war noch nie im Leben so
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