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Verrat der Welten - Niven, L: Verrat der Welten - Betrayer of Worlds

Verrat der Welten - Niven, L: Verrat der Welten - Betrayer of Worlds

Titel: Verrat der Welten - Niven, L: Verrat der Welten - Betrayer of Worlds Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Edward M. Larry;Lerner Niven
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schien. Na ja, eigentlich war das ja auch so: Es war Nathan Graynors Vergangenheit.
    Doch das Leben als Abenteurer hatte so abrupt geendet, wie es begonnen hatte. Sigmund und Alice hatten unterschiedliche Gründe, keine Amateure in den Bereichen Spionage oder Abwehr zuzulassen. Trotzdem betonten beide, es sei nur zu Louis’ Besten. Nessus war immer noch auf Hearth beschäftigt.
    Es stellte sich heraus, dass Louis ein Talent besaß, das sich tatsächlich vermarkten ließ: als Meisterkoch. Es war egal, dass er die Erde, Home, Wunderland oder Fafnir niemals wiederfinden würde. Er erinnerte sich an die typische Küche dieser Welten – und er vermochte sie auch nachzukochen.
    Seine Zukunft auf New Terra schien gesichert – und versprach sehr banal zu werden.
    Die Rezepte neu zu erfinden bedeutete Geduld und reichlich Warterei: darauf, dass etwas aufging, schmolz, eindickte, bräunte, buk oder abkühlte. Louis las viel; er hörte Musik; er hatte bereits einen ganzen Block mit Skizzen gefüllt und begann schon den nächsten. Er verbrachte entschieden zu viel Zeit mit dem New-Terra-Gegenstück zu 3-V-TV. Wie die meisten Bewohner von New Terra fühlte auch er sich vor dem Schirm wie festgewachsen.
    Dafür gab es durchaus eine Erklärung. Viele New Terrans waren mit dem Gesetz der Konkordanz aufgewachsen, und sie verfolgten Sendungen der Bürger, die über Hyperwellenbojen zu ihnen weitergeleitet wurden. Seit mehr als einem Jahrhundert war die Politik der Konkordanz nun schon ein echter Publikumssport geworden. Nur dass die New Terrans das Ganze jetzt mit der schuldbewussten Faszination von Gaffern bei einem Verkehrsunfall betrieben.
    Während New Terra – das sich stets neutral verhielt – die neuesten Entwicklungen beobachtete, schien das Verhältnis der Puppenspieler zu den Gw’oth auf eine Katastrophe hinzusteuern. Unter dieser Belastung brach Baedekers Regierungsbündnis langsam auseinander. Louis hatte keine Ahnung, was er von Baedeker halten sollte, aber Achilles kannte er gut.
    Alle Puppenspieler, die Hearth zu verlassen wagten, waren geistesgestört; das hatte Louis verstanden. Er hatte Nessus in seinen manischsten Phasen ebenso erlebt wie in depressiver Katatonie. Aber Achilles war mehr als nur geistesgestört. Er war schlimmer als wahnsinnig. Achilles war ein echter Soziopath. Die Vorstellung, Achilles könnte Hinterster werden, war unter diesen Voraussetzungen geradezu ungeheuerlich.
    Währenddessen aber schaute Louis Wu, der Abenteurer im Ruhestand, 3-V und werkelte in Alice’ Küche.
    Als Sigmund sich bei Louis meldete und fragte, ob er vielleicht zum Verteidigungsministerium herauskommen wolle, ließ Louis sich diese Chance nicht entgehen.
    Uniformierte Wachen nahmen Louis im Foyer des Ministeriums in Empfang. Weitere Wachen standen vor Sigmunds Büro. Einer öffnete die Tür, um Louis einzulassen.
    Im Büro warteten Sigmund und Alice auf ihn. Alice brachte ein nicht sonderlich überzeugendes Lächeln zustande.
    Das Büro sah immer noch so aus, wie Louis es in Erinnerung gehabt hatte. Nur die Atmosphäre dort hatte sich deutlich verändert. Bei seinem letzten Besuch war sie eindeutig angespannt gewesen – aus ganz persönlichen Gründen. Heute war es, als hinge eine mehr oder weniger greifbare Bedrohung in der Luft.
    »Danke, dass Sie gekommen sind, Louis«, sagte Sigmund zur Begrüßung. »Möchten Sie etwas trinken?«
    »Klar.« Louis synthetisierte sich eine Tasse Kaffee und nahm Platz. »Was ist denn los?«
    »Wir haben Ihnen ja schon gesagt, dass New Terra mit den Gw’oth Handel treibt«, setzte Sigmund zu einer Antwort an. »Aber niemand hat erwähnt, dass wir an Bord jedes einzelnen Handelsschiffes nach Jm’ho unsere Informanten haben.«
    »Der Leiter der Spionageabteilung beschäftigt also tatsächlich Spione. Ich bin schockiert , Sigmund, echt!« Louis nippte an seinem Kaffee und wartete. Der Synthesizer in Sigmunds Büro, immerhin Amtszimmer eines Ministers, musste dringend einmal überprüft werden.
    Alice beugte sich vor. »Kürzlich hat ein Frachter Jm’ho erreicht. Der Skipper des Schiffes hat uns über Hyperwelle Bericht erstattet.«
    »Und?«
    »Und«, spann Sigmund die Antwort auf Louis’ unschuldige Frage weiter, »kurz bevor die Gw’oth mit ihrer Flotte gestartet sind, ist auf Jm’ho etwas recht Interessantes passiert. Wahrscheinlich war dieses Ereignis der Grund für den Start der Flotte: die Provokation für eine militärische Reaktion. Ich hoffe, Sie können aus den

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