Wächter der Macht 01 - Intrigen
nachzugehen.
»Hätten Sie gern ein Autogramm?«, fragte Luke.
»Nein, vielen Dank. Gehen Sie weiter.« Der desinteressierte Offizier nahm als Nächstes Maras Identikarte entgegen.
Drei Plätze weiter hinten in der Schlange wartete ein Pärchen, das eine bemerkenswerte Ähnlichkeit mit Han Solo und Leia Organa hatte, so wie sie Jahrzehnte zuvor ausgesehen hatten, zur Zeit der Schlacht um Yavin. Alles stimmte, bis hin zu Leias weißem Senatorinnengewand und der Frisur mit den Haarknoten an den Seiten. Die CorSic-Frau schaute skeptisch auf den Bildschirm vor sich und fragte: »Jiyam Solo?«
»Das ist richtig«, sagte der Han-Imitator: seine Stimme war volltönender, theatralischer als die des echten Han.
»Irgendwelche verwandtschaftlichen Beziehungen?«
Der Imitator schüttelte den Kopf. »Ich habe meinen Namen aus beruflichen Gründen geändert.«
»Bringt das was?«
»Ich kriege jede Menge Arbeit. Hier drehen wir ein biografisches Holodrama über die Solos, mit zwei verschiedenen Schlüssen, je nachdem, auf welcher Seite er in dem bevorstehenden Konflikt steht.«
Unmittelbar hinter ihm täschelte die Leia-lmitatorin auf ihren rechten Haarknoten und sprach mit dem Mann, der in der Schlange vor ihr stand. Über den Lärm der Menge hinweg konnte Luke ihre leisen Worte kaum verstehen: »Nein, wir sind nicht verheiratet, aber ich habe schon mit ihm gearbeitet. -Nun ja. vielleicht. Wo steigen Sie hier ab?«
Mara stieß Luke von hinten an. »Beweg dich. Kurzer. Ich bin durch die Zollkontrolle.«
Luke hob seine Tasche auf und ging auf den Ausgang des Raumes zu. durch den andere Besucher von Corellia hereinströmten. Nun, da das Gehäuse seines Lichtschwerts durch ein unscheinbareres und die Energiequelle durch eine wesentlich schwächere ersetzt worden waren, ähnelte es eher einem Glühstab und war durch den Zoll gegangen, ohne dass irgendwer auch nur eine Augenbraue gehoben hätte, genau wie Maras. Die richtigen Gehäuse und Energiequellen, die separat verschifft worden waren, würden an ihren jeweiligen Zielorten auf sie warten. »Es hat spektakulär funktioniert«, sagte er.
»Das stimmt. Ich finde, die Schauspieler für die verschiedenen anderen >Rollen< zu engagieren, war unser Ass im Ärmel. Zu schade, dass dein Chewbacca nicht kommen konnte.«
Luke zuckte die Schultern. »Man kann nicht immer einen Wookiee auf den letzten Drücker bekommen. Besonders, wenn man sein Fell färben und trimmen muss. Dennoch.« Er ließ einen gespielten, kummervollen Tonfall in seine Stimme schleichen. »Dennoch finde ich, dass ich einen ziemlich guten Luke Skywalker abgebe.«
»Natürlich tust du das«, sagte Mara, und ihr Ton war besänftigend, nur eine Winzigkeit von Gönnerhaftigkeit entfernt.
»Also, bevor du angefangen hast, Mara zu imitieren, wie war da deine richtige Haarfarbe?«
»Bauernbursche, du bettelst geradezu nach einer Tracht Prügel.«
Außerhalb der Zollbehörde posierten sie für ein Holokam-Bild mit zwei Touristen, die entzückt waren, Jedi-Imitatoren zu treffen. Sobald die Touristen fort waren, küssten sich Luke und Mara, streiften die Kapuzen ihrer Reisegewänder über und gingen getrennter Wege.
Mara holte den Luftspeeder ab. den sie unter dem Decknamen gemietet hatte, und düste in Richtung einer Reihe von Treffen davon, bei denen sie sich Ausrüstung und Informationen verschaffen würde, die sie für ihre Mission brauchte. Luke, dessen Tagwerk ebenso drängend, aber zeitlich nicht so kritisch war. winkte einen öffentlichen Transport-Landspeeder zu sich herunter und dirigierte ihn zu einer Adresse in einem Bereich der Regierungsdistrikte von Coronet, wo weniger Verkehr herrschte.
Das Gebäude, das sein Ziel darstellte - eigentlich drei Gebäude weiter unten als die Adresse, die er dem Fahrer genannt hatte und wo er den Transporter verließ -, war von schlichter Bauart und erfreute das Auge. Die linken und rechten Flügel waren sehr niedrig, nur ein Stockwerk hoch, stiegen zur Mitte hin jedoch in einer steilen Kurve an, sodass das Zentrum aus einer schmaler werdenden Spitze von mehreren Stockwerken Höhe bestand. Das gesamte Gebäude war aus Durabeton, braunschwarz gesprenkelt, abgesehen von den Türen und Fenstern aus grünem Transparistahl. Das Gebäude stand gute fünfzig Meter von der Straße zurückgesetzt, das Grundstück verziert mit dunkelgrünen Grasflächen, die durch schmale braune Durabetonwege voneinander abgetrennt wurden, und war zur Gänze von einem Zaun aus blauschwarzen
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