Wenn Kinder um sich schlagen
der er SoÃe »anrühren« darf. Er darf mit Kochtöpfen und Bratpfannen spielen.
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Mit zwei bis drei Jahren wird tagsüber allmählich die Kontrolle über Urin- und Stuhlabgabe erreicht. Die nächtliche »Sauberkeit« entwickelt sich später. Jedes Kind hat auch hier sein eigenes Entwicklungstempo. Da sich die »Sauberkeit« allmählich von allein entwickelt, so wie das Kind auch von allein
laufen lernt, sollte diesbezüglich kein elterlicher Druck ausgeübt werden, sondern allenfalls immer wieder eine freundliche Ermutigung erfolgen, aufs Töpfchen zu gehen. Druck in der »Sauberkeitserziehung« belastet und gefährdet die Eltern-Kind-Beziehung und birgt somit Gefahren für eine unbelastete Entwicklung. Mit sechs Jahren sind zehn Prozent aller Kinder nachts noch nicht »trocken«, mit 18 Jahren noch ein Prozent aller Menschen! Dieses Problem liegt an einer verzögerten Reifung der Blasenfunktionssteuerung und ist nicht willentlich beeinflussbar. Elterlicher Druck oder gar Bestrafung bringen heutzutage immer noch viel überflüssiges Leid über die betroffenen Kinder. In solchen Situationen sollte kinder- und jugendärztliche bzw. urologische Hilfe geholt werden.
Die Sprachentwicklung sollte intensiv durch uns Eltern gefördert werden. Sprechen Sie viel mit Ihrem Kind, auch über Dinge, die aus Ihrer Sicht »belanglos« sind. Erzählen Sie Ihrem Kind, wie es Ihnen selbst geht, was Sie vorhaben, begleiten Sie Ihre Tätigkeiten durch Sprache. Seien Sie ehrlich. Im zweiten Lebensjahr werden vom Kind häufig »Was-Fragen« gestellt, im dritten Lebensjahr beginnt das Kind mit »Warum-Fragen«. Beantworten Sie jede Frage geduldig und aufrichtig. Dieses ständige »Fragespiel« kann manchmal durchaus anstrengend sein. Ihr Kind will Sie damit nicht ärgern, dieses Fragen ist vielmehr ganz natürlich und wichtig für die Sprach- und Denkentwicklung Ihres Kindes. Es gibt keine »dummen« Fragen. Sofern es Ihnen liegt, sollten Sie viel mit Ihrem Kind singen und tanzen. Es gibt viele Fingerspiele, Singspiele und Kinderlieder, zu denen man sich auch bewegen kann (Anhang, Seite 211 f.: Arndt u.a. 2009, Austermann/Wohlleben 2009, Stöcklin-Meier 2007). Wenn Ihnen dies persönlich nicht liegt und Sie keine Erfahrung mit Liedern und Spielen haben, so besuchen Sie regelmäÃig ein- oder mehrmals wöchentlich eine pädagogisch angeleitete Krabbel- oder Spielgruppe.
Wenn Ihr Kind eine neue Fertigkeit lernen soll, so fragen Sie es zunächst nach eigenen Lösungsideen. Wenn es keine Idee hat, schlagen Sie ihm einen Lösungsweg vor und machen es dann gemeinsam (= »begleitendes Lernen «).
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Ein dreijähriges Mädchen möchte sich gerne allein die Zähne putzen. Die Mutter geht mit der Tochter zum Waschbecken und fragt: »Was brauchst du alles zum Zähneputzen?« Die Tochter antwortet, was ihr alles einfällt: »Zahnpasta, Zahnbürste«. Die Mutter sagt: »Ja, genau. Was nimmst du dir zuerst?« Das Mädchen antwortet: »Die Zahnbürste.« Die Mutter sagt: »Prima, dann nimm sie dir.« Das Mädchen nimmt sich die Bürste und die Mutter stellt eine Frage zum nächsten Schritt: »Was machst du als Nächstes?« Das Mädchen antwortet: »Ich mache da Zahnpasta drauf.« Die Mutter sagt: »Ja, nimm dir die Zahnpasta und tu ein kleines Stück davon (sie zeigt die GröÃe mit den Fingern) auf die Bürste.« Das Mädchen macht den nächsten Schritt, die Mutter stellt die nächste Frage, dann gibt das Mädchen die Antwort und setzt diese dann sofort in die Tat um. Dieser Ablauf wiederholt sich, bis das Kind die komplexe Tätigkeit des Zähneputzens »erarbeitet« hat.
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Leben Sie Werte wie Ehrlichkeit, Fairness, Mitgefühl und Verantwortungsbewusstsein selbst vor.
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Eine Mutter nimmt ihre zweieinhalbjährige Tochter regelmäÃig mit in die städtische Leihbücherei. Dort wählen die beiden gemeinsam einige für das Mädchen interessante Bücher aus. Zu Hause liest die Mutter jeden Tag vor, dasselbe Buch oft mehrmals hintereinander. Sie besprechen die gelesenen Geschichten, sie reden gemeinsam über die Bilder, jeden Tag (wichtige Form der Sprach- und Wahrnehmungsförderung). Zum Ende der Leihfrist bringen sie gemeinsam die Bücher wieder zurück. Die Mutter erklärt dem Mädchen, dass die
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