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Saemtliche Werke von Karl May - Band 01

Saemtliche Werke von Karl May - Band 01

Titel: Saemtliche Werke von Karl May - Band 01 Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Karl May
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Bibern zu suchen.«
    »Da werdet ihr wohl nicht viele finden. Wer Dickschwänze fangen will, muß weiter nördlich gehen. So seid ihr also Trapper, Biberjäger?«
    »Ja. Ich heiße Knox und mein Gefährte Hilton.«
    »Aber wo habt Ihr denn Eure Biberfallen, Master Knox, ohne welche Ihr keinen Fang machen könnt?«
    »Die sind uns da unten am San Juanflusse von Dieben, vielleicht von Indianern, gestohlen worden. Vielleicht treffen wir ein Kamp, wo es welche zu kaufen gibt. Ihr meint also, daß wir uns euch zunächst bis nach den Elkbergen anschließen dürfen?«
    »Habe nichts dagegen, wenn meine Gefährten es zufrieden sind.«
    »Schön, Master! So dürfen wir nun wohl eure Namen erfahren?«
    »Warum nicht! Mich nennt man den dicken Jemmy; mein Nachbar rechts ist der – – –«
    »Der lange Davy wohl?« fiel Knox schnell ein.
    »Ja. Ihr erratet es wohl?«
    »Natürlich! Ihr seid ja weit und breit bekannt, und wo der dicke Jemmy sich befindet, da braucht man nicht lange nach seinem Davy zu suchen. Und der kleine Master hier an Eurer linken Seite?«
    »Den nennen wir Hobble-Frank; ein famoses Kerlchen, den Ihr schon noch kennen lernen werdet.«
    Frank warf einen warmen, dankbaren Blick auf den Sprecher, und dieser fuhr fort: »Und der letzte Name, den ich Euch zu nennen habe, ist Euch jedenfalls noch besser bekannt, als der meinige. Ich denke doch, daß Ihr von Old Shatterhand gehört habt.«
    »Old Shatterhand?« rief Knox aufs freudigste überrascht. »Wirklich? Ist’s wahr, Sir, daß Ihr Old Shatterhand seid?«
    »Warum sollte es nicht wahr sein,« antwortete der Genannte.
    »Dann erlaubt mir, Euch zu sagen, daß ich mich unendlich freue, Euch kennen zu lernen, Sir!«
    Er streckte bei diesen Worten dem Jäger die Hand entgegen und warf dabei Hilton einen Blick zu, welcher diesem sagen sollte: »Du, freue dich auch, denn nun sind wir geborgen. Wenn wir bei diesem berühmten Mann sind, haben wir nichts mehr zu befürchten.« Old Shatterhand aber that, als ob er die ihm angebotene Hand gar nicht bemerkte und entgegnete in kaltem Tone: »Freut Ihr Euch wirklich? Dann ist es schade, daß ich Eure Freude nicht zu teilen vermag.«
    »Warum nicht, Sir?«
    »Weil ihr Leute seid, über welche man sich überhaupt nicht freuen kann.«
    »Wie meint Ihr das?« fragte Knox, ganz betroffen über diese Offenheit. »Ich nehme an, daß Ihr scherzet, Sir.«
    »Ich spreche im Ernste. Ihr seid zwei Schwindler und vielleicht gar etwas noch viel Schlimmeres.«
    »Oho! Meint Ihr, daß wir eine solche Beleidigung auf uns sitzen lassen?«
    »Jawohl, das meine ich, denn was könnt ihr andres thun?«
    »Kennt Ihr uns etwa?«
    »Nein. Das wäre auch keine Ehre für mich.«
    »Sir, Ihr werdet immer rücksichtsloser. Man beleidigt keinen, mit dem man vorher gegessen hat. Beweist mir doch einmal, daß wir Schwindler sind!«
    »Warum nicht!« antwortete Old Shatterhand gleichmütig.
    »Das ist Euch unmöglich. Ihr gesteht ja selbst, daß Ihr uns nicht kennt. Ihr habt uns noch nie gesehen. Wie wollt Ihr da nachweisen, daß Eure Worte auf Wahrheit beruhen?«
    »Pshaw, gebt euch keine unnütze Mühe, und haltet doch um Gottes willen Old Shatterhand nicht für so dumm, daß er sich von Leuten eures Schlages einen Coyoten anstatt eines Büffels vormalen läßt! Gleich als mein erster Blick auf euch fiel, habe ich gewußt, wer und was ihr seid. Also unten am San Juan habt ihr eure Fallen ausgelegt gehabt? Wann denn?«
    »Vor vier Tagen.«
    »So kommt ihr also direkt von dort herauf?«
    »Ja.«
    »Das wäre also von Süden her und ist eine Lüge. Ihr seid ganz kurz nach uns gekommen und wir müßten euch also draußen auf der offenen Prairie gesehen haben. Nach Norden aber tritt der Wald weiter vor und hinter dieser Waldeszunge habt ihr euch befunden, als ich zum letztenmal, bevor wir in den Pfad einlenkten, Umschau hielt. Ihr seid vom Norden gekommen.«
    »Aber, Sir, ich habe die Wahrheit gesagt. Ihr habt uns nicht gesehen.«
    »Ich? Euch nicht gesehen? Wenn ich so schlechte Augen hätte, wäre ich schon tausendmal verloren gewesen. Nein, ihr macht mir nichts weiß! Und nun weiter: Wo habt ihr eure Sättel?«
    »Die sind uns auch mit gestohlen worden.«
    »Und das Zaumzeug?«
    »Ebenso.«
    »Mann, haltet mich nicht für einen dummen Jungen!« lachte Old Shatterhand verächtlich. »Ihr habt wohl Sattel und Zaum mit den Biberfallen ins Wasser gesteckt, daß das alles zusammen gestohlen werden konnte? Welcher Jäger nimmt dem Pferde den Zaum ab? Und

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