Von allen guten Geistern geküsst: Roman (German Edition)
mein Mädchen. Ich habe gesehen, dass meine Kondome weniger geworden sind. Du hast keine Wasserballons gebastelt, oder?«
Mab holte tief Luft. »Ich war von einem Dämon besessen.«
Cindy fuhr zurück. » Wow , so gut war er?«
»Nein«, entgegnete Mab. »Na ja, irgendwie schon, aber …«
Cindy hob die Hände. »Du hast so was wie den Lotteriehauptgewinn im Leben gezogen. Roboterclowns und Legenden, die wahr werden, und jetzt auch noch einen Dämon im Bett. Ich dagegen mache schon fünfzehn Jahre lang Eiscreme, und mir ist noch nie so was passiert.«
Mab stutzte. »Fünfzehn Jahre?«
Cindy nickte. »Ich arbeite schon länger als fünfzehn Jahre in Dreamland , aber mit achtzehn habe ich angefangen, Eiscreme zu machen. Und in diesen fünfzehn Jahren habe ich nie solche Dinge erlebt wie du in den letzten drei Tagen.«
»Du bist schon fünfzehn Jahre lang hier? Und hast nie etwas von den Dämonen bemerkt?«
»Na ja, einmal habe ich geheiratet und bin nach Columbus gegangen. Aber ich habe nur bei McDonalds einen Job gekriegt, und das war nicht das Gleiche. Also bin ich wieder hierher zurückgekehrt. Und vor etwa fünf Jahren hat mir ein schickes Restaurant in Cincinnati angeboten, nur für sie Eiscreme zu machen, also ging ich hin, aber nach zwei Monaten war ich wieder hier. Die mochten meine Eiscreme, aber ich wusste, dass da etwas nicht stimmte. Nur hier gelingt mir wirklich meine beste Eiscreme. Das ist für mich wie das Restaurieren von Vergnügungsparks für dich. Wenn du mal rausgefunden hast, wozu du bestimmt bist, dann musst du das machen.«
»Aha«, machte Mab. »Und hast du das mit dem Dämon überhört?«
»Joe, der dämonische Supermann?«, fragte Cindy.
»Nein, echte Dämonen. Es gibt wirkliche Dämonen im Park.«
Cindy sah sie verwirrt blinzelnd an.
»Sie sind echt. Dämonen. Wirkliche Dämonen. Von einem war ich gestern Abend besessen. Erst war er in Ashley. Sie klopfte hier an die Tür, und ich ließ sie rein, und dann fuhr der Dämon aus ihr heraus und in mich hinein und versuchte, mein Herz und meine Atmung zu lähmen. Die sind echt. Und Joe weiß darüber Bescheid. Er ist hier, um Jagd auf sie zu machen. Und Delpha und Glenda und Gus, die sind Guardia , die …«
Cindy zog sich einen Tritthocker heran und sank darauf nieder. »Dämonen.«
»Die sind echt. Ich schwöre, es sind echte Dämonen. Sie fahren in die Leute hinein. Die können in jedem stecken. Vielleicht auch in dem Brillen-Kerl an der Theke. In jedem .«
Ihre Stimme wurde ein wenig schrill, und Cindy erhob sich und schob ihr den Tritthocker hin.
»Ich bin immer noch ziemlich aufgeregt«, meinte Mab und hockte sich darauf.
»Das kann ich … tja«, stammelte Cindy. »Dämonen. Okay.«
»Glaubst du mir?«
»Ich glaube, du bist der einzige Mensch, dem ich glauben würde. Mit dir geht die Fantasie nicht durch … du alberst nicht herum. Wenn du sagst, dass es hier Dämonen gibt, dann gibt’s hier Dämonen. Wow . Tja, und was jetzt?«
»Ich muss mit Delpha reden.« Mab nickte entschlossen. »Sie hat versucht, mir von ihnen zu erzählen, aber ich wollte nicht zuhören. Jetzt werde ich zuhören.«
»Gut.« Cindy nickte ebenfalls. »Delpha ist gut. Sprich mit ihr. Und merke dir alles gut, und komm dann wieder hierher, um es mir zu erzählen, denn das ist wirklich …«
»Unglaublich?«
»Aufregend«, meinte Cindy. »Na ja, weißt du, so lange niemand sterben muss, natürlich, oder so was.«
»Karl der Tote«, sagte Mab.
»Sonst niemand«, verbesserte sich Cindy. »Und sieh’s mal positiv: Du schläfst mit einem Dämonenjäger.«
»Tja«, meinte Mab.
»Und was hast du daran auszusetzen?«
»Er hat mich angelogen. Na ja, er hat mich nicht angelogen, aber er hat mir nicht gesagt, dass er ein Dämonenjäger ist. Das ist doch ein starkes Stück.«
Cindy runzelte die Stirn. »Ich finde nicht, dass das etwas ist, was man einer Frau erzählt, wenn man sie ins Bett kriegen will.«
Mab bedachte das. »Ein Punkt für dich. Aber …«
»Hat er gesagt: ›Ich bin kein Dämonenjäger‹?«
»Nein.«
»Hat er gesagt, dass er was anderes wäre?«
»Nein.«
»Und er ist gut im Bett.«
»Ja«, antwortete Mab.
»Also, vielleicht solltest du in dem Fall deine Ansprüche ein bisschen runterschrauben«, meinte Cindy.
Emily klopfte von draußen an die Tür und rief: »Cindy?« mit einer hohen, zittrigen Stimme, die ausdrückte: »Hilfe«, sodass Cindy die Tür öffnete und sich noch einmal kurz zu Mab umdrehte.
»Ich helfe dir, so
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