1000 Places to See Before You Die
Republik, Große Antillen
W enn Sie über das 500 Jahre alte Kopfsteinpflaster der Zona Colonial gehen, wandeln Sie auf den Spuren der ersten Forscher in der „Neuen Welt“. Christoph Kolumbus entdeckte 1492 die Insel Hispaniola, die sich heute die Staaten Dominikanische Republik und Haiti (siehe → hier ) teilen, und nannte sie „die schönste, die je ein menschliches Auge erblickte“. 1496 gründete sein Bruder Bartolomeo Santo Domingo dort, wo der Río Ozama ins Meer fließt. 1509 wurde sein Sohn Diego zum ersten Vizekönig einer Kolonie, die später zum Hauptausgangspunkt der frühen spanischen Vorstöße nach Amerika wurde.
Die Catedral de Santa María la Menor ist die älteste Kathedrale Amerikas.
Santo Domingo hat viele „Erstlinge“ der Neuen Welt vorzuweisen – die erste Kathedrale, das erste Fort, Krankenhaus, Kloster, Zollhaus, die erste Universität, gepflasterte Straße und sogar das erste Kanalisationssystem Amerikas. Die meisten davon findet man in der Zona Colonial, Fundgrube historischer Architektur und Herz von Santo Domingo. Steigen Sie auf den mit Zinnen bewehrten Tower of Tomage, Teil des 1502 errichteten Fortaleza Ozama, und genießen Sie den Rundumblick über Stadt und Meer. In der Kathedrale Santa María la Menor findet man gewölbte Decken und 14 Hauskapellen, während der Palast Alcazar de Colón von 1517, einst Residenz für Kolumbus’ Sohn, heute ein Museum ist, das Besitztümer der Kolumbus-Familie und Möbel aus dem 16. Jh. ausstellt.
Die spanische Eroberung ging zulasten der eingeborenen Taíno, eines zu den Arawak gehörenden Volkes, das innerhalb von 30 Jahren durch Krieg, Versklavung und Krankheiten ausgelöscht wurde – schon um 1600 gab es auf der ganzen Insel keine Taínos mehr. Das Erbe der Taíno kann man im Museo del Hombre Dominicano erleben, das die schönste Sammlung der Karibik von Artefakten dieses Volkes aufweisen kann. Ein Wort aus der Taínosprache, und vielleicht auch ihre Erfindung, hat sich als hamaca ins Spanische gerettet –, zu deutsch: Hängematte. Das Museum ist eines von 4 Hauptmuseen an der modernen Plaza de la Cultura.
Das lebendige Zentrum der Zona Colonial ist das stets überfüllte Café und Restaurant El Conde. Bestellen Sie ein kaltes Presidente-Bier oder einen Morir Soñando – wörtlich „träumend sterben“ –, ein Mix aus Orangensaft, Milch, Zucker und zerstoßenem Eis, und genießen Sie den Anblick des Parque Colón, einem grünen Platz im Herzen des Viertels. Straßenstände verkaufen schmackhafte Empanadas, aber wenn Sie gepflegt bei Livemusik speisen wollen, ist das Mesón D’Bari die richtige Wahl, wo gegrillte Krebse, würzige Shrimps und Livemusik zu den Spezialitäten gehören.
In der Zona Colonial gibt es eine Menge Nachtclubs am Malecón, einem lebhaften, von Palmen gesäumten Strandboulevard, wo der charmante, sexy Merengue total angesagt ist. Der Merengue entstand in der DR zusammen mit seinem bluesartigen Verwandten Bachata, und die Obsession der Inselbewohner erreicht jeden Sommer ihren Höhepunkt, wenn sich der Malecón während des Festival del Merengue mit Livemusik in eine 6,5 km lange Tanzfläche verwandelt. Der beste Ort, um das ganze Jahr über den Meistern zuzuschauen und selbst einige Schritte auszuprobieren, ist das Mauna Loa, ein opulenter Art-déco-Nachtclub aus den 1920ern.
Das Hostal Nicolas de Ovando, ein Herrenhaus von 1502, das für den ersten Gouverneur Amerikas gebaut und nach ihm benannt wurde, ist das schönste im Kolonialviertel, mit hübschen Zimmern und einem von Bäumen beschatteten Swimmingpool nur 5 Minuten vom Meer entfernt. Es liegt direkt an der historischen Calle las Damas – der „Straße der Damen“ –, der ersten gepflasterten Straße der Neuen Welt und benannt nach den eleganten Damen des Hofes, die hier einst wandelten.
I NFO : www.godominicanrepublic.com . M USEO DEL H OMBRE D OMINICANO : Tel. +1/809-687-3623; www.museodelhombredominicano.org.do . M ESÓN D’B ARI : Tel. +1/809-687-4091.
Preise:
Dinner € 22. H OSTAL N ICOLAS DE O VANDO : Tel. +1/809-685-9955; www.accorhotels.com .
Preise:
ab € 96 (Nebensaison), ab € 130 (Hochsaison). R EISEZEIT : 27. Feb.: Unabhängigkeitstag; 1. So. im März: Karneval; letzte 2 Wochen im März: Son Festival; Ende Juli–Anf. Aug.: Festival del Merengue; Okt.: Latin Music Festival; Silvester: am Malecón.
Eine duftende, verlockend malerische Gewürzinsel
S T. G EORGE’S H ARBOUR UND G RAND A NSE B EACH
St. George’s,
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