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Warte auf das letzte Jahr

Warte auf das letzte Jahr

Titel: Warte auf das letzte Jahr Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Philip K. Dick
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ihren Augen auf. Doch etwas hatte sich geändert. Ihre Sucht und die Beruhigungsmittel hatten sie geschwächt; die Macht, die sie früher über ihn gehabt, die ihn gelähmt und an sie gefe s selt hatte, war verschwunden. Achselzuckend murmelte sie: »Nun, ich habe dich gebeten, ehrlich zu mir zu sein, und du hast meine Bitte erfüllt. Ich müßte eigentlich froh sein. «
    »Bist du dann einverstanden? Du hast nichts gegen eine Scheidung einzuwenden? «
    »Unter einer Bedingung «, sagte Kathy vorsichtig. »Nur wenn es keine andere Frau gibt. «
    »Es gibt keine. « Er dachte an Phyllis Ackerman; aber di e se Affäre zählte gewiß nicht. Selbst nicht in Kathys von Mißtrauen erfüllter Welt.
    »Ich werde es herausfinden «, versicherte sie. »Und wenn du mich belogen hast, werde ich die Scheidung anfechten und dir so viele Schwierigkeiten wie nur möglich machen. Du wirst dann nie von mir freikommen; das ist ebenfalls ein Versprechen. «
    »Dann ist also alles in Ordnung. « Er spürte, wie eine gr o ße Last von ihm abfiel, so daß nur die gewöhnlichen ird i schen Probleme zurückblieben, die jeder Mensch ertragen konnte. »Danke «, sagte er.
    »Danke, Eric, für das Gegenmittel «, erwiderte Kathy. »Jetzt siehst du, was meine Drogensucht, was die langen Jahre, in denen ich Drogen genommen habe, letztendlich ermöglicht haben: Du bist mich losgeworden. Alles in allem hat es doch etwas Gutes erbracht. «
    Selbst wenn es um sein Leben gegangen wäre, hätte er nicht sagen können, ob sie das nun sarkastisch meinte oder nicht. Er entschied sich, das Thema zu wechseln. »Wenn es dir wieder besser geht, wirst du dann weiter für TF&D arbeiten? «
    »Eric, ich glaube, ich habe etwas in Bewegung gesetzt. Als ich unter dem Einfluß der Droge stand und zurück in die Vergangenheit reiste …« Sie brach ab und fuhr unter Schmerzen fort, denn das Sprechen machte ihr jetzt große Mühe: »Ich habe Virgil ein elektronisches Bauteil geschickt. Damals, Mitte der dreißiger Jahre. Mit einem Brief, aus dem hervorgeht, was er damit tun sollte und wer es ihm geschickt hat. Damit er sich später an mich erinnern würde. Das heißt jetzt, heute. «
    »Aber …« sagte Eric und verstummte.
    »Ja? « Es gelang ihr, sich auf seine Worte zu konzentri e ren. »Habe ich etwas falsch gemacht? Die Vergangenheit geändert und alles durcheinandergebracht? «
    Es war fast unmöglich, stellte er fest, ihr es zu sagen. Alle r dings würde sie es auf jeden Fall herausfinden, sobald sie E r kundigungen einzuziehen begann. Virgil hatte das Teil nicht erhalten, denn als sie die Vergangenheit wieder verlassen ha t te, verschwand auch das Teil; vermutlich hatte Virgil als Kind nur einen leeren Briefumschlag oder überhaupt nichts erhalten. Es stimmte ihn traurig, ihr das mitteilen zu müssen.
    »Was ist? « fragte sie schwerfällig. »Ich kann an deinem Gesichtsausdruck ablesen – so gut kenne ich dich inzw i schen –, daß ich irgend etwas falsch gemacht habe. «
    »Ich bin nur überrascht «, versicherte Eric. »Über deinen Einfallsreichtum. Hör zu. « Er kniete neben ihr nieder und legte ihr seine Hand auf die Schulter. »Rechne nicht damit, daß sich irgend etwas dadurch geändert hat. Deine Stellung hier bei Virgil kann dadurch kaum beeinflußt werden, und außerdem zählt Virgil nicht zu den dankbarsten Menschen. «
    »Aber es war einen Versuch wert; meinst du nicht auch? «
    »Ja «, bestätigte er und richtete sich wieder auf. Er war froh, dieses Thema nicht weiter verfolgen zu müssen.
    Er verabschiedete sich von ihr, klopfte ihr aufmunternd auf die Schulter und fuhr mit dem Fahrstuhl hinunter in die Etage, in der Virgil Ackermans Büro lag.
    Als er eintrat, blickte Virgil auf und krächzte: »Ich habe gehört, daß Sie wieder zurück sind, Eric. Setzen Sie sich und erzählen Sie mir, was los ist; Kathy sieht schlecht aus, nicht wahr? Hazeltine hat nicht …«
    »Hören Sie «, unterbrach Eric und schloß die Tür. Außer Virgil befand sich niemand im Raum. »Virgil, können Sie Molinari bitten, hierher zur TF&D zu kommen? «
    »Warum? « Mit eulenhaften, wachsamen Augen starrte ihn Virgil an.
    Eric sagte es ihm.
    Als er fertig war, erklärte Virgil: »Ich werde Gino anr u fen. Ich kann eine Andeutung fallenlassen, und da wir ei n ander gut kennen, wird er auf intuitivem Wege verstehen, was ich von ihm will. Er wir kommen. Vermutlich sofort; wenn er handelt, dann blitzartig. «
    »Ich werde hierbleiben «, entschied Eric, »und nicht nach

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