Wenn Kinder um sich schlagen
Ihr Baby weint, heiÃt das nicht immer, dass es Hunger hat. Wenn Sie Ihr Baby hochnehmen, trösten Sie es zuerst mit Ihrer körperlichen Zärtlichkeit. Erst wenn es sich dadurch nicht beruhigen lässt und Sie sich weiterhin unsicher über die Ursache des Schreiens sind, sollten Sie Nahrung anbieten, am besten durch das Stillen an der Brust, da Stillen auch für die Beziehung zwischen Mutter und Kind förderlich ist. Sollten Sie nicht stillen können, gibt es unter ernährungsphysiologischen Gesichtspunkten heutzutage gute Alternativen zur Muttermilchernährung. Es ist jedoch nicht gut, wenn Ihr Baby bei jedem Weinen oder Schreien zuerst die Flasche in den Mund gesteckt bekommt, ungeachtet der Tatsache, ob es wirklich Hunger hat.
Da Babys immer ein groÃes Saug- und Nuckelbedürfnis haben, wird Ihr Kind auch an der angebotenen Flasche trinken, ohne wirklich hungrig zu sein - obwohl es sich vielleicht nur einsam oder traurig fühlt. Wenn Ihr Kind ständig die Erfahrung macht, bei seelischer Not mit Nahrung getröstet zu werden, kann hier der Grundstein für spätere Essstörungen mit Ãbergewicht gelegt werden. Das gilt natürlich auch für ältere Kinder. Immer wieder ist leider zu beobachten, dass Eltern ihren Kindern auch noch im Alter von zwei bis drei Jahren die Trinkflasche geben, wenn sie weinen, ängstlich oder ärgerlich sind. Trost durch zwischenmenschlichen Kontakt, durch das Tragen des Babys auf dem Arm, durch das In-den-Arm-Nehmen eines erwachsenen Mitmenschen oder einfach nur durch Dasein und Zuhören wirkt viel grundlegender.
Da Babys viel schlafen, sollte man sich über den Schlafplatz rechtzeitig Gedanken machen. Neugeborene schlafen im Durchschnitt 17 Stunden pro Tag, mit einem Jahr schlafen die Kinder durchschnittlich immer noch 13 Stunden. Es ist gut, wenn Ihr Kind in den kurzen zwischenzeitlichen Phasen des Erwachens bis zum erneuten Einschlafen spürt, nicht allein zu sein. Das lässt sich dadurch gewährleisten, dass Ihr Kind tagsüber dort schläft, wo Sie sich auch aufhalten, oder dass Sie beim Erwachen (Weinen) rasch zum Baby hingehen, um es zu trösten und ihm zu zeigen: »Du bist nicht allein«.
Auch für den Nachtschlaf ist es förderlich, wenn das Baby in der Nähe seiner Eltern ist. Es könnte zum Beispiel im selben Zimmer schlafen, vielleicht in einem separaten Bettchen, vielleicht im Elternbett. Sollte sich dadurch jedoch das Gefühl des inneren Drucks oder eine Spannung zwischen den Eltern entwickeln, so müssen andere Formen des Ein- und Durchschlafens gefunden werden. Zum Beispiel kann Babys durchaus in einer liebevollen Art beigebracht werden, im eigenen Zimmer zu schlafen, ohne dass dadurch bedrohliche Ãngste hervorgerufen werden. Dies sollte jedoch idealerweise erst
dann versucht werden, wenn die Babys im Rahmen ihrer Bewegungsentwicklung die Phase ihrer motorischen Hilflosigkeit überwinden gelernt haben und die Objektpermanenz (s. Seite 82) erreicht ist, also mit etwa acht Monaten. Trotzdem kann ein Schlaftraining mitunter auch bei jüngeren Kindern notwendig werden, wenn die Belastung für die Eltern ansonsten zu groà würde. Ein solches Schlaftraining kann für die Einschlafphase und für das Durchschlafen genutzt werden.
Schlaftraining
Nach einem kurzen, liebevollen »Bettgehritual« wird das Kind in sein Bett gelegt, die Eltern verlassen danach den Raum. Wenn das Kind weint, wartet man fünf Minuten, um dem Kind Gelegenheit zu geben, von selbst wieder einzuschlafen. Wenn das Kind weiterweint, geht man zu ihm, sagt ihm ein paar liebe Worte mit einem Lächeln, streichelt es kurz über den Kopf, sagt, dass jetzt Zeit zu schlafen ist, und verlässt den Raum wieder, ohne das Kind aus dem Bett zu nehmen und ohne ihm irgendwelche zusätzlichen Spielzeuge oder Einschlafhilfen zu geben.Wenn das Kind dann weiter weint, warten Sie erneut fünf bis zehn Minuten und wiederholen das Vorgehen. Das macht man so lange, bis das Kind eingeschlafen ist, auch wenn es anfangs einmal zwei Stunden dauern sollte.
Wenn man dieses Vorgehen konsequent (!) durchhält, schlafen die meisten Babys nach wenigenTagen problemlos ein oder durch. Denn sie haben gelernt: Zur Schlafenszeit muss ich im Bett bleiben, ich bin nicht allein, aber ich werde nicht mehr herausgeholt. Dieses Training kann man jedoch nur durchführen, wenn man selbst das Gefühl hat, dass dieses Vorgehen das
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