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Das Kapital (Gesamtausgabe)

Das Kapital (Gesamtausgabe)

Titel: Das Kapital (Gesamtausgabe) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Karl Marx , Friedrich Engels
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theoretisch begleiten und befördern, so wird man darin nichts finden als die Forderung der Unterordnung des zinstragenden Kapitals, überhaupt der verleihbaren Produktionsmittel, unter die kapitalistische Produktionsweise als eine ihrer Bedingungen. Hält man sich an die bloße Phrase, so wird die Übereinstimmung, bis auf den Ausdruck herab, mit den Bank- und Kreditillusionen der St. Simonisten oft in Erstaunen setzen.
    Ganz wie der cultivateur bei den Physiokraten nicht den wirklichen Landbauer, sondern den Großpächter bedeutet, so der travailleur bei St. Simon, und immer noch durchlaufend bei seinen Schülern, nicht den Arbeiter, sondern den industriellen und kommerziellen Kapitalisten.
    "Un travailleur a besoin d'aides, dc aeconds, d'ouvriers ; il les cherche intelligents, habiles, dévoués; il les met à l'œuvre, et leurs travaux sont productifs." <"Ein Arbeiter braucht Hilfskräfte, Handlanger, Handarbeiter ; sie sollen geschickt, geübt und anstellig sein; er weist ihnen Arbeit zu, und was sie tun, ist produktiv."> ([Enfan-tin,] "Religion Saint-Simonienne. Économie politique et Politique", Paris 1831, p. 104.) Man muß überhaupt nicht vergessen, daß erst in seiner letzten Schrift:, dem "Nouveau Christianisme", St.
    Simon direkt als Wortführer der arbeitenden Klasse auftritt und ihre Emanzipation als Endzweck seines Stre-1133
    DAS KAPITAL
    bens erklärt. Alle seine frühern Schriften sind in der Tat nur Verherrlichung der modernen bürgerlichen Gesellschaft gegen die feudale oder der Industriellen und Bankiers gegen die Marschälle und juristischen Gesetz-fabrikanten der Napoleonischen Zeit. Welcher Unterschied, verglichen mit den gleich- <619> zeitigen Schriften Owens! Auch bei seinen Nachfolgern, wie schon die zitierte Stelle zeigt, bleibt der industrielle Kapitalist der travailleur par excellence . Wenn man ihre Schriften kritisch liest, wird man sich nicht wundern, daß die Realisierung ihrer Kredit- und Bankträume der vom Ex-St.-Simonisten Émile Péreire gegründete Crédit mobilier war, eine Form, die übrigens nur in einem Land wie Frankreich vorherrschend werden konnte, wo weder das Kreditsystem noch die große Industrie zur modernen Höhe entwickelt waren. In England und Amerika war so etwas unmöglich. - In den folgenden Stellen der
    "Doctrine de St. Simon. Exposition. Première année. 1828/29", 3e ed., Paris 1831, steckt schon der Keim zum Crédit mobilier. Begreiflicherweise kann der Bankier wohlfeiler vorschießen als der Kapitalist und Pri-vatwucherer. Es ist also diesen Bankiers
    "möglich, den Industriellen Werkzeuge weit wohlfeiler, d.h. zu niedrigeren Zinsen zu verschaffen, als die Grundeigentümer und Kapitalisten es könnten, die sich leichter in der Auswahl der Borger täuschen können".
    (p.202.)
    Aber die Verfasser fügen selbst in der Note hinzu:
    "Der Vorteil, der aus der Vermittlung des Bankiers zwischen den Müßigen und den travailleurs folgen müßte, wird oft aufgewogen und selbst vernichtet durch die Gelegenheit, die unsre desorganisierte Gesellschaft dem Egoismus bietet, sich in den verschiednen Formen des Betrugs und des Charlatanismus geltend zu machen; die Bankiers drängen sich oft zwischen travailleurs und Müßige, um beide zum Schaden der Gesellschaft auszubeuten."
    Travailleur steht hier für capitaliste industriel . Übrigens ist es falsch, die Mittel, worüber das moderne Bankwesen verfügt, bloß als die <620> Mittel der Müßigen zu betrachten. Erstens ist es der Teil des Kapitals, den Industrielle und Kaufleute momentan unbeschäftigt in Geldform halten, als Geldreserve oder erst anzulegendes Kapital; also müßiges Kapital, aber nicht Kapital der Müßigen. Zweitens der Teil der Revenuen und Ersparungen aller, der permanent oder transitorisch für Akkumulation bestimmt ist. Und beides ist wesentlich für den Charakter des Banksystems.
    Es muß aber nie vergessen werden, daß erstens das Geld - in der Form der edlen Metalle - die Unterlage bleibt, wovon das Kreditwesen der Natur der Sache nach nie loskommen kann. Zweitens, daß das Kreditsystem das Monopol der gesellschaftlichen Produktionsmittel (in der Form von Kapital und Grundeigentum) in den Händen von Privaten zur Voraussetzung hat, daß es selbst einerseits eine immanente Form der kapitalistischen Produktionsweise ist und andrerseits eine treibende Kraft ihrer Entwicklung zu ihrer höchst- und letztmöglichen

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