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Die Orks 01 - Die Rückkehr der Orks

Titel: Die Orks 01 - Die Rückkehr der Orks Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Michael Peinkofer
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noch auf dem Weg zurück zu seinem Lager hatte Corwyn einen Plan gefasst; einen Plan, wie er die Elfin befreien und sich ihrer Dankbarkeit versichern und gleichzeitig die Orks lebendig fangen konnte, um sie auf dem Sklavenmarkt von Andaril zu verkaufen.
    Er musste nur alles gut vorbereiten.
    Und abwarten …
    Als der neue Tag heraufdämmerte, fand er die Orks und ihre Gefangene schon wieder auf den Beinen vor.
    Balbok hätte nichts dagegen gehabt, noch ein wenig länger zu dösen, aber Rammar, der die Wache in der zweiten Nachthälfte übernommen hatte, riss ihn und Alannah unbarmherzig aus dem Schlaf – vorausgesetzt natürlich, die Elfin hatte überhaupt geschlafen. Einmal mehr hatte sie mit offenen Augen an der erloschenen Feuerstelle gekauert und vor sich hingestarrt, dabei aber ruhig und gleichmäßig geatmet. Und einmal mehr war Rammar überzeugt davon, dass er aus diesen Elfen wohl niemals schlau werden würde.
    Nach den Ereignissen des Vortags gab es nichts, das die Orks noch im Scharfgebirge hielt. Und einem Waldläufer, die dafür bekannt waren, dass sie nichts auf der Welt mehr hassten als Orks, wollten sie erst recht nicht begegnen. Auch Zwerge trieben sich in dieser Gegend herum, die Orks ebenfalls nicht gerade zu ihren Freunden zählten. Rammar und Balbok wollten also rasch weiter.
    Nur zwei Wege gab es, die aus dem Scharfgebirge führten – der eine steil und beschwerlich, der andere ein sehr langer Weg und mit unwägbaren Risiken. Rammar hatte jedoch die Schnauze voll von den Bergen, also nahmen sie nicht den steilen Narbenpass, sondern würden dem Eisfluss folgen, um unter Umgehung der Sümpfe nach Süden vorzustoßen, wo sich das Scharfgebirge in der Ebene von Scaria verlor. Dort würden sie sich nach Westen wenden, wo die heimischen Gefilde der Modermark lagen.
    Was die Zeit betraf, die ihnen noch blieb, hatten die beiden Orks ein wenig die Orientierung verloren. Sie wussten nicht mehr, wie lange es noch bis zum vollen Blutmond war, aber Balbok schätzte, dass ihnen noch eine gute Woche blieb.
    »Noch eine ganze Woche?«, fragte Rammar skeptisch. »Bist du dir da auch ganz sicher?«
    Auf einmal wirkte Balbok nicht mehr ganz so überzeugt. Er hob eine Klaue, begann die Tage an den Krallen abzuzählen und murmelte: »Also – eine Woche des Orkmonats hat fünf bis sechs Tage … und jeder zweite oder dritte Tag wird nicht mitgezählt, weil man einen Blutbierschädel vom Abend zuvor hat … Das ergibt … also … mmh …« Seine hohe Stirn zerknitterte sich, und es dauerte eine Weile, bis sich seine Züge wieder erhellten. »Ich hab's«, verkündete er stolz. »Ich denke, es sind bougum.«
    »Bougum?«, brauste Rammar auf. »Du meinst, es sind nur noch wenige Tage?«
    »Genau«, bestätigte Balbok zufrieden.
    »Du dämlicher umbal! Und um das festzustellen, musstest du so lange grübeln?«
    »Nun, ich …«
    »Wenn wir Girgas' Haupt nicht rechtzeitig ins bolboug zurückbringen, ist die Frist, die uns Graishak gesetzt hat, abgelaufen, und dann lässt er uns unsere Bäuche mit Zwiebeln und Knoblauch stopfen und bei einem Gelage zu Girgas' Ehren als Hauptgang servieren!« Er starrte seinen Bruder wütend an. »Was ist los mit dir, Balbok? Vor Girgas und der ganzen Meute hast du noch damit angegeben, zählen zu können! Kannst du es nun oder nicht? Wie viele Tage waren es noch bis zum vollen Blutmond, als wir das bolboug verließen? Du brauchst doch nur die Tage, die wir schon unterwegs sind, hinzuzuzählen, dann hast du die Frist, die uns noch bleibt!«
    Unterdessen versuchte Balbok erneut, die verbliebenen Tage an seinen Krallenringern abzuzählen, doch je lauter sein Bruder mit ihm schimpfte, desto hektischer wurde er dabei. »Also … wenn ich vier Gnomen-Skalpe habe«, murmelte er, »und mein Binder klaut mir drei, dann bleiben mir … mmh … den Skalp meines Bruders dazugerechnet … mmh …«
    Schweiß perlte auf Balboks Stirn, hinter der sein Gehirn Höchstleistungen vollbrachte. Dennoch kam er zu keinem Ergebnis, und schließlich gab er es auf.
    »Das ist rechnen, Rammar, nicht zählen«, rechtfertigte er sich kläglich. »Und rechnen ist viel schwieriger als zählen!«
    Rammar schnaubte verächtlich. Aber er sagte sich, dass es auf ein paar Tage mehr oder weniger sicherlich nicht mehr ankam. Sie hatten ihren Auftrag ausgeführt und die Karte von Shakara besorgt (wenn auch in etwas anderer Form als erwartet), und sie brauchten sie nur noch dem Zauberer zu bringen, um im

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