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Harry Potter - Gesamtausgabe

Harry Potter - Gesamtausgabe

Titel: Harry Potter - Gesamtausgabe Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Joanne K. Rowling
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rechten zückte sie den Zauberstab.
    »Alohomora!«
    Das Fenster sprang auf.
    »Wie … wie?«, fragte Black erschöpft und starrte den Hippogreif an.
    »Steig auf. Wir haben keine Zeit zu verlieren«, sagte Harry und packte Seidenschnabel fest an der einen Seite seines schlanken Halses, um ihn ruhig zu halten. »Du musst fliehen – die Dementoren kommen – Macnair holt sie.«
    Black hielt sich an beiden Seiten des Fensters fest und zog Kopf und Schultern ins Freie. Ein Glück, dass er so mager war. In Sekundenschnelle gelang es ihm, ein Bein über Seidenschnabels Rücken zu schwingen und sich hinter Hermine auf den Hippogreif zu ziehen.
    »Gut gemacht, Seidenschnabel, und jetzt hoch –«, sagte Harry und schlackerte mit der Leine. »Hoch zum Turm – mach schon!«
    Mit einem Schlag seiner mächtigen Flügel rauschten sie davon, hoch bis zur Spitze des Westturms. Seidenschnabel landete hufklappernd auf den Zinnen und Harry und Hermine ließen sich sofort heruntergleiten.
    »Sirius, du verschwindest am besten, schnell«, keuchte Harry. »Sie werden jeden Moment in Flitwicks Büro kommen und sehen, dass du fort bist.«
    Seidenschnabel scharrte auf dem Boden und warf seinen scharfen Kopf hin und her.
    »Was ist mit dem anderen Jungen passiert? Mit Ron?«, drängte Sirius.
    »Er wird sich wieder erholen – ist immer noch außer Gefecht, aber Madam Pomfrey sagt, sie wird ihn schon wieder hinkriegen – schnell – flieh –«
    Doch Black starrte Harry unverwandt an.
    »Wie kann ich dir jemals danken –«
    »Flieh!«, riefen Harry und Hermine aus einem Mund.
    Black warf Seidenschnabel herum und sah in den offenen Himmel.
    »Wir sehen uns wieder«, sagte er. »Du bist – ganz der Sohn deines Vaters, Harry …«
    Er drückte die Fersen in Seidenschnabels Seiten; Harry und Hermine sprangen zurück und die gewaltigen Flügel hoben sich von neuem … der Hippogreif stieg in den Nachthimmel … Harry sah ihnen nach, wie sie kleiner und kleiner wurden … dann schob sich eine Wolke vor den Mond … fort waren sie.

 
Noch einmal Eulenpost
    »Harry!«
    Hermine zupfte ihn am Ärmel und starrte auf die Uhr. »Wir haben genau zehn Minuten, um in den Krankenflügel runterzukommen, bevor Dumbledore die Tür schließt – und keiner darf uns sehen!«
    »Okay«, sagte Harry und wandte sich widerwillig vom Nachthimmel ab, »gehen wir …«
    Sie schlüpften durch die Turmtür und stiegen eine schmale Wendeltreppe hinunter. Unten angekommen, hörten sie Stimmen. Sie pressten sich gegen die Wand und lauschten. Die Stimmen klangen nach Fudge und Snape, die rasch den Korridor entlanggingen, in dem Harry und Hermine standen.
    »… hoffe nur, Dumbledore macht keine Scherereien«, sagte Snape. »Der Kuss wird doch sofort ausgeführt?«
    »Sobald Macnair mit den Dementoren zurückkommt. Diese ganze Affäre mit Black war äußerst peinlich. Ich kann Ihnen nicht sagen, wie sehr ich mich darauf freue, dem Tagespropheten mitteilen zu können, dass wir ihn endlich gefasst haben … die werden mit Ihnen sprechen wollen, Snape … und sobald der junge Harry wieder bei Verstand ist, möchte er den Zeitungsleuten sicher genau erzählen, wie Sie ihn gerettet haben …«
    Harry biss die Zähne zusammen. Fudge und Snape gingen jetzt an ihrem Versteck vorbei und er erhaschte einen Blick auf Snapes grinsendes Gesicht. Ihre Schritte wurden leiser und erstarben. Um sicherzugehen, warteten Harry und Hermine noch einige Sekunden, dann rannten sie in die andere Richtung: eine Treppe hinunter, noch eine, durch einen Korridor – und dann hörten sie vor sich ein gackerndes Lachen.
    »Peeves!«, zischte Harry und packte Hermine am Handgelenk, »da rein!«
    Gerade noch rechtzeitig stürzten sie in ein leeres Klassenzimmer zur Linken. Peeves hüpfte in bester Laune den Korridor entlang und schien sich vor Lachen nicht mehr einzukriegen.
    »Oh, ist der abscheulich«, wisperte Hermine, das Ohr an der Tür. »Ich wette, er ist ganz aus dem Häuschen, weil die Dementoren Sirius erledigen wollen …« Sie sah auf die Uhr. »Noch drei Minuten, Harry!«
    Sie warteten, bis Peeves’ schadenfroher Singsang in der Ferne verstummt war, dann glitten sie aus dem Zimmer und rannten erneut los.
    »Hermine – was passiert – wenn wir nicht reinkommen – bevor Dumbledore die Tür schließt?«, hechelte Harry.
    »Daran will ich gar nicht denken!«, stöhnte Hermine und sah wieder auf die Uhr. »Eine Minute noch!«
    Sie waren im Korridor zum Krankenflügel angelangt. »Gut –

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