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Verliebt in eine Diebin - Roman

Verliebt in eine Diebin - Roman

Titel: Verliebt in eine Diebin - Roman Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Jennifer Crusie Eva Malsch
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Tilda. »Allem Anschein nach ist er ein netter Kerl, und ich nehme an, Louise hat die Initiative ergriffen.«
    »Sie ist bereits an der Ladentür über ihn hergefallen.« Tilda ergriff ihren Pinsel. »In der Tat, ein wahrer ›Ausbund an Lust‹, unsere Louise.«
    »Aber sie schläft hier mit ihm. Wenn Nadine was merkt...«
    »Was denn? Über Louise weiß Nadine doch längst Bescheid.«
    »Aber sie weiß nicht, was Louise ist, nämlich...«
    »Ja, Andrew?« Sorgfältig mischte sie eine ultramarinblaue Schattierung.
    »Sie glaubt, Louise würde nur im Double Take singen.«
    »Andrew, du bist ein lieber Kerl, aber ein Idiot. Was Louise ist, weiß Nadine ganz genau. Sie ist viel schlauer als wir alle zusammen.«
    »Trotzdem sollte sie’s nicht mit eigenen Augen sehen «, betonte er und rutschte nervös auf seinem Stuhl umher. »Ich wünschte, Eve würde Louise zum Teufel jagen.«

    »Und wer tritt dann im Double Take auf?«
    Andrew blinzelte. » Dort darf sie Louise bleiben. Aber nur auf der Bühne.«
    »Manchmal redest du echt wie ein Normalo«, meinte sie und legte ihren Pinsel beiseite.
    »Wieso?«, rief Andrew entsetzt. »Was habe ich denn gesagt?«
    »Eve soll nur erotisch wirken, um dir zu dienen. Und das finde ich zum Kotzen. Immerhin bist du ziemlich lausig mit ihr umgesprungen. Und jetzt glaubst du, sie müsste sich an deine Regeln halten.«
    »Warum bist du so unfair? Dass ich schwul bin, wusste ich nicht. Als ich sagte, ich würde sie lieben, war’s ernst gemeint. Und ich liebe sie noch immer.«
    »Wenn du sie liebst, respektiere sie so, wie sie ist.«
    »Das würde ich tun.« Unsicher runzelte er die Stirn. »Wenn ich wüsste, wie sie ist. Wahrscheinlich weiß sie’s selber nicht.«
    »Aber sie muss es herausfinden. Nicht du.« Tilda ergriff wieder ihren Pinsel.
    »Wie ich höre, ist’s mit deinem Davy nicht besonders gut gelaufen.«
    »Keine Ahnung, was du meinst.« Tildas Kinn verkrampfte sich.
    »Eve erzählte mir neulich von eurem miesen Sex auf der Couch.«
    Tilda blickte zur Decke hoch. »Gibt’s auch Familien, die nicht über das Sexualleben aller einzelnen Mitglieder diskutieren? Wenn ja, werde ich zu einer dieser Familien ziehen.«
    »Warum hast du Scott nicht geheiratet?« Andrew schüttelte den Kopf. »Mit dem hattest du tollen Sex. Er passte perfekt zu dir.«
    »Und er verließ mich. Möchtest du noch andere deprimierende Themen erörtern?«

    »Nein.« Er stand auf. »Würdest du mit Eve reden?«
    »Nicht nötig«, erwiderte sie und wandte sich von ihm ab. »Sie hat bereits beschlossen, nur mehr im Double Take Louise zu spielen. Also werden alle deine Wünsche erfüllt.«
    »Sehr gut.« Erleichtert verließ er das Studio, und zurück blieb eine wütende Tilda.
    Wenigstens war der Monet leicht zu kopieren. Auch Monet hatte die Seerosen gewissermaßen gefälscht und fließbandmäßig produziert. Sie musste sich also nicht schuldig fühlen, wenn sie sein Bild auf eine Badezimmerwand malte. Das hätte er ebenfalls getan, für einen angemessenen Preis.
    Warum hast du Scott nicht geheiratet?
    Tilda lehnte sich zurück und betrachtete die weißen Schränke voller Familiengeheimnisse. »Dieser Verwandtschaft verpfändest du dein Leben«, hatte Scott behauptet. Gar nichts verstand er. Und deshalb konnte sie ihn nicht heiraten. Indem sie ehrlich geworden war, hatte sie der Familie schon genug angetan. Wenigstens sorgte sie dafür, dass alle überlebten und nichts verloren ging, wofür ihr Vater gearbeitet hatte. Und so lange würde es nicht mehr dauern. Vielleicht fünfzehn Jahre. Das würde sie schaffen. Scott verstand nicht, worauf es ankam.
    Natürlich, er hatte ja keine Ahnung, dass in ihrem Keller schlechte Goodnight-Fälschungen aus dreihundert Jahren lagen...
    Niemals hätte sie ihm von der Galerie voller Dürers und Bouchers und Corots und anderer berühmter Künstler erzählen können - alle von Goodnights gemalt, die meisten, bevor sie den ursprünglichen Familiennamen Giordano geändert hatten. Und jedes Bild war zu fehlerhaft, um gefahrlos verkauft zu werden. Niemandem durfte sie das verraten. Und es wäre vermutlich eine schlechte Idee, einen Kerl zu heiraten, dem sie nicht alles anvertrauen konnte.

    Sie stand auf und begann, die Pinsel für den nächsten Tag zu reinigen. An diesem Nachmittag musste sie ein weiteres Bild zurückholen. Und der Mann, der ihr dabei helfen würde, arbeitete womöglich fürs FBI.
    »So wahr Gott mein Zeuge ist, Steve«, versprach Tilda dem Hund, »sobald ich

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