Wenn Kinder um sich schlagen
Tisch krabbeln und weiter die Platte »bearbeiten« würde, so wäre eine weitere Möglichkeit, das Kind in ein Laufgitter zu setzen.
Laufgitter sind immer wieder kritisch eingeschätzt worden (»Kinderknast«). Diese Einschätzung ist jedoch nicht gerechtfertigt. Durch das Benutzen des Laufgitters kann dem Kind eine eindeutige Grenze gesetzt werden und die Mutter kann wieder ihrer Tätigkeit nachgehen, ohne ständig das Spiel »Nein, das darfst du nicht - Kind macht es trotzdem« spielen zu müssen. Und das Kind hat nach dem ersten Frust im Laufstall die Gelegenheit, sich selbst zu beruhigen und sich mit anderen Spielsachen im Laufgitter zu beschäftigen. Solche »Auszeiten« von fünf bis 15 Minuten sind auch im Babyalter für Eltern und Kind mitunter sehr entlastend.
Zusammenfassende Hinweise
⢠Im ersten Lebens halb jahr braucht Ihr Kind Wärme, viel körperliche Nähe, Zärtlichkeit, Schmusen, Gestreichelt-und Getragenwerden und natürlich die ganz normale körperliche Versorgung in Form von Füttern und Säubern. Versuchen Sie vom ersten Lebenstag an, aktiv Kontakt zum Kind herzustellen. Sprechen Sie oft mit Ihrem Baby. Scherzen und lachen Sie täglich ausgiebig mit ihm, liebkosen Sie es, streicheln und massieren Sie es und tragen Sie Ihr Kind, so oft es Ihnen möglich ist. Gerade auch die Väter sollten lernen, einen liebevollen Kontakt zu ihrem Baby zu entwickeln.
Sollten bei körperlicher Nähe mit Ihrem Kind erotische Gefühle bei Ihnen auftreten, so ist dies nichts Absonderliches. Sie müssten jedoch in dieser Situation für sich eine klare Grenze setzen. Sexueller Missbrauch entsteht, wenn Erwachsene gezielt ihre eigene erotische und genitale Erregung durch Kontakt mit ihrem Kind (oder anderen Kindern) hervorrufen wollen. Dann wäre es wichtig, dass sich die betroffenen Erwachsenen (meistens sind davon Männer betroffen) umgehend psychologische oder psychotherapeutische Hilfe in Anspruch nehmen. Mittlerweile gibt es therapeutische Angebote für Männer mit sexuellem Interesse an Kindern (nach wissenschaftlichen Untersuchungen sind etwa fünf Prozent der männlichen Bevölkerung davon betroffen), die sich Hilfe holen wollen ( www.kein-taeter-werden.de ).
⢠Wenn negative Gefühle gegenüber dem Kind auftreten, so wäre die »gute« Art, damit umzugehen, dass Sie sich Hilfe von anderen Menschen holen. Sprechen Sie über Ihre Wut, Ihren Ãrger und Ihren Frust mit Ihrem Partner bzw. mit Ihrer Partnerin. Sprechen Sie darüber mit Freunden, Verwandten, holen Sie sich tatkräftige Unterstützung anderer Erwachsener Ihres Vertrauens, die auch mal ein oder zwei Stunden Ihr Baby ȟbernehmen« können, damit Sie wieder Gelegenheit haben, »Luft zu holen«. Dadurch kann diese wichtige freundliche und positive Grundatmosphäre erhalten werden.
Grundsätzlich gilt: Wir Eltern müssen dafür Sorge tragen, dass es auch uns selbst gut geht! Wenn wir angespannt, genervt, gestresst sind, können wir nicht liebevoll, ruhig und fair mit unseren Kindern umgehen. Daher: Achten Sie darauf, jeden Tag Entspannungsphasen zu haben und jeden Tag auch für sich etwas Gutes zu tun (mal auf dem Sofa entspannen, in Ruhe ein Buch lesen, mit Freunden treffen, einem Hobby oder Sport nachgehen usw.).
Wenn Sie selbst von wütenden Gefühlen überwältigt werden, verlassen Sie am besten kurz den Raum, zählen von 20 an langsam rückwärts, atmen tief ein und lassen die Luft bewusst langsam ausströmen (eventuell mehrmals). Oder Sie ballen die Faust in der Tasche, stampfen im Nebenraum mit dem Fuà auf, prügeln auf ein Kopfkissen oder einen Boxsack ein. Es gibt zahlreiche Möglichkeiten, Wut abzubauen, ohne Kind oder PartnerIn mit Worten oder Taten etwas anzutun.
⢠Ab etwa dem siebten/achten Lebensmonat entwickelt sich das Kind zunehmend aus seiner anfänglichen Hilflosigkeit heraus. Es entwickelt einen natürlichen Erkundungsdrang sowie das Gefühl, im Mittelpunkt der Welt zu stehen. Daraus können sich die ersten Reibereien und Konflikte mit den Eltern ergeben, die ersten erzieherischen MaÃnahmen können notwendig werden. Seien Sie liebevoll-konsequent, versuchen Sie das Kind in seinen »Babybedürfnissen« zu verstehen, halten Sie es, wenn nötig, liebevoll-tröstend in seiner Not. Bedenken Sie: Ihr Baby will Sie nicht ärgern! Viele Eltern
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