Von allen guten Geistern geküsst: Roman (German Edition)
weißt du das?«
»Ich bin ein Dämonenjäger«, erklärte Joe.
Kapitel 9
Eine Stunde, nachdem sie Delpha in ihrem Wohnwagen zurückgelassen hatten, saß Ethan noch immer bei Glenda auf der Sitzbank und lauschte der Geschichte der Guardia und ihrer berühmten Jäger. Ihm fielen schon fast die Augen zu vor Müdigkeit, und er hatte einen Drink nötig, aber sie ließ einfach nicht locker. Schließlich zog er einfach seinen Flachmann hervor.
»Nein«, wehrte Glenda ab.
»Nur einen«, meinte Ethan, »das macht mir den Kopf wieder klar.« Wenn er je einen Drink nötig gehabt hatte, dann jetzt.
»Ich habe etwas viel Besseres.« Glenda nahm ihm den Flachmann weg, bevor er reagieren konnte. »Bleib sitzen.«
Sie ging zum Schrank, nahm einen Kaffeebecher heraus, und Ethan stützte seinen Kopf in die Hände. »Tut mir leid, dass wir Tura nicht gekriegt haben, Mom.«
»Du hast dich gut geschlagen. Wir sind einfach aus der Übung.« Sie tat irgendetwas in den Becher, füllte mit Wasser auf, rührte um, stellte den Becher in die Mikrowelle und drückte einen Knopf. Dann lehnte sie sich gegen die Arbeitsplatte. »Wir müssen wieder in Form kommen, wir alle. Und du musst das ernst nehmen …«
»Das tue ich«, versicherte Ethan. »Nach der Geschichte heute Abend kannst du jede Wette eingehen, dass ich das ernst nehme. Wir brauchen einen Plan. Wir können nicht einfach so im Park herumlaufen …«
Die Mikrowelle gab ein Klingelsignal von sich. Glenda nahm den Becher heraus.
»… in der Hoffnung, über einen Dämon zu stolpern, damit wir ihn mit lateinischen Brocken bewerfen können.«
»Trink das.« Glenda rührte noch einmal schnell im Uhrzeigersinn um, dann entgegengesetzt, klopfte den Löffel fünfmal am Rand ab und reichte ihm den dampfenden Becher.
Er nahm ihn in die Hände und fühlte die Wärme in seine Haut eindringen.
»Trink«, befahl Glenda.
Ethan hob den Becher an die Lippen. Was immer es war, es duftete verlockend. Er nahm einen großen Schluck und fühlte, wie die Wärme durch seine Kehle und hinab in seinen Magen rann. Im nächsten Augenblick schoss er zur Tür, als die Flüssigkeit sich in ihm aufzubäumen schien und brodelnd wieder hochkam. Er schaffte es bis ins Freie, wo er sich vornüberbeugte und sich so heftig erbrach, dass er glaubte, seine sämtlichen Organe kämen mit herausgeflogen.
Er bemerkte Glenda neben sich, den Becher in der Hand, während er sich langsam wieder aufrichtete. Sie hielt ihn ihm erneut hin. »Trink noch mal.«
»Was ist das für ein Teufelszeug?«, verlangte Ethan zu wissen und starrte seine Mutter vorwurfsvoll an.
»Wir brauchen dich, Ethan. Wir brauchen dich bei vollen Kräften und nüchtern. Und wir haben nicht die Zeit abzuwarten, bis dein Körper das ganze Gift auf normalem Wege ausscheidet. Das hier treibt den Alkohol aus deinem System.« Sie hielt ihm den Becher hin. »Trink.«
Ethan schlug ihr den Becher aus der Hand, sodass er sich auf den Boden ergoss. »Sag mir nicht, was ich tun soll. Nicht wenn bei dir die Cocktailstunde von mittags bis Mitternacht dauert.« Er sah, wie sie zusammenzuckte, und fühlte sich elend. Langsam richtete er sich wieder ganz auf. »Tut mir leid. Tut mir wirklich leid. Sieh mal, ich bin ja jetzt auf deiner Seite, das mit den Dämonen, das habe ich begriffen. Ich werde einen Plan machen, wir werden die zwei, die jetzt frei sind, wieder einfangen, und dann werde ich alles überprüfen, das Sicherheitssystem, die Bahnen, die Statuen, ich werde jeden Zentimeter überprüfen. Aber wirf mir jetzt nicht vor, betrunken zu sein, nachdem ich fast von etwas umgebracht worden wäre, woran ich nicht mal glaube.«
Glenda kehrte stumm in ihren Wohnwagen zurück, und er folgte ihr und warf sich erschöpft auf die Sitzbank.
»Also«, begann er, darum bemüht, sich zu konzentrieren. »Ich will jetzt keine Vergangenheitsgeschichten mehr hören. Wo ist Ashley?«
»Ich habe Gus und Young Fred schon vor Stunden auf die Suche nach ihr geschickt.« Glenda stellte den Wasserkessel auf den Herd und zündete die Gasflamme darunter an, wobei sie Ethan den Rücken zuwandte. »Es ist schon spät. Alle Besucher sind fort. Keiner mehr da, den Tura besetzen könnte. Sie lässt Ashley wahrscheinlich einfach gehen.«
»Ashley ist verletzt«, stellte Ethan fest. »Sie wird sich wundern, wie das passiert ist.«
»Sie wird denken, dass sie einen Blackout hatte«, erwiderte Glenda und ging zum Abspülbecken. »Ashley ist nicht unser Problem.«
»Na gut«, gab Ethan
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