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Verrat der Welten - Niven, L: Verrat der Welten - Betrayer of Worlds

Verrat der Welten - Niven, L: Verrat der Welten - Betrayer of Worlds

Titel: Verrat der Welten - Niven, L: Verrat der Welten - Betrayer of Worlds Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Edward M. Larry;Lerner Niven
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hatten die elektromagnetische Abschirmung der Schiffe verstärkt, damit sie den interstellaren Staub besser abwehrte. Geschützt durch die verbesserten Schilde hatten die Schiffe auf halbe Lichtgeschwindigkeit beschleunigt, bevor sie in den Hyperraum eingetreten waren. Währenddessen baute die Besatzung Brennstoffzellen und verstaute sie in jeder ungenutzten Nische an Bord.
    Ein Großteil von Bm’os Flotte sollte bald wieder in den Normalraum zurückkehren, auf einem Kurs, der das Sonnensystem der Rebellen streifen würde. Sofort nach dem Wiedereintritt würden sie Flugkörper absetzen. Mit ihrem immensen Impuls wären diese Schiffe auch dann in Sicherheit, wenn – was sehr unwahrscheinlich war – die Rebellen es schafften, relativistische Zielobjekte mit ihrem Fusionsunterdrücker zu treffen. Die Brennstoffzellen sollten die Schilde so lange aufrechterhalten, bis die Schiffsreaktoren wieder neu gestartet wären.
    Ein Großteil von Bm’os Flotte. Aber die vordersten Schiffe seiner Schlachtreihe würden unmittelbar vor der aufständischen Welt aus dem Hyperraum austreten. Deaktivierte der Gegner die Reaktoren dieser Schiffe – ob Ol’t’ro wohl so töricht wären? –, würden sich die Schiffe in tödlichere Projektile verwandeln als die Lenkflugkörper, die sie mit sich führten. Ein einziger Treffer, ob nun von einem dieser Flugkörper oder einem der Schiffe selbst, würde die Rebellenkolonie völlig auslöschen.
    Ol’t’ro könnten kapitulieren. Oder sterben. Nachdem Bm’o einige Tage an Bord des überfüllten Kriegsschiffs verbracht hatte, war es ihm fast schon egal, wie es ausgehen würde.
    Doch die Fahrt war lang. Noch länger dauerte sie wegen der langen Beschleunigungsphasen, die nötig waren, um in den Hyperraum einzutreten. Die Informationen, auf deren Basis die Tn’ho-Nation ihre Pläne schmiedete, würden sich nicht ändern. Und trotzdem entwarfen die Generäle einen Plan nach dem anderen.
    Mittlerweile zog Bm’o es vor, in seiner Kajüte zu bleiben. Er suchte die Beratungskammer nur noch sporadisch auf und überließ die Feinheiten der Planung seinen Generälen. Diese sorgten einfach nur dafür, dass ihr Verstand nicht einrostete.
    »Bauern sind geschäftig«, rief ihm Rt’o immer wieder gern ins Gedächtnis zurück. »Der Herrscher denkt.«
    Eigentlich sollten Herrscher auch nicht einsam sein, doch Bm’o vermisste seine Ratgeberin.
    In der Abgeschiedenheit seiner Kajüte ließ Bm’o zu, dass seine Gefühle in einer blaugrünen Welle über seine Haut hinwegschwappten. Selbst wenn Rt’o gesund genug gewesen wäre, die Strapazen des Lebens an Bord eines Schiffes auf sich zu nehmen: Wer sonst hätte so lange Zeit an seiner Stelle die Tn’ho-Nation regieren sollen? Wem sonst vertraute er?
    Natürlich gab es immer wieder Besprechungen zwischen ihnen. Aber Jm’ho befand sich tief im Inneren einer Singularität, die für Hyperwellen nicht erreichbar war. Bei Funkverkehr ergaben sich Signalverzögerungen. Die Art der Kommunikation, die dann noch möglich war, verdiente die Bezeichnung »Gespräch« nun wirklich nicht.
    Angesichts der neuen Herausforderung, denen sich die Heimat gegenübersah, war Bm’o wirklich dankbar, Rt’o als seine Regentin zurückgelassen zu haben. Der Skipper eines Handelsschiffs von New Terra denunzierte den Repräsentanten von General Products? Der Mensch behauptete, für die Konkordanz zu sprechen? Da war es doch eher wahrscheinlich, dass New Terra mit Ol’t’ro gemeinsame Sache machte und auf diese Weise glaubte, Vergeltungsmaßnahmen gegen die Rebellen zu verhindern!
    Diese einander überlagernden Krisen sorgten nur dafür, dass Bm’o sich noch mehr nach Rt’os Ratschlägen sehnte.
    Im Wasser seiner Kajüte glitt Bm’o hin und her. Müßiggang bedurfte keines besonderen Talents, und dumpfes Brüten war kein Ersatz für echtes Nachdenken. Denken hingegen fiel ihm schwer. »Was würdest du mir raten?«, fragte er in die leere Kajüte hinein. »Worüber gilt es noch nachzudenken?« Und er gab sich selbst die Antwort, die er womöglich auch von Rt’o erhalten hätte. »Worüber möchtest du am wenigsten nachdenken?«
    Ol’t’ro.
    Nicht weil Ol’t’ro obszön und widernatürlich waren, so wie jedes Gw’otesht. Sondern weil Ol’t’ro denken konnten. Schneller, besser, kreativer als jeder Gw’o, ganz egal, welchen Rang er innehatte.
    Allerdings dürften Ol’t’ro gewiss nicht besser denken als der Generalstab! Und auf keinen Fall dürften Ol’t’ro die

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