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Zeit der Heimkehr

Zeit der Heimkehr

Titel: Zeit der Heimkehr Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Alan Dean Foster
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Zivilisation, daß man keine Leute auffrißt, die mit einem Freundschaft schließen wollen. So was führt nur zu ziemlich wackeligen Beziehungen.«
    »Wir brauchen Vitamine und Mineralien.« Der Häuptling war ganz offensichtlich verwirrt.
    »Das hier ist ein reiches Land.« Mit einer ausladenden Geste zeigte Jon-Tom auf die sie umgebende Grünmauer. »Hier gibt es jede Menge zu essen. Da braucht ihr keine verirrten Reisenden aufzufressen.« Er wackelte mit einem Finger in Richtung des Bären. »Dieses ganze Angreifen und Auffressen von jedem, der in euer Revier kommt, ist primitiv und kindlich und unreif, und um euch das zu beweisen, werde ich euch ein Lied darüber vorsingen.«
    Mudge hob den Blick gen Himmel und kreuzte im Geiste die Finger. Vielleicht hatte der unerwartete verbale Angriff die Oger betäubt, oder vielleicht waren sie auch einfach nur neugierig zu erfahren, was die Nachmittagsmahlzeit ihnen vorsingen wollte; jedenfalls griff niemand ein, als Jon-Tom die Suar in Position schob. Inzwischen trat der Otter zurück, um seiner Dame etwas zu zu flüstern.
    »Jetzt wird er versuchen, diesen 'aufen 'ier mit Bannsängerei zu umgarnen. Das 'abe ich schon frü'er erlebt. Manchmal funktioniert es, und manchmal funktioniert es noch schlimmer.«
    Und Jon-Tom versuchte es. Es ist zweifelhaft, daß er jemals eine Reihe lieblicherer und schönerer Weisen vorgetragen hatte, seit er in Mudges Welt geraten war. Und sie verfehlten ihre Wirkungen auf die Oger auch nicht. Das sah jeder. Doch hatte es nichts mit Magie zu tun. Es war lediglich, daß Jon-Tom von Liebe sang, über das Leben und über Freundschaft, von der alltäglichen Freundlichkeit gegenüber dem Nächsten und über das gegenseitige Verständnis, das zwischen allen intelligenten Wesen herrschen sollte. Während er sang, ließ er all den widersprüchlichen Gefühlen freien Lauf, die er dieser Welt gegenüber hegte, in die er hineingerissen worden war. Gefühle und Ansichten darüber, wie sie zu verbessern sei, wie sich Gewalt und Anarchie zügeln ließen und wie man sie durch gegenseitige Zusammenarbeit in ein Paradies für alle verwandeln könnte.
    Von zerfurchten Wangen und aus aufgedunsenen Nüstern flössen die Tränen. Sogar der Häuptling weinte leise, bis Jon- Tom schließlich seine Suar beiseite legte und ihm geradewegs ins Auge blickte.
    »Und so, meine ich, sollte es sein. Vielleicht bin ich ja nur naiv und unschuldig und überoptimistisch...«
    »Da 'at er aber recht, 'at er.« Doch Weegee stieß Mudge den Ellbogen in die Rippen.
    »... aber so sollte es auf der Welt sein. Dieses Gefühl habe ich schon lange. Ich hatte lediglich nie die Gelegenheit, es in Gesangsform auszudrücken.«
    Der Häuptling schniefte, fuhr sich mit einer riesigen Pranke über ein Auge. »Wir lieben Musik. Du singst wunderschön, Mensch. Viel zu schön, um dich zu verlieren. Also werden wir dich nicht auffressen.« Jon-Tom drehte sich herum, um seine Freunde mit triumphierendem Grinsen anzusehen.
    Der Häuptling zeigte nach links. Aus einer Höhle neben der seinen kam eine Bärenogerin hervor, die fast so groß war wie er selbst. »Dies ist meine Tochter. Auch sie mag Musik. Hast du gehört?«
    »Ich habe gehört«, sagte sie und schneuzte sich in einen Streifen Bärlapp von der Größe eines Kaffeesacks.
    Der Häuptling sah zu Jon-Tom hinunter. »Solche guten Gedanken sollten immer bei uns sein. Ich glaube an das, was du singst. Du wirst bleiben und uns an allen einsamen Tagen und Nächten vorsingen.«
    »Einen Moment mal. Ich habe ja nichts dagegen, meine Gedanken und meine Musik mit euch zu teilen, aber ich fürchte, das kann ich nicht auf dauerhafter Basis tun. Ihr müßt verstehen, daß meine Freunde und ich uns auf einer Mission von größter Wichtigkeit befinden und...«
    »Du bleibst!« Die hammerähnliche Hand des Häuptlings durchschnitt einen Zoll vor Jon-Toms Nase die Luft, dann zeigte er mit einer Geste auf die junge Bärenogerin. Sie sah gar nicht so schlecht aus, dachte Jon-Tom. Ziemlich anmutig - für eine Berufsringerin.
    »Du bleibst und heiratest meine Tochter.« Hoppla! »Ich fürchte, das kann ich nicht tun.« Zwei Tonnen Ogerbär legten sich schräg über ihn.
    »Was ist denn nur los, gefällt dir meine Tochter etwa nicht?«
    Jon-Tom brachte ein schwaches Lächeln hervor. »Das ist es nicht. Es ist nur, daß, na ja, das würde nie gutgehen. Ich meine, wir sind ja nicht mal entfernt miteinander verwandt, was unsere Arten angeht.«
    »Was hast du da die

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