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Die Orks 01 - Die Rückkehr der Orks

Titel: Die Orks 01 - Die Rückkehr der Orks Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Michael Peinkofer
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aller Welt, war das?«, fragte er leise.
    »Ich weiß es nicht«, antwortete Alannah. »Der Wald von Trowna birgt viele Geheimnisse, einige davon so alt und schrecklich, dass nicht einmal mein Volk sich daran erinnern mag.«
    »Verdammt!«, knurrte der dicke Ork. »Ich hätte mich beinahe ange shnorsht.«
    »Ich ebenfalls«, flüsterte Corwyn heiser.
    Die beiden schauten sich an, und es dämmerte ihnen, dass sie sich voreinander eine Blöße gegeben hatten. Eine spöttische Bemerkung lag Rammar auf der Zunge, aber er schluckte sie hinunter, zusammen mit dem bitteren Nachgeschmack, den das unheimliche Ereignis hinterlassen hatte.
    »Was tun wir jetzt?«, wandte er sich an Alannah.
    »Wir werden hier bleiben und unser Nachtlager aufschlagen«, bestimmte die Elfin. Dieser Schatten, dieses seltsame Etwas, schien auch sie beunruhigt zu haben, und möglicherweise wusste sie mehr darüber, als sie zugeben wollte. »Diese Kreatur ist noch immer hier draußen«, sagte sie nur. »Wenn wir weitergehen, laufen wir Gefahr, von ihr entdeckt zu werden. Außerdem wird es bald völlig dunkel sein.«
    Keiner ihrer drei Begleiter widersprach; wenn schon die Elfin nicht erpicht darauf war, bei Dunkelheit durch den Wald zu marschieren, so waren es die Orks und der Kopfgeldjäger erst recht nicht. Schon am Tage trieben grässliche Kreaturen im Wald von Trowna ihr Unwesen – wie mochte es dann erst nach Einbruch der Nacht sein?
    Da abgemacht war, dass Corwyn die erste Wache übernahm, konnten sich Rammar und Balbok zunächst aufs Ohr legen, wenngleich es nicht einfach sein würde, Schlaf zu finden, nach allem, was sie erlebt hatten. Rammar war sicher, dass er von gefräßigen Trollen und riesigen Schatten träumen würde, es sei denn …
    »Was ist mit Feuer?«, fragte er.
    »Nicht heute Nacht.« Alannah schüttelte den Kopf. »Es würde die Kreatur anlocken. Das hier« – sie nahm einen Stock, bückte sich und zog einen Kreis um ihr behelfsmäßiges Lager – »wird uns die Nacht über schützen und Unheil von uns fern halten.«
    »Wenn du es sagst«, meinte Rammar skeptisch. Insgeheim sagte er sich, dass es besser war, von Elfenzauber beschützt zu werden als überhaupt nicht. Auch Balbok nahm es gleichmütig hin.
    Die Elfin bettete sich auf weiches Moos, während sich die Orks ein Lager aus fauligem Laub bereiteten.
    »Verdammt«, knurrte Corwyn. »Das stinkt. Müsst ihr elenden Kerle euch immerzu in Schlamm und Fäulnis wälzen?«
    »Was hast du dagegen?«, fragte Balbok verwundert. »Schlamm und Fäulnis sind sehr gesund.«
    »Für einen Ork vielleicht«, entgegnete der Kopfgeldjäger übellaunig, »ich muss davon kotzen. Ich hätte dich erschlagen sollen, als ich die Gelegenheit dazu hatte. Oder noch besser wäre es gewesen, ich hätte euch im Lager der Zwerge zurückgelassen.«
    »Es lag nicht an dir, das zu entscheiden«, brachte Alannah in Erinnerung.
    »Stimmt, sonst wären die beiden Stinker gar nicht hier«, schimpfte Corwyn. »Dabei ist doch völlig klar, weshalb wir von dem Troll angegriffen wurden und warum es diese seltsame Schattenkreatur auf uns abgesehen hat – die Orks sind daran schuld!«
    »Wir sollen daran schuld sein?«, fragte Rammar entrüstet. »Wieso das denn?«
    »Weil ihr Ausgeburten des Bösen seid, deshalb. Die Wächter des Waldes können eure Anwesenheit spüren und versuchen, euch aufzuhalten. Wären die Elfin und ich allein, hätten wir Tirgas Lan vermutlich längst erreicht.«
    »Irrtum«, sagte Alannah, noch ehe Rammar etwas erwidern konnte. »Die Orks können nichts dafür, Corwyn.«
    »Was? Aber …?«
    »Weißt du nicht mehr, was ich euch über Trowna sagte? Der Wald betrachtet jeden als Eindringling, egal, ob es sich um einen Menschen, einen Ork oder sonst jemanden handelt. Nur die Hüterin der Karte kann den Wald ungehindert passieren. So steht es in Farawyns Prophezeiung.«
    »Das hat mir gerade noch gefehlt«, stöhnte Corwyn. »Tu mir einen Gefallen und verschone mich mit Prophezeiungen. Was als Nächstes kommt, will ich gar nicht wissen.«
    Alannah lächelte, dann fragte sie ihn: »Weißt du, was ich denke?«
    »Was?«
    »Ich denke, dass du in Wirklichkeit ein sehr ängstliches Wesen bist, Corwyn. Und dass deine Furcht der Grund dafür ist, weshalb du dich so feindselig verhältst.«
    »Unsinn!«
    »Das ist kein Unsinn, und das weißt du. Auch wenn es dir nicht gefällt, Corwyn – du bist nur ein Mensch, und Menschen fürchten sich. Und wenn es dich beruhigt, auch ich hatte Angst,

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