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Tausendundeine Wuestennacht

Tausendundeine Wuestennacht

Titel: Tausendundeine Wuestennacht Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Susan Stephens
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verbergen versuchte. Wovor fürchtete sie sich?
    Als er die Besprechung beendete, hatte er einen Entschluss gefasst. Der Kandidat seiner Wahl musste im Innen- und im Außendienst arbeiten und mit Menschen aus allen Schichten umgehen können. Und er wusste auch schon, wie er Casey als Nächstes prüfen würde.

6. KAPITEL
    „Was wollen wir hier?“ Neugierig spähte Casey aus dem Limousinenfenster, als sie vor einem Lagerhaus im Hafen vorfuhren.
    „Ich möchte Ihnen einige Dinge zeigen, die Sie verkaufen sollen“, erklärte Raffa.
    „Ich soll sie verkaufen? Und wo bitte?“
    „Warten Sie ab.“
    Wie hübsch sie aussah, wenn sie unsicher lächelte. Er winkte den Chauffeur fort und half Casey beim Aussteigen. Fürs Erste brauchte er keinen Fahrer mehr.
    „Könnten Sie einen anderen von meinen Wagen herbringen lassen?“, wies er den Fahrer an, während Casey das hangargroße Lagerhaus ehrfürchtig betrachtete.
    „Natürlich, Sir. Welcher Wagen darf es bitte sein?“
    Caseys Bemerkung über die Verschwendung in A’Qaban fiel Raffa ein, ihm schlug das Gewissen. Er forderte den Tesla an, der zum Hafen gebracht werden sollte.
    „Den Tesla? Sehr wohl, Sir.“
    „Kommen Sie.“ Raffa wandte sich wieder Casey zu. „Gehen wir hinein.“
    Durch eine Seitentür führte er sie in einen riesigen Lagerraum, der bis zur Decke mit allem nur erdenklichen Luxuskrempel vollgestapelt war: vom chromblitzenden Hummer bis zum Edelgeschirr für fünf Poloteams. Von dort ging es in einen Nebenraum, in dem sich ebenfalls so viel überflüssiges Zeug aufgestaut hatte, dass Casey fassungslos war.
    „Meine Güte! Was soll das alles?“, fragte sie kopfschüttelnd.
    Fast konnte er hören, wie es hinter ihrer Stirn arbeitete. Wahrscheinlich dachte sie prompt an ein Kaufhaus, in dem sie den ganzen Kram anbieten konnte.
    „Das ist noch nicht alles“, warnte er sie und führte sie einen mit staubigen Kisten vollgestellten Gang entlang.
    „Verraten Sie mir, was das alles bedeuten soll?“, wiederholte Casey verständnislos, während sie ihm folgte.
    „Sie mögen Herausforderungen?“
    „Ja“, gab sie zögernd zu.
    „Dann lassen Sie uns in das Innere des Heiligtums vordringen.“
    Vor der Tür waren Wachen postiert, und Raffa musste mehrfach Passcodes eingeben, ehe ihm ein Irisscanner schließlich Zutritt gewährte. In dem besagten Heiligtum angekommen, stellte Casey überrascht fest, dass sie sich in einem büroähnlichen Raum befanden. Nachdem Raffa die Tür hinter ihnen sorgfältig verriegelt hatte, bediente er einen verborgenen Hebel, und aus dem Boden erhob sich ein mächtiger Tresor.
    „Haben Sie noch mehr Überraschungen auf Lager?“, fragte Casey, als Raffa sie prüfend ansah.
    Einen Moment lang blickten sie sich stumm an. „Mal sehen“, erwiderte er amüsiert. „Ich bin mir noch nicht sicher, was Sie überraschen kann.“
    Er holte einen Schlüssel aus seiner Tasche, ging zum Tresor und gab eine Nummernfolge ein. Casey atmete tief durch, als die Tür wie auf ein Zauberwort aufsprang. Wortlos hob Raffa einen kofferartigen Behälter heraus und forderte Casey auf, sich an den Tisch zu setzen.
    „Ich stelle den Koffer dort herüber, damit Sie sich alles besser ansehen können“, sagte er. „In ihm befinden sich Dinge, die man besser nicht fallen lassen sollte.“
    Raffa zog sich einen Stuhl heran und setzte sich neben Casey, ohne sie zu berühren.
    Ihr stockte der Atem, als Raffa ihr eins der berühmten Fabergé-Eier zeigte. „Ach das ist …“ Ihre Stimme versagte. Das Kunstwerk war von atemberaubender Schönheit und noch weitaus feiner gearbeitet, als es ein Foto jemals wiedergeben konnte. Eins war Casey sofort klar: Ihr fehlten die Fachkenntnisse, um so unermesslich kostbare Kunstgegenstände verkaufen zu können. Diesen Test würde sie nicht bestehen. Raffa fuhr fort, ihr unschätzbare Schmuckstücke zu zeigen, wie sie nur ein Scheich sammeln konnte. Unwillkürlich dachte Casey an die Auktionssumme des Nummernschildes und musste sich eingestehen, dass hier in ganz anderen Dimensionen gerechnet wurde. Fasziniert beobachtete sie Raffa, der die Kunstschätze vorsichtig, fast ehrfürchtig behandelte.
    Als sie erschauerte, sah er sie prüfend an.
    „Alles in Ordnung, Casey?“, fragte er leise.
    Ihr Mund fühlte sich trocken an, sie versuchte, sich auf das atemberaubende, mit Diamanten und Smaragden besetzte Halsgeschmeide zu konzentrieren, das Raffa einer Schatulle entnommen hatte. „Und für all diese Schätze wollen

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