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Volk der Finsternis - Horrorgeschichten (H. P. Lovecrafts Bibliothek des Schreckens) (German Edition)

Volk der Finsternis - Horrorgeschichten (H. P. Lovecrafts Bibliothek des Schreckens) (German Edition)

Titel: Volk der Finsternis - Horrorgeschichten (H. P. Lovecrafts Bibliothek des Schreckens) (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Robert E. Howard
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Die Schläge seiner Angreifer hörten erst auf, als er regungslos liegen blieb. Sie hätten ihm an Ort und Stelle den Rest gegeben, wenn nicht eine weitere Anweisung ihres Gebieters ihnen etwas anderes befohlen hätte. Sie fesselten den besinnungslosen Messerkämpfer und warfen ihn zu Steve hinunter, der bei vollem Bewusstsein war und die grausamen Schmerzen, die die Kugel in seiner Schulter verursachte, nur zu deutlich spürte.
    Er blickte den großen Araber an, der auf ihn herabsah.
    »Nun, sahib «, begann er, und Steve erkannte, dass er kein Beduine war, »erinnerst du dich nicht an mich?«
    Steve warf ihm einen finsteren Blick zu – die Schussverletzung förderte seine Konzentrationsfähigkeit nicht unbedingt.
    »Doch, du kommst mir bekannt vor … Bei Judas! Ich kenne dich! Du bist Nureddin El Mekru!«
    »Ich fühle mich geehrt! Der sahib erinnert sich! Salaam! «, grüßte Nureddin spöttisch. »Und gewiss erinnerst du dich, bei welcher Gelegenheit du mir dieses Geschenk gemacht hast, nicht wahr?«
    Ein bedrohlicher Schatten der Verbitterung legte sich über seine dunklen Augen, und der Scheich zeigte auf eine dünne weiße Narbe an der Seite seiner Wange.
    »Ich erinnere mich«, fauchte Clarney ihn an – weder Schmerz noch Wut würden ihn unterwürfig machen. »Es war in Somaliland, vor vielen Jahren. Du warst damals als Sklavenhändler tätig. Einer der unglücklichen Männer ist dir entkommen und hat Zuflucht in meinem Lager gesucht. Eines Nachts bist du in deiner selbstherrlichen Art aufgetaucht, hast einen Streit angezettelt und bei der folgenden Prügelei hat dich ein Schlachtermesser im Gesicht getroffen. Ich wünschte, ich hätte dir deine erbärmliche Kehle durchtrennt.«
    »Du hattest deine Chance«, entgegnete der Araber. »Nun hat sich das Blatt gewendet.«
    »Ich dachte, dein Revier läge im Westen«, brummte Clarney, »im Jemen und in Somaliland.«
    »Ich habe den Sklavenhandel vor langer Zeit aufgegeben«, antwortete der Scheich. »Er bringt nichts mehr ein. Ich habe für ein paar Jahre eine Bande von Dieben im Jemen angeführt, bis ich wieder gezwungen war, meinen Standort zu wechseln. Ein paar treue Anhänger haben mich hierher begleitet, und bei Allah, diese Wilden hier hätten mir anfangs beinahe die Kehle aufgeschlitzt. Aber ich konnte ihre Bedenken zerstreuen, und nun führe ich mehr Männer an, als mir in den letzten Jahren je gefolgt sind.
    Die Reiter, die du gestern in die Flucht geschlagen hast, waren meine Männer – Späher, die ich vorausgesandt hatte. Meine Oase liegt sehr weit im Westen. Wir sind viele Tage lang geritten, denn ich war auf dem Weg zu dieser Stadt. Als meine Späher zurückkehrten und mir von zwei Wanderern erzählten, sah ich keine Veranlassung, meine Pläne zu ändern, da ich ohnehin nach Beled-el-Djinn wollte. Wir näherten uns der Stadt von Westen und fanden eure Spuren im Sand. Wir folgten ihnen – und ihr blinden Büffel habt uns nicht einmal kommen gehört.«
    Steve zischte: »Ihr konntet uns nur so leicht überwältigen, weil wir uns sicher waren, dass sich kein Beduine nach Kara-Shehr wagen würde.«
    Nureddin nickte. »Ich bin aber kein Beduine. Ich bin weit gereist, habe viele Länder und Völker gesehen und viele Bücher gelesen. Ich weiß, dass Furcht nichts als Rauch ist, dass die Toten tot sind und dass Dschinns und Geister nur Nebel sind, die der Wind verweht. Die Geschichte des roten Steins hat mich in diese verlassene Wüste geführt. Es hat Monate gedauert, meine Männer davon zu überzeugen, mit mir hierherzureiten.
    Doch jetzt steh ich hier! Und deine Anwesenheit ist eine wundervolle Überraschung. Zweifellos hast du längst erraten, weshalb ich dich lebend wollte – mit dir und diesem paschtunischen Schwein habe ich noch einige unterhaltsame Dinge vor. Ich hole mir jetzt das Feuer von Asshurbanipal, dann können wir gehen.«
    Er drehte sich zu dem Podest um und einer seiner Männer, ein bärtiger, einäugiger Riese, rief aus: »Nicht, mein Herr! Etwas Uraltes, Böses hat an diesem Ort gehaust, lange vor Mohammeds Zeiten. Dschinns heulen durch diese Hallen, wenn die Winde tosen, und im Schein des Mondlichts kann man Geister an den Wänden tanzen sehen. Seit tausend Jahren hat sich kein Sterblicher in diese schwarze Stadt gewagt – bis auf einen, vor einem halben Jahrhundert, und er hat schreiend die Flucht ergriffen.
    Ihr seid aus dem Jemen hierhergekommen. Ihr kennt den uralten Fluch nicht, der auf dieser üblen Stadt und auf diesem

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