Verrat der Welten - Niven, L: Verrat der Welten - Betrayer of Worlds
massive militärische Macht einer großen Nation ausmanövrieren können!
»Sie sind dir schon einmal entkommen«, mahnte ihn eine skeptische innere Stimme. »Und wie erklären deine Experten Ol’t’ros Fähigkeit, Fusionsvorgänge zu unterdrücken?«
Eine solche Erklärung mussten ihm seine Experten erst noch liefern. Seine Generäle aber hatten diese immer noch verblüffende Waffe in ihren Plänen bereits berücksichtigt. Bm’o glitt zu einem turbulenzfreien Strömungsbereich inmitten der Kajüte hinüber, um ein wenig auf der Stelle zu schwimmen. Also, was bereitete ihm immer noch Sorgen? Worüber wollte er wirklich am wenigsten nachdenken?
Über die neuen Überraschungen, die Ol’t’ro für ihn vielleicht noch bereithielten.
Mit einer krampfartigen Bewegung schoss Bm’o zur Luke der Kajüte hinüber. Er benötigte Ratschläge, Unterstützung, sachkundige Informationen. Er brauchte die unabhängigen Gedanken anderer.
Er musste wissen, wie Ol’t’ro möglicherweise dachten.
Rätsel.
Ng’t’mo hatten Freude an Rätseln. Ng’t’mo mochten Daten: Anhöhen, Hügel, gewaltige Berge aus Daten. Ng’t’mo sortierten gern Datenmengen, rechneten gern damit, entdeckten gern in Daten Muster.
Was bedeuteten diese Muster? Hin und wieder waren auch diese Muster wieder ein Rätsel für sich. Die Herren erklärten Ng’t’mo nichts.
Ng’t’mo verabscheuten ihre Umgebung. Ihren Käfig. Wann immer sie sich aber in Rätseln verlieren durften, vermochten sie ihre Gefangenschaft zu vergessen. Ng’t’mo konnten vergessen, wie sehr sie von ihren Herren abhängig waren, die ihnen Nahrung lieferten, Daten, einfach alles.
Und wenn die Herren zu wenige Rätsel lieferten? Dann konnten sich Ng’t’mo, solange sie eine Verschmelzung aufrechtzuerhalten vermochten, an bessere Zeiten erinnern.
Erinnerungen waren anstrengend. Es war schwer, sie abzurufen. Schwer zu verstehen. Oft auch schwer zu ertragen. Hatte man ihnen einst gestattet, überall dorthin zu reisen, wohin sie es wünschten? Ja, so schien es Ng’t’mo.
Die Zeit, in der Ng’t’mo eigene Entscheidungen treffen durften, schien so ... weit zurückzuliegen.
Ein einziges Mal hatten Ng’t’mo danach gefragt. Gebt jenen die Schuld, die sich Ol’t’ro nennen. Das war die Antwort der Herren gewesen. Jenen, so sagten die Herren, die sich uns widersetzt hatten. Und dann hatten die Herren Ng’t’mo wegen Respektlosigkeit einen ganzen Tag lang jegliche Nahrung vorenthalten.
Vielleicht waren Ol’t’ro ja wirklich schuld daran. Die Herren mussten es wissen. Aber auch Ng’t’mo erinnerten sich an Ol’t’ro. Ol’t’ro waren freundlich und geduldig gewesen. Ol’t’ro waren so klug gewesen.
Doch Ng’t’mo waren nur zu acht. So klug wie Ol’t’ro würden sie niemals sein.
Eine unerklärliche Sehnsucht nagte an Ng’t’mo: klug zu sein. Die Herren loszuwerden. Genug zu essen zu haben. Und während sich Ng’t’mo fragten, warum das Leben so schwer war, wurde ihr Hunger zu ihrem größten Problem: Sie brauchten dringend Nahrung.
Wenn acht eins wurden, Tubakel sich verschlangen und miteinander verknüpften, konnten acht, die eins waren, nicht essen.
Sie heulten vor Schmerz und lösten die Verschmelzung. Jeder Einzelne der acht wurde sich schmerzhaft und leidvoll seiner selbst bewusst, dort, in ihrem überfüllten Käfig.
Der Herr der Herren hatte ein neues Rätsel gefunden! Aber wie genau sah dieses Rätsel aus? Was wollte der Tn’Tn’ho wissen?
Es hatte etwas mit Schiffen zu tun, mit Welten und mit anzurichtendem Schaden.
Ng’t’mo mühten sich mit den neuen Daten ab. Schiffe verstanden sie. Schiffe reisten zwischen den Welten umher. Ng’t’mo befanden sich auf einem Schiff. Flugkörper waren wie Schiffe, die keine Gw’oth an Bord hatten. Welten waren Orte wie die Heimat. Ng’t’mo vermissten die Heimat.
Ng’t’mos Untereinheiten wussten, was Schiffe und Flugkörper zu bewirken vermochten. Sie verstanden jedoch nur unzureichend, wie das möglich war. Die Herren verrieten Ng’t’mo nur selten, wie etwas funktionierte. Weil Ol’t’ro verstanden hatten, wie Dinge funktionierten, und deswegen hatten entkommen können?
Fusionsprozesse sorgten dafür, dass ein Schiff sich vorwärtsbewegte. Ng’t’mo verstanden das Konzept der Fusion nicht und schon gar nicht, wie man einen solchen Prozess einfach aufhalten konnte. Aber sie verstanden, was hier wirklich von Bedeutung war: Je schneller sich etwas bewegte, desto schlimmer war es,
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