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Herr des Chaos

Herr des Chaos

Titel: Herr des Chaos Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Robert Jordan
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gut. Sein Kopf schmerzte. Die bereitwillige Lektion, die Elayne heute morgen über das Übel des Trinkens erteilt hatte, klang ihm noch in den Ohren. Das war ein weiterer Grund dafür, warum er wieder Halt finden mußte. Er war zu schwach gewesen, um etwas zu erwidern. Er war einfach nur aus dem Bett geschlichen und hatte sich gefragt, ob er sich auf Pips hieven könnte.
    All das ging ihm in der Zeit durch den Sinn, die Vandene brauchte, um ihr Pferd zum Palast umzuwenden. »Ich werde für meine Männer in einem der Gasthäuser Zimmer besorgen«, sagte er laut. »Wenn Ihr oder Elayne ausgehen wollt, Nynaeve, könnt Ihr eine Nachricht schicken, und ich werde Euch einige Männer zur Begleitung mitgeben.« Sie würden es wahrscheinlich nicht tun - niemand vermochte eine Frau zu bevormunden, die sich in einer Bärengrube mit bloßen Händen verteidigen zu können glaubte -, aber er hätte darauf gewettet, daß Vanin eine Möglichkeit wüßte herauszufinden, wann sie ausgingen. Und wenn nicht er, dann Juilin. Ein Diebefänger sollte wissen, wie man das anstellte. »Das dort wird genügen.« Er deutete zufällig auf ein großes Gebäude jenseits des Platzes. Über dem Bogeneingang schwang ein Schild, das er nicht erkennen konnte.
    Vandene schaute zu Adeleas. Elayne schaute zu Nynaeve. Und Aviendha sah ihn stirnrunzelnd an.
    Er gab jedoch keiner von ihnen die Gelegenheit zu einer Erwiderung. »Thom, Juilin, was haltet ihr von einigen Bechern gewürztem Wein?« Vielleicht wäre Wasser besser. Er hatte niemals zuvor in seinem Leben soviel getrunken.
    Thom schüttelte den Kopf. »Vielleicht später, Mat. Ich möchte in der Nähe bleiben, falls Elayne mich braucht.« Das fast väterliche Lächeln, das er ihr zugedachte, schwand, als er sah, daß sie Mat verdutzt ansah. Juilin lächelte nicht - er lächelte nur noch selten -, aber auch er meinte, er wolle in der Nähe bleiben und würde vielleicht später mitkommen.
    »Wie ihr wollt«, sagte Mat und setzte sich seinen Hut wieder auf. »Vanin. Vanin!« Der dicke Mann schrak zusammen und unterbrach seine Anbetung Elaynes. Tatsächlich errötete er! Licht, die Frau übte einen schlechten Einfluß auf ihn aus.
    Als Mat Pips umwandte, erklang Elaynes Stimme in seinem Rücken, die noch bereitwilliger klang als am Morgen. »Ihr werdet sie nicht zuviel trinken lassen, Meister Cauthon. Einige Männer wissen nicht, wann sie aufhören müssen. Und Ihr solltet sicherlich nicht zulassen, daß ein kleiner Junge betrunkene Männer sieht.«
    Er knirschte mit den Zähnen und ritt weiter über den Platz, ohne zurückzuschauen. Olver sah ihn an. Er würde die Männer warnen müssen, sich nicht vor dem Jungen zu betrinken, besonders Mendair. Licht, wie er es haßte, wenn sie ihm sagte, was er tun sollte!
    Das Gasthaus hieß Die Wanderin, aber das Schild über der Tür und der Schankraum versprachen alles, wonach es Mat verlangte. In dem Raum mit der hohen Decke und den breiten Bogenfenstern war es sicherlich kühler als draußen. Die Läden wiesen anscheinend mehr Löcher als Holz auf, aber sie spendeten dem Raum dennoch Schatten. Fremde saßen zwischen Einheimischen, ein schlaksiger Murandianer mit gedrehtem Schnurrbart, ein gedrungener Kandori mit zwei Silberketten über der Vorderseite seines Umhangs und andere, die Mat nicht sofort erkannte. Schwacher Pfeifendunst erfüllte die Luft, und zwei Frauen, die auf schrillen Flöten spielten und ein Bursche mit einer Trommel zwischen den Knien boten eine seltsame Musik dar. Das beste war aber, daß die Schankmädchen hübsch waren und an vier Tischen Männer würfelten. Der Kandori-Händler spielte Karten.
    Die stattliche Wirtin stellte sich als Setalle Anan vor, obwohl sie mit ihren haselnußbraunen Augen niemals in Ebou Dar geboren sein konnte. »Mylords.« Große goldene Ringe in ihren Ohren schwangen mit, als sie vor Mat und Nalesean den Kopf beugte. »Darf Die Wanderin Euch bescheidene Unterkunft bieten?«
    Sie war trotz einer Spur Grau im Haar hübsch, aber Mat beobachtete ihre Augen. An einer engen Halskette trug sie einen Hochzeitsdolch, dessen Heft mit roten und weißen Steinen sich zwischen ihre üppigen Brüste schmiegte, und auch an ihrem Gürtel steckte einer jener gebogenen Dolche. Er konnte dennoch nicht umhin zu grinsen. »Herrin Anan, ich habe das Gefühl, nach Hause gekommen zu sein.«
    Das Seltsame war, daß der Würfel in seinem Kopf aufgehört hatte umherzurollen.

KAPITEL
48

    Auf dem Dolch ausruhen
    N ynaeve kletterte aus der

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