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Wanderungen durch die Mark Brandenburg

Wanderungen durch die Mark Brandenburg

Titel: Wanderungen durch die Mark Brandenburg Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Theodor Fontane
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Johannes 3. Anno Domini 1592 den 13. Dezember. Hier ruhet... die viel tugendreiche Hippolyta von Uchtenhagen in Gott seliglich entschlafen.« Hippolyta, dem Bilde nach etwa vierzig Jahr, war eine ledig gebliebene Schwester von Hans von Uchtenhagen.
     
    14 Die drei Strophen, die den Zug schildern, sind folgende:
     
    Der Führer ritt einen Scheckenfuchs,
    Er ritt ihn kurz auf Trense,
    Dann folgten die Schützen; dann ackerlich Volk
    Mit Sichel und mit Sense.
     
    Die Schützen trugen manch Rüstungsstück
    Mit Scharten und mit Beule,
    Zuletzt nachrückte das Corps d'Armée
    Mit Knittel und mit Keule.
     
    Im Ganzen waren es fünfzig Mann
    In Rotten zu sechs und sieben,
    Nur der Mann der Fakten, des fait accompli,
    War ruhig zu Hause geblieben.
     
    15 Der schönste See derart im nördlichen Deutschland war vielleicht der Jordansee auf der Insel Wollin. Still, dunkel, einsam, von Kiefern eingeschlossen, lag er da. Braune, halbverfaulte Baumstämme überragten hier und da seine Fläche, so daß es war, als richteten sich Krokodile auf und sögen mit zurückgebogenem Kopf die Nachtluft ein. Die Blätter und Stiele der Nymphäen machten den See unpassierbar. Guter Wille und wenig Geschmack haben dies kostbare Stück Natur zerstört. Die Baumstümpfe sind fort und die Nymphäen auch. Statt ihrer ist ein Kahn da, der nun über die glatte, prosaisch gewordene Fläche hingleitet, als wär' es ein See wie jeder andere.
     
    16 Zu Anfang des vorigen Jahrhunderts scheint die Mehrzahl aller Rittergüter des Kreises in Händen der Barfuse gewesen zu sein, da es heißt, daß auf einem 1720 abgehaltenen Kreistag nur zwei Stimmen nicht barfusisch gewesen seien. Diese zwei waren: von Jena und von Pfuel.
     
    17 Dies Werk »Einleitung zur Kenntniß der englischen Landwirthschaft« ist allerdings teilweis eine Kompilation, aber es ist keine Übersetzung. Thaers Arbeit ist aus der gründlichen Kenntnis und Benutzung von mehr als hundert englischen Werken hervorgegangen. Die englische landwirtschaftliche Literatur lieferte ihm das Material, eine Fülle von Details; das Zusammenfassen, Ordnen, Aufbauen, das Licht hineintragen in das Chaos, ist Thaers Verdienst.
     
    18 Das »Institut«, nachdem es noch im Jahre 1856 das fünfzigjährige Fest seines Bestehens gefeiert harre, ist bald darauf eingegangen. Es war das, bei total veränderten Zeitverhältnissen, das Verständigste, was geschehen konnte. Der damalige Besitzer von Möglin, Landesökonomierat A. Thaer, hatte die Akademie wie eine Ehrenerbschaft angetreten und hielt es, durch dreißig Jahre hin, für seine Pflicht, die Schöpfung seines Vaters, selbst mit Opfern, aufrechtzuerhalten. Es kam aber endlich die Zeit, wo das Gefühl, durch ähnliche Institute, die der Staat mit reichen Mitteln ins Leben gerufen hatte, überflügelt zu sein, sich nicht länger zurückweisen ließ und wo die Wahrnehmung eines wachsenden Mißverhältnisses zwischen Aufgabe und Opfer endlich den Rat eingab, diese Opfer einzustellen. Und so wird denn der Mögliner Akademie nicht nur das Verdienst bleiben, als erstes Institut derart und als Muster aller folgenden in Deutschland dagestanden zu haben, es wird sich zu diesem Verdienst auch noch die Ehre gesellen: zu rechter Zeit vom Schauplatz abgetreten zu sein. 773 Landwirte haben im Laufe eines halben Jahrhunderts ihre wissenschaftliche Ausbildung in Möglin empfangen, und was die Landwirtschaft in unseren alten Provinzen jetzt ist, das ist sie zum großen Teil durch Thaer und seine Schule. Natürlich sind »die Jungen immer klüger als die Alten« und der »überwundene Standpunkt« spielt auch hier seine Rolle. Aber selbst unter den Fortgeschrittensten wird niemand sein, der undankbar genug wäre, die schöpferische Bedeutung Thaers und mittelbar auch seiner Akademie in Zweifel zu ziehen.
     
    19 Etui und Kugel existieren noch und werden, unter andern Erinnerungsstücken der Art, auf dem Stadtschloß zu Potsdam gezeigt. Das Etui (Gold und Emaille) hat die Form einer Schachtel und steckt in einem mit Samt gefütterten Gehäuse. Die Kugel ist ganz platt gedrückt.
     
    20 Es war dies eine Fülle von Dingen. Vieles, namentlich Bilder und Stiche, hatte er in früheren Jahren in England gekauft, anderes rührte aus der Zeit seiner Ansbach-Bayreuther Verwaltung her. Es ist bekannt, mit welchem Eifer er die Archive jener Landesteile durchforschen ließ; von allem nahm er Abschrift. Eins der wichtigsten Resultate dieser Untersuchungen war die Auffindung der

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