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Von allen guten Geistern geküsst: Roman (German Edition)

Von allen guten Geistern geküsst: Roman (German Edition)

Titel: Von allen guten Geistern geküsst: Roman (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Bob Mayer , Jennifer Crusie
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nach, denn er wollte nicht wieder streiten. »Also dann Tura und Fufluns . Wir haben Turas Urne. Und Gus wollte, dass Mab Fufluns’ Urnendeckel repariert.«
    Glenda nickte, ihm noch immer den Rücken zukehrend. »Du kannst ihn ihr morgen bringen. Im Keller des Wachturms ist eine Schablonenform, die ihr dabei von Nutzen sein kann. Geh mit Gus zusammen die Form holen, damit er sich auf den steilen Stufen nicht den Hals bricht.«
    »Gut«, willigte Ethan ein. »Schaust du mich irgendwann auch mal wieder an?«
    Sie wandte sich zu ihm um, mit grimmigem Gesicht, Tränen in den Augen. »Ich bin jetzt seit vierzig Jahren eine Guardia . Ich habe immer in diesem Park gelebt, bin hier Patrouille gegangen, habe die Statuen überprüft, habe vierzig Jahre lang dafür gesorgt, dass alles sicher ist. Mir steht es bis oben, aber es ist kein Job, den man kündigen kann. Ich werde bis zu meinem Tod eine Guardia sein.«
    »Mom …«
    »Ich habe alles zusammengehalten, als Delpha und Gus älter wurden, und habe Aufgaben von ihnen übernommen. Ich habe alles zusammengehalten, als Old Fred starb und Young Fred durchdrehte, weil er seinen Dienst übernehmen musste. Ich habe vierzig Jahre lang alles zusammengehalten, als dein Vater starb und dieser betrunkene Sack von Hank berufen wurde, an seine Stelle zu treten. Und dann fuhr er gegen den Baum, und wir hatten gar keinen Jäger mehr, und trotzdem habe ich alles zusammengehalten.«
    Ethan schwieg, denn er wusste, dass sie das endlich einmal loswerden musste.
    »Und jetzt bist du berufen worden, und wie gehst du damit um? Du beschimpfst mich. Glaubst du, ich wüsste nicht, dass dieser Trank deine Probleme nicht löst? Was auch immer der Grund dafür ist, dass du dich jeden verdammten Abend ins Koma säufst, ein bisschen magischer Tee kann das nicht in Ordnung bringen. Aber es hätte deinen Körper und deinen Geist gereinigt, und dann könnte dir vielleicht der Dienst bei der Guardia ein wenig bei dem helfen, was du versuchst, mit dem Trinken wegzuschieben. Ich musste es tun, Ethan, denn als ein Trunkenbold bist du nur eine Last mehr, die ich mitzuschleppen habe, neben Delpha und Gus und Young Fred. Also komm mir nicht damit, dass du glaubst, hier übernehmen zu können. Solange ich nicht sicher bin, dass du nüchtern bist, wenn deine Zeit dazu gekommen ist, kann ich es dir nicht überlassen. Solange du nicht trocken bist oder ich sterbe, solange bin ich als Führerin in der Pflicht.«
    »Ich bin nicht betrunken«, wandte Ethan ein und empfand das dringende Bedürfnis nach einem Drink.
    Glenda sah ihn müde an. »Was ist mit dir passiert, Ethan? So warst du noch nie.«
    Ethan schüttelte abwehrend den Kopf. »Nicht wichtig …«
    »Doch, das ist es.« Glenda verschränkte die Arme vor ihrer Brust. »Es ist wichtig, weil du jetzt zur Guardia gehörst, und es ist wichtig, weil ich deine Mutter bin. Hör auf, eine Mauer gegen mich aufzubauen. Was, zum Teufel, ist mit dir passiert ?«
    Ethan zögerte. Dann ließ er zum ersten Mal die Deckung fallen. »Wir waren auf Erkundungsmarsch. Ein halbes Team. Sechs Mann. Oben in den Bergen. Wir sollten keine Feindberührung herbeiführen. Aber das hat den Taliban niemand gesagt. Sie attackierten uns aus dem Hinterhalt. Drei von uns waren sofort tot, von einer Maschinengewehrgarbe in Stücke gerissen … dann, eine Rakete …« Er holte tief Luft. »Mein Mannschaftsführer …« Wieder hielt er inne, als sich die Szene vor seinem geistigen Auge abspielte, das Grauen sich wieder auf ihn senkte … »Mein Mannschaftsführer hatte keine Deckung, wurde angeschossen. Und sie schossen immer weiter auf ihn, in seine Beine, spielten mit ihm. Ich zog meine kugelsichere Weste aus und warf sie über seine Beine.«
    »O Ethan «, stieß Glenda hervor. »Ich …«
    »Dann wurde ich getroffen. Hier.« Ethan berührte seine Brust über dem Herzen. »Im Feldlazarett bin ich wieder aufgewacht. Ich war der einzige Überlebende, und sie staunten, dass ich überhaupt noch lebte, denn die Kugel steckte nahe am Herzen fest. Die Ärzte sagten, es wäre unmöglich, sie da herauszuholen, ohne mich dabei umzubringen, und dass sie wahrscheinlich weiterwandern würde und ich sterben würde, noch vor Ende des Jahres. Also …«
    Glenda war bei seinem Bericht bleich geworden, hatte sich schwer auf die Bank fallen lassen und sah ihn mit Tränen in den Augen an. »Die Kugel steckt noch immer in dir?«
    »In meiner Brust. Wo mir jeder einen Schlag darauf versetzt, warum auch immer.« Er

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