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Weber David - Schwerter des Zorns - 2

Weber David - Schwerter des Zorns - 2

Titel: Weber David - Schwerter des Zorns - 2 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Der Kriegsgott
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Autorität über die der Ordens
offiziere zu stellen. So wie ich dich auserkoren habe.«
»Und du hast mir kein Sterbenswörtchen davon erzählt, während
du mich geködert hast!« stellte Bahzell fest.
»Natürlich nicht. Hättest du gefragt, hätte ich dir selbstverständ
lich die Wahrheit gesagt. Aber du hast nicht gefragt, und das war
mir auch – ehrlich gesagt – ganz recht. Wenn ich dir das von mir aus
gesagt hätte, hättest du zweifellos noch mehr Gegengründe ins Feld
geführt. Es war aber auch ohne das schon schwer genug, einen der
artig sturen Felsbrocken von Hradani für mich zu gewinnen!«
Vaijon gab einen erstickten Laut von sich und schien sich erheben
zu wollen, doch Bahzell bedeutete ihm mit einer knappen Handbe
wegung, sitzen zu bleiben. Der jüngere Mann ließ sich auf die Sattel
taschen zurückplumpsen und der Hradani wandte seine Aufmerk
samkeit wieder der Gottheit zu.
»Vielleicht hätte ich das, vielleicht auch nicht«, fuhr er fort, »aber
darum geht es jetzt nicht. Ich bin nicht besonders glücklich damit,
dass jemand wie ich einfach einen Mann, den ich kaum kenne, auf
grund einer Laune in den Tod schicken kann!«
»Bahzell Bahnakson! Du bist wirklich der sturköpfigste, aufrei
zendste, widerspenstigste …!« Der Gott unterbrach sich und seufzte.
»Bahzell, würdest du einem Offizier Befehlsgewalt geben, von dem
du vermutest, dass er sie willkürlich und leichtsinnig missbrauchen
könnte?«
Der Hradani schüttelte den Kopf.
»Wie kommst du dann bei allen Mächten des Lichts auf die merkwürdige
Idee, dass ich so etwas tun könnte?«
Die Frage dröhnte wie ein Donnerschlag und hallte mit einer sol
chen Macht zwischen Bahzells Ohren, dass seine Augen zu tränen
begannen. Vaijons Miene verriet, dass er die Worte ebenfalls gehört
hatte, obwohl Bahzell überzeugt war, dass sie in seinem Kopf erheb
lich leiser geklungen hatten. Immerhin schielte er nicht.
Im selben Augenblick spürte Bahzell, dass sich Tomanâk ebenso
unerwartet zurückgezogen hatte, wie Er gekommen war, und ver
zog die Lippen. Er hatte diese Frage tatsächlich nicht von Tomanâks
Standpunkt aus betrachtet, aber vermutlich hatte der Gott Recht da
mit, sie zu stellen, in gewisser Weise. Bahzell wäre nie auf die Idee
gekommen, sich auch nur annährend für unfehlbar zu halten, und er
war sich seiner Schwächen nur zu deutlich bewusst. Aber er musste
auch einräumen, dass der leichtfertige Missbrauch von Macht nicht
dazu gehörte, und wenn er das wusste, wie sollte Tomanâk es dann
nicht auch wissen? Trotzdem hatte der Gott kein Wort darüber ver
loren, ob Bahzell seine neue Autorität auch weise einsetzen würde,
sondern nur angedeutet, dass er sie nicht leichtfertig handhabte.
Was die Verantwortung wieder in Bahzells eigene Hände übergab.
Und eben das – dies wurde ihm jetzt ebenfalls klar – gehörte auch
zu den Pflichten eines Paladins. Es war seine Aufgabe, zu entschei
den, ob er irrte oder ob er Recht tat. Tomanâk bot ihm zwar Seine
Hilfe an, aber wie er Bahzell schon damals an einem verschneiten
Nachmittag klar gemacht hatte, waren es der Wille und der Mut Sei
ner Paladine, die sie eben zu dieser hohen Ehre befähigten. Bahzell
hatte einfach nicht bedacht, wie viel Mut dazu gehörte, diese Autori
tät auszuüben, die Tomanâk ihm gewährt hatte.
»Na gut!« stieß er hervor und schlug mit den Händen auf die
Schenkel, dass es knallte. Bei dem Geräusch fuhr Vaijon beinahe aus
seiner Haut. Bahzell grinste. »Hast ihn auch gehört, hm?«
»Ich … also … ich meine … das ist …« Vaijon unterbrach sich und
schluckte schwer. »Ja, Milord. Ich … ich glaube … ich denke … das
habe ich wohl.«
»Pah. Erselbst kann ab und zu auch ein bisschen launisch sein«, er
klärte Bahzell sachlich, lachte plötzlich laut, beugte sich vor und ver
setzte Vaijon einen Klaps auf die Schulter, während ihn der junge
Ritterproband fassungslos anstarrte. »Ich bin nicht sicher, warum Er
wollte, dass du Seine Worte mit anhörst, noch nicht, aber du darfst
davon ausgehen, dass Er einen triftigen Grund dafür hatte. Bis ich
den herausgefunden habe, werde ich noch etwas genauer über dei
nen Vorschlag nachdenken.«
»Über meinen Vorschlag, Milord?«
»Aye, was Yorhus und Tothas betrifft. Es könnte sein, dass deine
Idee am Ende doch gewisse Vorzüge hat.«
8
Das gute Wetter ließ sie genau an dem Morgen im Stich, als Beilhain
hätte in Sicht kommen sollen.
    Selbst die Hochstraße wendete und krümmte sich, während sie
sich durch die

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