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Wenn Kinder um sich schlagen

Titel: Wenn Kinder um sich schlagen Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Ruediger Penthin
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sechs bis acht Wochen jedoch sind die Babys allmählich in der Lage, Blickkontakt aufzunehmen. Mit drei bis vier Monaten können sie gezielt Gegenstände ergreifen, sie erleben das Gefühl der Bewegung und den Eindruck der gesehenen Bewegung als sensomotorisch gekoppelte Erfahrung gleichzeitig. Babys führen ergriffene Gegenstände zum Mund, um ihre Umgebung mit Händen und Mund kennenzulernen. Der feine Zangengriff mit Zeigefingerspitze und Daumen wird in der Folgezeit jedoch erst mit zehn bis elf Monaten erlernt. Im Alter von acht bis neun Monaten können sie Gegenstände auch gezielt fallen lassen (daraus kann sich ein beliebtes Spiel entwickeln). Mit sechs Monaten drehen sich die Kinder vom Rücken auf den Bauch, um dann allmählich den »Vierfüßlerstand« zu erlernen und mit neun Monaten zu krabbeln, mit zwölf Monaten zu laufen. Die individuellen Entwicklungen sind jedoch von Kind zu Kind sehr unterschiedlich, manche lernen schon mit zehn Monaten das freie Laufen, andere erst mit 18 Monaten, ohne dass dies krankhafte Hintergründe haben muss.
    Anfangs sind die Babys also absolut hilflos. Mit sechs bis acht Monaten lernen sie sich fortzubewegen und beginnen somit, ihrer Hilflosigkeit zu entwachsen. Es erwacht ein ausgeprägter Erkundungsdrang. Auch Denkvorgänge reifen allmählich beim Baby heran. Mit etwa acht bis neun Monaten lernen die Kinder, dass Personen oder Gegenstände auch dann noch existieren, wenn sie diese nicht sehen ( Objektpermanenz ). Auch dies ist ein wichtiger Entwicklungsschritt aus der allgemeinen Hilflosigkeit. Vorher sind die Kinder für ihr Wohlbefinden auf ganz engen Kontakt zu ihren Eltern angewiesen, sie müssen getragen werden, um die Welt auf dem sicheren Arm ihrer Bezugspersonen kennenzulernen und Vertrauen aufzubauen. Sprache lernen die Kinder vom ersten
Lebenstag an durch Hören und allmähliches Nachahmen, sodass sie mit etwa einem Jahr die ersten Worte sprechen können. Die Kinder verstehen in diesem Alter jedoch schon sehr viel mehr, als sie selber sprechen können. Je größer die Erfahrung des Kindes in der vorsprachlichen Kontaktaufnahme zu seinen Eltern ist, desto intensiver erlebt es sodann einen Fremden, der diese ganz persönliche »Sprache« zwischen Eltern und Kind nicht beherrscht, als fremd. Dieses empfundene Fremdsein macht dem Baby von acht bis neun Monaten Angst. Es tritt die sogenannte Achtmonatsangst oder das »Fremdeln« auf. Bei manchen Kindern kommt es sogar früher zu diesem Fremdeln. Mit zunehmender Fähigkeit, sich sprachlich verständlich zu machen, verschwindet diese Angst dann wieder.
    Die verschiedenen Gefühlsarten können schon von Säuglingen gespürt und empfunden werden. Durch Untersuchungen des Gefühlsausdrucks im menschlichen Gesicht konnte erkannt werden, dass Gefühle wie Ekel, Überraschung und Neugier schon im ersten Lebensmonat empfunden werden können. Spätestens mit sechs Wochen lässt sich bei den Babys auch Freude beobachten. Gefühle wie Traurigkeit und Ärger sind im Alter von drei bis vier Lebensmonaten spürbar. Furcht lässt sich schon bei sechs Monate alten Kindern beobachten. Im Alter von sieben bis neun Monaten beginnt das Kind zu entdecken, dass es Gefühle mit anderen teilen und sich diesbezüglich anderen gegenüber mittels Gestik, Mimik und Blickkontakt mitteilen kann. Es entwickelt sich beim Baby allmählich ein Gefühl für sich selbst. Mit zunehmender Bewegungsentwicklung empfindet sich das Kind als »wirkmächtig«. Es ist in der Lage, etwas zu bewirken, und fühlt sich toll und grandios, wie das Zentrum der Welt.

Wie sollte Beziehung und Erziehung im ersten Lebensjahr gestaltet sein?
    Für das Kind ist es wichtig, dass die Beziehung zu seinen Eltern einen freundlichen und warmen Charakter hat, die Grundatmosphäre in der Eltern-Kind-Beziehung sollte positiv sein. Das heißt nicht, dass die Erwachsenen im Umgang mit dem Baby immer nur lächeln müssten und immer nur freundlich und zärtlich zu sein hätten, auch wenn ihnen in der Tiefe ihres Herzens nicht danach ist. Denn eine gute Beziehung hat auch mit gefühlsmäßiger Ehrlichkeit und Echtheit zu tun. Wenn Sie nur Freundlichkeit vorspielen und im Inneren eher vor Wut kochen, so wird dieser Unterschied vom Baby sehr wohl wahrgenommen und kann zu einer Verunsicherung des Kindes beitragen. Man darf als Eltern auch mal genervt

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