Wanderungen durch die Mark Brandenburg
Schöning
1400
"
Oberst Förgel
1400
"
1166
Oberst von Pöllnitz
500
"
16900
Mann
Reiterei
Feldmarschall Fürst von Anhalt
600 Mann
Feldmarschall von Derfflinger
600
"
General der Reiterei Prinz von Hom-
600 "
burg
General der Kavallerie von Kannenberg
600
"
Generalmajor von Görtzke
600
"
Generalmajor von Spaan
600
"
Generalmajor von Eller
600
"
Generalmajor von Pfuel
600
"
Generalmajor d'Espence
800
"
Oberst von Mörner
600
"
6200
Mann
Dragoner
Feldmarschall von Derfflinger
400 Mann
Generalmajor von Görtzke
200
"
Oberst von Kanitz
500
"
Oberst von Schlieben
500
"
1167
1600
Mann
Total: über 24000 Mann.
1674 war Görtzke mit am Oberrhein, ward am fol-
genden Neujahrstage zum Generallieutenant erhoben
und focht in allen Bataillen der nun folgenden Jahre.
Nirgends glänzender als in Ostpreußen während des
Winterfeldzuges von 1679. Er war, während der Kur-
fürst seine Streitkräfte sammelte, mit 3000 Mann
vorausgeschickt worden, um das durch
16 000 Schweden unter General Horn bedrohte Kö-
nigsberg zu decken. Dieser schwierigen Aufgabe
scheint er sich mit besonderem Geschick unterzogen
zu haben. Als er in Königsberg eintraf, waren die
Schweden schon diesseits des Njemen. Ihnen eine
Schlacht zu bieten, dazu war er numerisch zu
schwach. Er vereinigte sich deshalb mit der etwa
4000 Mann starken ostpreußischen Landmiliz und
nahm eine gute Stellung bei Wehlau, von der aus er
durch einen unausgesetzten Scharmützelkrieg den
Feind zu beschäftigen und an einem ernsten Vorgehn
zu hindern trachtete. Er erreichte jedoch seinen
Zweck nur halb. Die Wehlauer Stellung, weil alle
Wässer mit Eis bedeckt waren, war auf die Dauer
nicht zu halten, und Görtzke mußte sich auf Königs-
berg zurückziehen, zu dessen Entsatz der Kurfürst
jeden Tag erscheinen konnte. Als dies geschah, er-
griff Görtzke ungesäumt die Offensive wieder und
leitete durch den Übergang über das zugefrorene
Frische Haff jene berühmt gewordene Verfolgung ein,
die mit der Vernichtung des schwedischen Heeres
1168
endigte. Über diese Verfolgung selbst hab ich in dem
Kapitel »Tamsel« ausführlicher berichtet.
Der Friede von St-Germain machte diesen Kriegswir-
ren ein Ende, und Görtzke zog sich nunmehr ruhebe-
dürftig in seine Statthalterschaft Küstrin zurück. In
nächster Nähe lagen seine Güter und gestatteten
ihm Besuch und Aufenthalt. Um diese Zeit war es
auch, daß er, lange vor seinem Hinscheiden, sich
einen Sarg anfertigen ließ, den er mit der Standhaf-
tigkeit eines hoffenden Christen zu betrachten liebte.
Den 27. März 1682 starb er, seines Alters im zwei-
undsiebzigsten, und ward einen Monat später, am
27. April, von Küstrin aus nach Friedersdorf in seine
Gruft übergeführt. Hans Otto von der Marwitz hat
ihm die Standrede, Garnisonprediger Johann Heinrich
Grunelius die Leichenrede gehalten.
Aus seiner Ehe mit der Lucie von Schlieben waren
ihm drei Töchter: Maria Elisabeth, Barbara und Lucie
Hedwig, geboren worden. Die mittlere (Barbara)
starb jung, während sich die älteste mit dem anhalt-
zerbstischen Hofmarschall Johann Georg von der
Marwitz, die jüngste mit dem brandenburgischen
Obersten und Kommandanten von Küstrin, Ulrich von
Lüderitz, vermählte.
Der »alte Paladin« selbst aber muß im Rat und Her-
zen seines Kurfürsten in hohem und besonderem
Ansehn gestanden haben.
Dennoch gebricht es an Erinnerungsstücken an ihn,
auch die Tradition schweigt, und alles, was die Stätte
1169
seines Heimganges von ihm aufweist, ist das Schloß,
das er sich schuf, und die beiden Bildnisse, die seine
Züge der Nachwelt überliefert haben.
Soviel über den »Paladin«. Aber zurücktretend von
seinem Bilde, werden wir bei weiterer Umschau ge-
wahr, daß andere jetzt an dieser Stelle zu Hause sind. Den Marwitzen gehört das Feld. Und vor allem
auch diese Kirche. Von rechts her Gestalten und In-
schriften, die der Epoche vor dem Siebenjährigen Kriege zugehören, von links her die Namen und Bildnisse derer, die seitdem gekommen und gegangen
sind.
Da sind zunächst (zur Rechten) die Bildnisse Hans
Georgs und seiner zwei Frauen, Medaillonportraits,
deren eines träumerisch und wehmutsvoll aus dem
weißen Kopftuche hervorblickt. Da sind, an derselben
Stelle, die Monumente seiner beiden Söhne, von de-
nen der eine, voll Eifer für die Wissenschaften, jung
und unvermählt verstarb, während der andere
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