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Zigeunerstern: Roman (German Edition)

Zigeunerstern: Roman (German Edition)

Titel: Zigeunerstern: Roman (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Robert Silverberg
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vermute, dass in menschlicheren und menschenwürdigeren Sozialsystemen die Herstellung von Hasgard-Aktivatoren mittels derartiger Methoden gesetzlich untersagt wären. Aber man darf halt nicht vergessen, dass Hasgard-Eins-Aktivatoren überall dermaßen scheußlich populär sind – und dass inzwischen die meisten Planetenregierungen mehr oder weniger die Hasgard-Zwei-Aktivatoren als wichtige strategische Mittel zur Produktionssteigerung planmäßig einsetzen. Und was die Dritte Stufe angeht – nun, auch dafür scheint eine beständige Nachfrage zu herrschen.
    Als ich das erste Mal in der Synapsenkuhle Platz nahm, hing neben mir ein kleiner Rom in dem Jochzeug, ein kleiner zappliger Mann mit hellen neugierigen Augen, der wohl ein paar Jahre jünger war als ich.
    » Sarishan, Gevatter«, grüßte ich.
    »Also, du wirst hier 'nen Heidenspaß haben«, sagte er. »Und du wirst den Tag segnen, an dem du auf dieser entzückenden Welt gelandet bist. Ich bin übrigens der Polarca.«
    »Yakoub«, sagte ich. Und ich hätte ihm natürlich auch noch gesagt, aus welcher Familie und welchem Stamm und von welchem Geburtsplaneten ich kam, doch in eben diesem Augenblick überfiel mich ein derart heftiges Angstbeben, plötzlich und unkontrollierbar, und ich krümmte mich nach vorn und steckte den Kopf zwischen die Knie und hatte nichts anderes im Sinn, als in meiner panischen Furcht nur ja nicht zu erbrechen. Mir kam es so vor, als hätte ein gewaltiges schlafendes Tier in den Tiefen des Planeten sich auf die Seite gerollt und einfach durch diese seine gedankenlose Bewegung seismische Wellen von Entsetzen durch meine Seele rollen lassen, Übelkeitsempfindungen, die weit heftiger waren als alles, was mir bis dahin widerfahren war. Es beschämte mich bitterlich, dass mich ein anderer Rom-Mensch in solch einem Zustand der Angst sehen konnte, ein Mann meines Volkes – und noch dazu ein Mann, der jünger war als ich.
    Er berührte mich sacht mit der Hand an der Schulter.
    »Das geht uns allen so«, sagte er. »Hab einfach Geduld. Steh es durch! So schlimm wie jetzt wird es nur ein paar Mal an jedem Tag.«
    »Aber was ist das?«, fragte ich, sobald ich wieder sprechen konnte. »Wieso habe ich diese scheußlichen Gefühle? Ich bin jetzt seit anderthalb Tagen hier, und ich habe mich noch keine Minute lang wohlgefühlt.«
    »Sicher«, sagte Polarca. »Und du wirst es auch nicht, bis zu dem Moment, an dem du hier wegkannst. Fünfjahresklausel?«
    »Ja.«
    »Also genau wie ich. Am besten, du passt dich an und gewöhnst dich dran, wenn du das kannst. Aber das schafft eigentlich nie einer.«
    Er zuckte zusammen. Sein Körper krümmte sich über die Knie. Jetzt hatte das Entsetzen ihn gepackt.
    »Aaaach«, sagte er schließlich. »Diese Welt ist mit einem Fluch beladen. Es ist eine verdammt beschissene Welt. Du hast davon keine Ahnung gehabt, wie?«
    »Nein.«
    »Ich schon. Aber ich hatte leider keine Wahl.« Er lachte. »Nicht, dass irgendwer jemals überhaupt die Wahl hätte. Aber ich wusste wenigstens, in welche Scheiße ich da kommen würde.« Er zeigte mir, wie man sich an die Aufzeichnungsgeräte anschließen muss. Meine Hände flogen dermaßen, dass er sie mit Gewalt auf die Armstützen pressen und dort festschnallen musste. »Also, du musst dein Soll erfüllen, verstehst du? Du solltest dich künftig sofort anschließen, sobald du hier bist. Es lohnt nicht, Zeit zu vergeuden.«
    »Woher kommt das, dieses Gefühl, das ich hier habe?«
    Er zuckte die Achseln. »Das versteht niemand. Manche sagen, es ist ein Ionisationseffekt. Andere sagen, es liegt an irgendwas in der Atmosphäre. Und wieder andere glauben sogar, dass hier überall unsichtbare, unbestimmbare fremdartige Intelligenzen herumschwirren, denen es einfach Spaß macht, uns psychisch einzuheizen. Aber für mich klingt das alles einfach nach Hirnblähungen und Dünnschiss. Ich glaube, hier ist ganz einfach der Spielplatz des Teufels. Hierher kommt er, wenn er Urlaub machen und sich mal richtig amüsieren möchte. Und es wäre doch bloß logisch, nicht, dass das, was den Teufel antörnt, bei normalen Leuten ein ausgesprochenes Scheißgefühl auslöst. Und …« Er brach ab. »Oh. O mein Gott! Oh. Jesu Cretchuno! Melalo Ana Lilyi! « Und wieder krümmte er sich zusammen, und ich hörte ihn röcheln und sich übergeben. Nach einer Weile richtete er sich wieder auf, kreidebleich, Schweiß auf der Stirn. In den Augen ein gehetzter Blick. Und es gelang ihm trotzdem zu grinsen!
    »Wie viel

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