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Zurueck ins Glueck

Titel: Zurueck ins Glueck Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Suzanne Higgins
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tat ihre Missbilligung mit einem Lachen ab. Sie befand sich in Hochstimmung, seit sie definitiv wusste, dass Samantha und Cameron nie wieder ein Paar werden würden. Trotz Camerons gegenteiliger Beteuerung hatte sie nie geglaubt, dass er wirklich nichts für Sam empfand. Kein Mann heiratete nur aus geschäftlichen Gründen. Tief in ihrem Herzen hielt es Gillian für durchaus möglich, dass er Samantha geliebt hatte, aber damit war es nun aus und vorbei. Ein Verhältnis mit seiner Halbschwester – so etwas kam für Cameron nicht infrage. Nein, diese Beziehung war ein für alle Mal beendet, und damit war der Weg für sie, Gillian, frei. Bald würde Cameron ihr gehören.
    Nachdem sie ihre Mahlzeit beendet hatten, stellte Wendy die Frage, die ihr schon lange auf der Zunge brannte.
    »Was wirst du morgen machen, Sam?«

    »Keine Ahnung. Ich weiß noch nicht einmal, was ich mit dem Rest meines Lebens anfangen soll.« Samantha barg das Gesicht in den Händen.
    »Wie wäre es, wenn du vorerst einen Tag nach dem anderen in Angriff nimmst?«, schlug Wendy sachlich vor. »Gehst du wieder zur Arbeit, oder willst du dir lieber ein paar Tage frei nehmen? Ich bin schon lange urlaubsreif, und wenn du Lust hast, könnten wir zusammen wegfahren. Nach Spanien oder Italien, irgendwohin, wo es warm ist. Hier wird es mir allmählich zu ungemütlich. Na, was hältst du davon?«
    »Du bist ein Schatz, das anzubieten, Wendy, aber früher oder später werde ich diese Suppe auslöffeln müssen, ob sie mir nun schmeckt oder nicht. Je länger ich es vor mir herschiebe, desto schlimmer wird alles. Ich gehe morgen wieder arbeiten.«
    Ihre Freundinnen waren mit dieser Absicht ganz und gar nicht einverstanden.
    »Ich halte das für zu früh«, warnte Wendy.
    »Sie werden dich bestimmt nicht mit offenen Armen aufnehmen«, gab Gillian zu bedenken. »Vielleicht solltest du überlegen, ob du nicht den Job wechseln willst«, schlug sie dann vorsichtig vor. »Du weißt schon – ein sauberer Schlussstrich und ein ganz neuer Anfang.«
    Samanthas Augen sprühten Feuer. »Ich denke gar nicht daran! Gracias ist mein Baby, und das lasse ich mir nicht wegnehmen!« Sie funkelte Gillian empört an.
    »War ja nur ein Vorschlag.« Gillian lächelte schwach. Wenn Cameron sich eingebildet hatte, die Kontrolle über Gracias zu erlangen, indem er Samantha heiratete, war er ein Narr. Wenn er sie allerdings hatte heiraten wollen, weil er sie liebte, war sie selbst am Ende die Dumme.

14. Kapitel
    S amantha brauchte am Montagmorgen ihr Bett gar nicht zu verlassen, um zu wissen, dass ihr ein scheußlicher Tag bevorstand. Sie konnte den Regen hören, der mit der Wut eines abgewiesenen Liebhabers gegen ihre Fensterläden trommelte. Seufzend kuschelte sie sich unter ihre Decke, um noch ein wenig zu dösen, stellte dann aber fest, dass sie hellwach und tatendurstig war, obwohl ihr vor dem graute, was sie heute erwartete.
    Sie wusste, dass sie im Büro mit mitleidigen Blicken und gut gemeinten Trostesworten zu rechnen hatte. Das Gracias-Team war klein, arbeitete aber oft mit den Leuten von Judges Whiskey zusammen, die sich heute unter Garantie auch bei ihr einfinden und versuchen würden, sie über die jüngsten Ereignisse auszuhorchen. Dabei wünschte sie sich nur eines – sich in ihrer Arbeit vergraben zu können und kein Wort über das katastrophale Wochenende verlieren zu müssen.
    Sam stand stets früher auf als ihre Mitbewohnerinnen, weil sie täglich von Dublin nach Wicklow pendelte. Gillian war ein überzeugter Stadtmensch und hatte sich unter anderem deshalb dafür entschieden, für die Marketing Company zu arbeiten, weil die Firma ihren Sitz in Dublin hatte. Wendy dagegen verbrachte den größten Teil des Tages damit, von einem ihrer Schönheitssalons zum anderen zu fahren.

    Kurz vor acht Uhr verließ Samantha Donnybrook und brach Richtung Wicklow auf. Ihr fiel auf, dass es jetzt erheblich dunkler war als noch vor einer Woche zur selben Zeit. Lag das am Regen, oder kam es ihr nur so vor, weil sie sich in einer so düsteren Stimmung befand? Dann wurde ihr bewusst, dass der Oktober angebrochen war und der Herbst allmählich in den Winter überging. Die dunkle Jahreszeit rückt näher, dachte sie bedrückt. Wenn sich alles anders entwickelt hätte, hätte sie den Nachtflug nach Gatwick genommen und wäre mit Cameron schon auf dem Weg nach Barbados.
    »Was um alles in der Welt soll ich nur tun?«, fragte sie sich selbst laut. Sie fürchtete sich davor, Cameron heute im

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