Wanderungen durch die Mark Brandenburg
Jahre weniger 5 Monate.«
Dieser Georg Adam von Pfuel, der in der noch zugänglichen Gruft der Buckower Kirche ruht, machte während des Dreißigjährigen Krieges unter seinem berühmteren Oheim Adam von Pfuel die Kriegsschule durch. Er kommandierte später selbständig, war ein Zeitgenosse Sparrs, Görtzkes, Derfflingers, und zeichnete sich während des polnischen Krieges und bald darauf während des Zuges nach Holstein aus. Die glänzendste Zeit des Großen Kurfürsten erlebte er nicht mehr. Außer der Herrschaft Buckow besaß er die Dörfer Dahlem und Marzahn in der Nähe von Berlin. Sein Bildnis befindet sich in Jahnsfelde.
Durch die Tochter Georg Adams, die den später in sächsischen und preußischen Diensten so berühmt gewordenen Feldmarschall Heino Heinrich von Flemming heiratete, kam Buckow an die Flemmings, die es also seit ungefähr zweihundert Jahren besitzen. Nach anderer Angabe war der Feldmarschall von Flemming ein Sohn aus der Ehe der Pfuelschen Erbtochter mit einem Flemming.
Wilkendorf
Wilkendorf, eine halbe Meile nördlich von Strausberg, ist seit vor 1536 im Besitze der Pfuels. Das reizend am Abhang gelegene, auf eine Talwiese niederblickende Herrenhaus ist neu und unter den mannigfachen Kunstschätzen desselben befindet sich nichts, was bis in frühere Jahrhunderte zurückreichte. Einige ältere Familienporträts sind ohne Belang.
Die Kirche ist alt und zeichnet sich durch einen mit Geschmack und Pietät restaurierten Schnitzaltar aus. Interessanter noch als dieser ist der aus einem großen Granitblock ausgemeißelte Taufstein, der vor dem Altar steht. Er ist ungewöhnlich groß und hat über drei Fuß Höhe bei zwei Fuß Durchmesser. Solche granitnen Taufsteine waren in der ersten Zeit der Christianisierung des Landes sehr häufig; allerorten auf den Feldern umherliegende Rollsteine, wie sie das Material zu den Kirchen selber boten, wurden ausgehöhlt und die »Taufe« war fertig. Die Bearbeitungskunst bleibt aber unter allen Umständen erstaunenswert, wenn man erwägt, wie geringe technische Hilfsmittel damals zu Gebote standen. Jetzt begegnet man solchen »Taufen« nur sehr selten noch.
Gielsdorf
Gielsdorf – durch den schönen Ihlandsee von Wilkendorf getrennt – ist seit vierhundert Jahren im Besitze der Familie. In einen der alten Kirchenpfeiler wurde, mit Bezugnahme darauf, eine Steintafel eingemauert, die folgende Inschrift trägt: »Zur Erinnerung an die 1460 unter Churfürst Friedrich geschehene Belehnung des Werner Pfuel mit Gielsdorf und an den vierhundertjährigen Besitz seiner Erben. Gustav von Pfuel, 1860.«
Auch in der Gielsdorfer Kirche befindet sich ein ausgemeißelter Taufstein, doch ist derselbe ersichtlich aus späterer Zeit, nicht so groß wie der Wilkendorfer und, statt in Granit, in bloßem Kalkstein (wahrscheinlich aus dem benachbarten Rüdersdorf) ausgeführt. In Front trägt der Stein ein flach gearbeitetes Kreuz, und als Umschrift um dasselbe, in Form eines Kranzes, die Worte: NON GLORIOR NISI IN CRUCE DOMINI.
Die Emporen der alten Kirche ruhen auf kurzen, grobgeschnitzten Holzpfeilern; in einen derselben sind die Worte eingeschnitten: BERTRAMB V. PFUEL. ANNO MDCX. Dieser Bertramb von Pfuel war ein Vetter Kurt Bertrams von Pfuel, der während des Dreißigjährigen Krieges eine Rolle spielte und auf den wir weiterhin zurückkommen.
Unter dem Altar der Gielsdorfer Kirche soll ein anderer Pfuel (Christian Friedrich) bestattet sein. Eine Stückkugel riß ihm, beim Sturm auf Kaiserwerth, den Kopf weg und Rumpf und Glieder wurden in Gielsdorf begraben. Das war 1702. Er war Oberst in einem Infanterieregiment. Sein Bild befindet sich in Jahnsfelde. Ein Spruch in der Jahnsfelder Kirche gedenkt sein. Dieser von Friedrich de La Motte-Fouqué herrührende Spruch lautet:
Italien hat und Niederland
Den edlen Kämpfer oft geschaut.
In vieler wilden Schlachten Brand
Hat er das Feld mit seinem Blut betaut.
Als letzter Kranz ward ruhmvoll ihm beschert
Zu sterben, vorbewußt im Sturm auf Kaiserswerth.
Dieses »vorbewußt« bezieht sich auf folgenden Vorfall, der als Tradition in der Familie fortlebt. Am Tage vor dem Sturm auf Kaiserswerth will Pfuel in sein Zelt treten. Die vor dem Zelt stehende Schildwache salutiert nicht, erblaßt aber und zeigt nur auf das Innere des Zelts. Pfuel tritt jetzt ein und sieht sich selber, schreibend, am Tische sitzen. Er tritt hinter die Gestalt, blickt dem ruhig Weiterschreibenden über die Schulter und liest sein
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