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Wanderungen durch die Mark Brandenburg

Wanderungen durch die Mark Brandenburg

Titel: Wanderungen durch die Mark Brandenburg Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Theodor Fontane
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ein für allemal geschlossen. (Nach Aussa-
    gen solcher übrigens, die bei dieser Umbettung ihn
    sahen, wäre seine frühere Kleidung: einfaches Wams
    und schwarze Hosen, noch sehr wohl erkennbar ge-
    wesen.)
    Mit Worten Paulis aber, des ersten Derfflingerschen
    Biographen, nehmen wir Abschied von unsrem Hel-
    den: »Er erreichte das höchste Alter in höchsten Eh-
    ren. Das Alter allein hat keinen Anspruch auf unsere
    Ehrerbietung, aber wo wir Weisheit und den Sieg der
    Vernunft über Leidenschaft und Vorurteil mit ihm
    gepaart finden, da wird es uns ehrwürdig und lie-
    benswert. Alles dies verband Derfflinger mit einer
    ungeheuchelten Gottesfurcht. Er unterhielt dieselbe
    durch Johann Arnds ›Wahres Christentum‹, das er
    sich fleißig vorlesen ließ. Unschuld und fromme Sitte
    bereiteten ihn sein Leben lang auf jenen Augenblick
    des Todes vor, der ein Schrecken der Gottlosen, aber
    die Zuversicht und der Frieden der Frommen ist.«

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    1. Derfflinger-Portraits befinden sich im Potsda-
    mer Stadtschloß, im Feldmarschallssaal des
    Kadettenhauses und im Besitz Seiner Kaiser-
    lich-Königlichen Hoheit des Kronprinzen. Ein
    viertes (ebenfalls ein Derfflinger zu Pferde)
    befand sich in der Spandauer Straße, im
    »Pötterschen Hause«, Ecke der Parochialstra-
    ße. Graf Lippe, dem ich diese Notiz entneh-
    me, spricht die Vermutung aus, daß es aus
    dem Stadtschlosse des Feldmarschalls Frei-
    herrn von Sparr, der in der genannten Straße
    ein jetzt zum Hauptpostamt gehöriges Haus
    besaß, hierher gelangt sein könne. Neben
    diesen Ölbildern kommen ein im Kupferstich-
    cabinet befindlicher Stich und eine vom kur-
    fürstlichen Medailleur Höhn herrührende,
    schon erwähnte Medaille in Betracht. Sie wird
    in der Königlichen Medaillensammlung aufbe-
    wahrt und wurde vom Historienmaler Profes-
    sor Kretschmer für sein bekanntes Ölgemälde
    »Landung des Großen Kurfürsten auf Rügen«
    benutzt. Der weiße Dragonerrock Derfflingers
    befindet sich im Königlichen Zeughause.

    2. So find ich in dem Derfflinger-Aufsatze Graf
    Lippes, der seinerseits eine beglaubigte Kopie
    Pastor Baltzers in Gusow benutzte. Weshalb
    ich mir auch keine Änderung erlaubt habe.
    Täuscht mich indessen mein Gedächtnis nicht,
    so muß es heißen: zwanzig Schuh ins Licht zu
    verlängern.. Ein Gebäude hat soundso viel
    Fuß »im Lichten«, im Gegensatz zu dem Ge-

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    bäudebrutto, wo die Dicke der Mauer mitge-
    rechnet wird.

    Schloß Friedersdorf

    Ich kenne die Türme, die Zinnen,
    Die steinerne Brücke, das Tor.

    In der Nähe von Gusow liegt Friedersdorf, seit Ende
    des siebzehnten Jahrhunderts im Besitze der Familie
    von der Marwitz.1)
    Vom Städtchen Seelow aus erreicht man es in einer
    Viertelstunde. Die Landschaft ist reizlos, im wesentli-
    chen auch das Dorf, und erst in der Mitte desselben,
    wo wir die Parkbäume, die bis dahin den Hintergrund
    des Bildes bildeten, in einem flachen, weit gedehnten
    Teiche sich spiegeln und die weißgrauen Wände des
    Schlosses durch das ziemlich dichte Laubwerk hin-
    durchschimmern sehen, wird es uns leichter ums
    Herz. Und jetzt noch eine Biegung, und durch eine
    von zwei Obelisken gebildete Einfahrt hin führt uns
    unser Weg bis vor die gastlich geöffnete Tür.
    Das Friedersdorfer Herrenhaus ist so recht das, was
    unsere Phantasie sich auszumalen liebt, wenn wir
    von »alten Schlössern« hören. Die Frage nach dem
    Maß der Schönheit wird gar nicht laut; alles ist cha-

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    raktervoll und pittoresk, und das genügt. Auch hier.
    Die Front- und Seitengiebel sind staffelförmig mit
    Türmchen besetzt, und die hohen und deshalb
    schmal erscheinenden Fenster mit ihren desto breite-
    ren Pfeilern dazwischen steigern nur den Eindruck
    des Eigentümlichen und geben ein Ansehen von Halt
    und Festigkeit. Rosenbäume wachsen über die Glas-
    tür hinaus, die von der Halle her in Park und Garten
    führt, vor der Front des Hauses aber, inmitten eines
    von Kieswegen umzirkten und von mächtigen alten
    Kastanien überschatteten Grasplatzes, stehen ein
    paar gußeiserne Böller und mahnen an den kriegeri-
    schen Geist, der hier durch viele Generationen hin
    lebendig war.
    Wir betreten das Haus und verwundern uns über
    seine Raumfülle. Das macht, es stammt noch aus
    jener vornehmen Zeit her, wo man die vorhandene
    Gesamträumlichkeit in wenige imposante Gemächer
    teilte, statt sie wie jetzt in zahllose Stuben und Stübchen hotelartig zu verzetteln. Die Baumeister waren
    damals noch bei keinen

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