Wanderungen durch die Mark Brandenburg
ernst, prononziert martialisch. Er zählt zu den bekanntesten Mitgliedern der Familie. Adam von Pfuel wurde 1604 geboren. Er folgte 1620 seiner Schwester, einer Hofdame Marie Eleonorens, bei Vermählung dieser mit Gustav Adolf, nach Stockholm. Diese Schwester heiratete später den berühmten Banér und wurde die Ahnmutter des gleichnamigen Geschlechts. Ihr Bruder, unser Adam von Pfuel, trat als Page bei Gustav Adolf in Dienst, begleitete ihn nach Deutschland und brachte, nach der Lützener Schlacht, des Königs Leiche von Weißenfels nach Stettin, von wo sie nach Stockholm eingeschifft wurde. Seine nahen, schon angedeuteten verwandtschaftlichen Beziehungen zu Banér machten es, daß er auch in der Folge der Partei dieses wüsten aber genialischen Feldherrn zugehörte. 1634 führte er zuerst, als Kommandeur eines Regiments, einen selbständigen Zug nach Thüringen hin aus und deckte die Flanke des Heeres. Auf diesem Zuge war es, wo sich der damals noch jugendliche Derfflinger seine ersten Sporen im Pfuelschen Regiment verdiente. Später stieg Pfuel zum Avantgardenführer des schwedischen Heeres auf und eroberte sich als solcher den allerdings zweifelhaften Ruhm, achthundert böhmische Dörfer niedergebrannt zu haben. Nach Banérs Tode war es Pfuel, der, in Gemeinschaft mit einigen anderen Kriegsobersten, die Schlacht bei Wolfenbüttel schlug. Er stand damals hoch genug in Ansehen, um hoffen zu dürfen, das Oberkommando werde ihm übertragen werden. Er scheiterte aber, weil er Ausländer war, und Torstensson (ihm freilich hoch überlegen) erhielt den Oberbefehl. Als ihm auch Lilljehoek vorgezogen wurde, nahm er den Abschied. Dies war 1642. Wo er von da ab bis 1652 war, ist unbekannt. In späteren Jahren kaufte er sich die Güter Helfta und Polleben im Mansfeldischen und gründete eine neue Linie. Auf seinem Bilde in Jahnsfelde trägt er die goldene Kette, die ihm Gustav Adolf geschenkt hatte. Er starb als schwedischer Generalleutnant 1659 zu Polleben. Hat auch in der Jahnsfelder Kirche Schild und Spruch.
6. Kurt Bertram von Pfuel. Brustbild. Dieser Kurt Bertram war kurbrandenburgischer General-Kriegs-Kommissar während des Dreißigjährigen Krieges, und wurde von seiten George Wilhelms mehrfach zu diplomatischen Sendungen verwandt, namentlich an Wallenstein, als dieser zuerst an den Grenzen der Mark erschien. Unser Kurt Bertram war damals »Kammerjunker«. Seine erste Mission an Wallenstein fällt in das Frühjahr 1626. Es scheint, daß er den Friedländer in Halberstadt traf und ihn im Auftrage des Kurfürsten zu bitten hatte, nicht in die Mark einzurücken. Wallenstein antwortete: »So wahr ich ein ehrlicher Mann bin, will ich dem Kurfürsten kein Widriges erweisen, nur bitte ich ihn um Gottes Willen, die Mansfeldsche Armee (die in der Priegnitz hauste) auszuschaffen, sonst muß ich nachrücken, um den Feind zu suchen, wo ich ihn treffe.« Im August traf Wallenstein mit sechzehn Regimentern in Kottbus ein. Der Kurfürst hatte den später so berühmt gewordenen Konrad von Burgsdorf zum Marschall bei ihm bestellt, und es verlautet nicht, daß unser Kurt Bertram bei dieser Gelegenheit weitere Verhandlungen mit Wallenstein gehabt habe. Er war indessen einige Wochen vorher in Kottbus gewesen, um, gemeinschaftlich mit einem von Rochow, die Empfangsvorbereitungen zu regeln. Kurt Bertram sah den Friedländer erst später wieder, und wie es scheint, unter ziemlich mißlichen Umständen. In Prag, als er dem Gefürchteten eine Vorstellung zu überreichen hatte, fuhr ihn dieser an: »Ich werde schiefericht (etwa das, was wir heute »nervös« nennen würden), wenn ich solche Schriften sehe«, und im Juni 1628 berichtete Pfuel von Frankfurt a. O. nach Berlin: »er habe den General nicht sprechen können, denn dieser habe just seinen Schiefer gehabt, und nicht nur kurz vorher den Sekretär, den Kammerdiener und Edelknaben abprügeln lassen, sondern auch das Glockenläuten verboten und zugleich befohlen, alle Hunde von der Gasse zu schaffen.« Diese Missionen, wie wir hieraus genugsam ersehen können, waren verantwortungsvoller Natur und forderten ihren Mann.
Kurt Bertram, dessen Bruder (Adam) und Neffe (Georg Adam) direkt in schwedischen Diensten standen, gehörte selbstverständlich der Anti-Schwarzenbergschen Partei zu. Schwarzenbergs Einfluß setzte es schließlich durch, daß Kurt Bertram seiner Ämter enthoben und seine Güter eingezogen wurden. Nach dem Tode Kurfürst George Wilhelms aber wendete sich das Blatt; er erhielt
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