Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Vom Dämon gezeichnet - Rowland, D: Vom Dämon gezeichnet

Vom Dämon gezeichnet - Rowland, D: Vom Dämon gezeichnet

Titel: Vom Dämon gezeichnet - Rowland, D: Vom Dämon gezeichnet Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Diana Rowland
Vom Netzwerk:
die wahrscheinlich in die Küche führte. Es gab keine Regale mit Bildern oder sonstigem Zierrat, überhaupt keine Dekorationsstücke irgendwo. Und alles war peinlichst sauber.
    Ich hielt inne, als mich ein Gefühlshauch streifte – ein nebulöses Flüstern der arkanischen Welt. Ich runzelte die Stirn und versuchte es noch einmal aufzufangen. Bisher hatte ich keine arkanischen Spuren im Haus bemerken können – keine Schilde oder Schutzwälle oder sonst irgendwelche Hinweise auf arkanische Rituale. Aber irgendetwas stimmte nicht.
    Ich hörte jemanden aus der Küche rufen, dann erklang die Stimme von Sergeant Dimera, dem Leiter des Einsatzteams. »Hey, Gillian. Das müssen Sie sich ansehen.«
    Schnell lief ich hinüber, stieß die Tür auf – und blieb wie angewurzelt stehen. Dann stieß ich einen leisen Fluch aus. Jetzt wusste ich, was ich gespürt hatte.
    Ryan war dicht hinter mir. »Oh Scheiße.« Mitten auf dem Linoleumboden der Küche lag Greg Cerise, Arme und Beine ausgebreitet wie der vitruvianische Mensch von da Vinci und umgeben von einem Kreis aus mit Blut gemalten Runen und Sigillen. Auf seiner Brust prangte das Symbol – so groß, dass es fast seinen ganzen Oberkörper bedeckte. Es war grob in die Haut geschnitten, wie mit einem Schlachtermesser. Mit meiner Andersicht erkannte ich tiefrote Klumpen arkanischer Macht, die sich um die Leiche wanden und in Wut und Hass suhlten. Alles war hastig erledigt worden, der Mord und auch die arkanischen Sigillen und Zeichen. Selbst wenn ich nicht erst vor ein paar Stunden mit Greg gesprochen hätte, wäre mir klar gewesen, dass in diesem Fall nicht mit der gleichen Sorgfalt und Präzision vorgegangen worden war wie bei den andern Opfern.
    »Ist sonst noch jemand im Haus?«, fragte ich Dimera, ohne den Blick von der Leiche abzuwenden. Es gab die Möglichkeit – wenn sie auch sehr gering war –, dass sich der Mörder noch in der Nähe befand.
    Dimera schüttelte den Kopf. »Niemand. Wir haben alles gesichert.«
    Ich stieß erneut einen leisen Fluch aus und schob meine Waffe zurück ins Pistolenholster. »Melden Sie das bitte der Zentrale. Und wir brauchen die Spurensicherung.«
    Dimera nickte und verließ die Küche. Hinter ihm klappte die Schwingtür zu. Ich konnte hören, wie er die Lage über Funk weitergab, während er in den Flur ging, um nach dem Rest seines Teams zu sehen. Ich hockte mich hin und betrachtete die blutigen Muster und Zeichen auf dem Toten.
    »Das sind nicht die gleichen Runen wie die, die ich bei der anderen Leiche gesehen habe«, erklärte ich und sah zu Ryan auf.
    »Wissen Sie, was sie bedeuten?«
    Ich warf noch einen Blick auf die Runen, die mit Blut auf den Boden gemalt worden waren, dann erhob ich mich und trat neben den Kopf des Toten, wobei ich mich sehr vorsah, nichts zu berühren oder zu verändern. »Ja. Es sind Schutzzeichen, wie man sie während einer Beschwörung benutzt.«
    »Also ist das unser Mann? Hat er eine Beschwörung verbockt?«
    Ich schüttelte den Kopf. »Nein, er ist es nicht.« Scheiße! »Ich habe erst vor ein paar Stunden mit ihm gesprochen, was bedeutet, dass er wahrscheinlich direkt danach getötet worden ist.« Ich fröstelte. »Es ist kein wirkliches Beschwörungsdiagramm. Es fehlen einige Teile. Hier ist absichtlich falsch gezeichnet worden, damit jemand, der sich damit auskennt, es begreift.« Ich rieb mir meinen verspannten Nacken.
    »Es ist eine Nachricht«, sagte Ryan ruhig. »An Sie.«
    Ich sah ihn scharf an. »Oder ein Test. Um herauszufinden, wie viel ich weiß, wie viel ich sehen kann.«
    Was daraus folgte, war äußerst beunruhigend. Er weiß, dass ich mit arkanischer Energie arbeiten kann. Was also wird sein nächster Schritt sein? Offensichtlich bin ich ihm auf den Fersen. Aber wenn ich schon so dicht an ihm dran war, warum hatte ich dann immer noch das Gefühl, blind herumzustolpern?
    »Kara! Ryan!«, rief Garner in dem Moment. »Kommen Sie, und sehen Sie sich das an!«
    »Gehen Sie«, sagte Ryan. »Ich bleibe hier und sorge dafür, dass niemand etwas verändert, bevor wir es dokumentiert haben.«
    Ich nickte, dann ging ich durchs Wohnzimmer und den Flur hinunter in Richtung von Garners Stimme. Sobald ich den Raum betrat, wusste ich, warum er so aufgeregt war. »Oh, wow.«
    Es war ein Atelier, in dem Greg offensichtlich die abschließenden Arbeiten an dem Comic durchgeführt hatte. Gerahmte Titelbilder der Serie hingen nebeneinander an den Wänden, die in wilden Mustern bemalt waren – grelle

Weitere Kostenlose Bücher