Wenn Kinder um sich schlagen
Eltern zählen, sollten Sie sich dringend Gedanken machen, wie es dazu kommt. Versuchen Sie sich, auch im Interesse Ihrer Kinder, beratende Hilfe im Gespräch (zum Beispiel bei Erziehungs- und Lebensberatungsstellen) zu holen.
⢠Das oben Gesagte gilt auch für Computerspiele, andere Bildschirmspiele, das Internetsurfen und das Multimedia-Handy: Auch hier bewähren sich Bildschirmzeitkonten. Gewalttätige oder pornografische PC-Spiele oder Internetinhalte müssen für Ihre Kinder tabu sein.
⢠Versuchen Sie Werbespots von Ihren Kindern weitestgehend fernzuhalten. Sie könnten die Werbepausen zum Beispiel für ein Gespräch mit Ihren Kindern nutzen. Reden Sie mit ihnen über die oft unehrlichen Botschaften, die durch Werbung vermittelt werden. Leben Sie Ihren Kindern vor, dass man auch zufrieden sein kann, ohne der Konsumsucht verfallen zu sein.
⢠Informationen und Beratungsangebote der Landesmedienanstalten:
www.internet-abc.de (Informationen zur Internetnutzung für Kinder von sechs bis zwölf Jahren, Eltern, Pädagogen) www.klicksafe.de (Informationen zur Internetnutzung) www.flimmo.de (Beratung für Eltern zum aktuellen Fernsehprogramm)
www.handysektor.de (Informationen zur sicheren Nutzung von Handy, WLAN, Bluetooth etc. für Jugendliche)
⢠Informationen über PC-Spiele und deren pädagogische Beurteilung: Die Informationen auf diversen Ratgeberseiten in diesem Bereich sind mitunter mit Vorsicht zu genieÃen. Eine unabhängige Ratgeberseite ist jedoch zum Beispiel www.spieleratgeber-nrw.de .
Schutzfaktoren
In den vorangegangenen Erläuterungen wurden die Auswirkungen problematischer Einflüsse aus dem Lebensumfeld der Kinder beschrieben. Nun gibt es glücklicherweise viele Kinder, die trotz solcher widrigen Umstände keine Gewalttätigkeit oder Kriminalität entwickeln. Es gibt Schutzfaktoren, die Kinder und Jugendliche davor bewahren, eine Störung des Sozialverhaltens zu entwickeln, obwohl sie durch die oben beschriebenen Risikofaktoren belastet sind. Einen gewissen Schutz vor problematischen Entwicklungen haben:
⢠Kinder mit positiver, freundlicher Grundstimmung, die oft gut gelaunt oder »kleine Sonnenscheine« sind, die von Natur aus ein ausgeglichenes Temperament haben
⢠Kinder, die nicht von ADHS betroffen sind
⢠Kinder mit gutem Arbeitsverhalten in der Schule, Kinder mit einer guten Intelligenz
⢠Kinder, die zu wenigstens einem Elternteil eine liebevolle, warmherzige Beziehung haben und von diesem Elternteil auch gut unterstützt werden
⢠Kinder, die in Haushalten mit geregeltem Tagesablauf, geregelten Ess- und Schlafgewohnheiten leben, in denen man sich um sie kümmert und weiÃ, was sie wann wo mit wem machen
⢠Kinder, die gute Kontakte zu erwachsenen Bezugspersonen auÃerhalb der Familie haben (Nachbarin, »Oma von gegenüber«, Lehrer oder Lehrerin etc.)
⢠Kinder, die guten Kontakt zu nicht problematischen Gleichaltrigen haben
Man kann diese Schutzfaktoren zwei Bereichen zuordnen:
⢠dem Bereich der Veranlagung (ausgeglichenes Temperament, positive Grundstimmung, Ehrgeiz, Lust zu lernen, gute Konzentrationsfähigkeit, gute Intelligenz),
⢠dem Bereich der stabilen warmherzigen Beziehungen (liebevoller Elternteil, positive Beziehung zu wohlwollenden Erwachsenen auÃerhalb der Familie, Kontakte zu positiv eingestellten Gleichaltrigen, die keine Verhaltensauffälligkeiten haben). Sie bieten ein gutes Vorbild, eine gute Beaufsichtigung und das Gefühl, geliebt und gemocht zu werden.
Der Bereich der stabilen warmherzigen Beziehungen hängt in hohem MaÃe von uns Eltern ab. Dieses Buch möchte Eltern und Erziehende dabei unterstützen, diesbezüglich persönlich weiterzukommen. Der Bereich der Veranlagung ist naturgemäà wenig beeinflussbar. Aber auch hier kann ein liebevoller Umgang, bei dem das Kind geachtet, ihm aber auch konsequent aufgezeigt wird, was man von ihm erwartet, die Grundstimmung
verbessern. Ein gutes Vorbild kann die Lust am Lernen unterstützen, und tägliche Förderung (s. Anhang) kann auch Kindern mit geringerer Intelligenz bessere Startvoraussetzungen und damit weniger Frust in der Schule vermitteln.
Man kann somit als Eltern, GroÃeltern, Nachbar, Erziehender, Lehrender viel für Kinder tun und sie in ihrer Entwicklung unterstützen und damit problematischem Sozialverhalten vorbeugen. Wie das im
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