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Die Orks 01 - Die Rückkehr der Orks

Titel: Die Orks 01 - Die Rückkehr der Orks Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Michael Peinkofer
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Anweisungen waren in dieser Hinsicht eindeutig gewesen: Die Hohepriesterin musste um jeden Preis daran gehindert werden, ihr Geheimnis zu verraten – auch wenn dies bedeutete, ihren Mund für immer zu versiegeln!
    Der Gedanke ließ Loreto bis ins Mark erschaudern. Würde er es tun können? War seine Loyalität Aylonwyr und dem Rat gegenüber groß genug für einen Mord?
    Entschieden schüttelte der Elfenfürst den Kopf.
    Die Frage stellte sich nicht.
    Er hatte einen Befehl des Hohen Rates auszuführen, und es kam ihm nicht zu, diesen infrage zu stellen. Wenn Alannah tatsächlich mit dem Feind kollaborierte und das Geheimnis verraten wollte, das sie ihr Leben lang gehütet hatte, so hatte sie den Tod verdient – er, Loreto, war dabei nicht mehr als der ausführende Arm der Gerechtigkeit. Wenn er den Wunsch des Rates zu dessen vollster Zufriedenheit ausführte, würde er sich zudem an Bord des nächsten Schiffes befinden, das den Hafen von Tirgas Dun verließ.
    Nur darum ging es.
    Das Ziel waren die Fernen Gestade.
    Die Mauern von Tirgas Lan tauchten so unvermittelt aus dem Grün des Urwalds auf, dass die Wanderer wie versteinert verharrten.
    Der unsichtbare Pfad schien sich in Dickicht und Schlinggewächsen zu verlieren, doch im nächsten Moment war es, als würde ein Vorhang aus Moos und grünen Blättern beiseite gezogen, um sodann den Blick auf etwas freizugeben, das größer und eindrucksvoller war als alles, was Rammar und Balbok je gesehen hatten.
    Keine Orkfeste, und war sie noch so mächtig und finster, konnte es mit Tirgas Lan aufnehmen: Mauern, so riesenhaft und trutzig, dass es einem den Atem raubte, wuchsen vor ihnen in die Höhe, gekrönt von schlanken Zinnen. Dahinter ragten Türme auf, deren Kronen teils eingefallen waren; einst hatten bunte Banner auf ihnen im Wind geflattert und von der Macht der Elfen gekündet – geblieben waren nur leere Fahnenstangen, die sich wie knochige Finger in den dunklen Himmel reckten.
    Das Gestein der Festungsmauer war schwarz und von Rissen durchzogen; es erinnerte mit seiner löchrigen Oberfläche an einen Schwamm. Ein Feuer, das heißer gewesen war als alles, was Orks oder Menschen entfachen konnten, musste diesen Schaden angerichtet haben.
    Die gesamte Festung schien von teeriger Schwärze überzogen; durchbrochen wurde sie nur dort, wo der Urwald begonnen hatte, das Terrain zu erobern: Dort wucherten Moosflechten und Wurzeln an der Festungsmauer empor, und von den Türmen hingen Schlinggewächse herab. Fast hatte es den Anschein, als wollte der Wald die Anlage ersticken; von allen Seiten drängte die grüne Flut heran, schien die Festung ausmerzen und für alle Zeiten vergessen machen zu wollen.
    »Bei den Würmern in Torgas Gedärmen!«, stieß Rammar atemlos hervor. »Das ist wirklich die größte Festung, die man je in sochgal errichtet hat.«
    »Da bin ich zur Abwechslung mal deiner Meinung, Orkfresse«, stimmte Corwyn nicht weniger staunend zu.
    »Dies ist Tirgas Lan«, sagte Alannah, »die alte Königsfestung, Stadt und Burg zugleich, die einst das Zentrum des Elfenreichs war.«
    Selbst aus ihrer sonst so ruhigen Stimme war die Aufregung herauszuhören. Zum ersten Mal in ihrem Leben sah die Hohepriesterin von Shakara jene Feste, deren Schutz ihr ganzes bisheriges Leben gegolten hatte. Der Zahn der Zeit hatte an den Mauern und Türmen genagt, aber noch immer umwehte die Festung ein Hauch der alten Macht.
    »Farawyn«, flüsterte Alannah ehrfürchtig. »Hier war es, wo die letzte Schlacht gegen Margok geschlagen wurde. Hier trafen die Streiter des Guten und die Diener des Chaos zum letzten Mal aufeinander. Ihr Blut tränkte diesen Boden, und dieser Saat entwuchs der Wald von Trowna.«
    »Kein Wunder«, kommentierte Balbok, »wenn in diesem verdammten Wald so viel Ungeziefer unterwegs ist.«
    »Warum ist der Stein so brüchig?«, wollte Balbok wissen.
    »Lass dich von deinen Augen nicht täuschen, mein einfältiger Begleiter«, riet ihm die Elfin. »Die Mauern von Tirgas Lan haben Drachenfeuer und schwärzester Magie getrotzt, und sie stehen noch immer. Selbst die Zerstörungswut der Orks vermochte sie nicht einzureißen.«
    »Das wollen wir mal sehen«, brummte Rammar trotzig. »So baufällig, wie das aussieht, brauche ich nur mal kräftig dagegenzuschlagen!«
    »Wie ich schon sagte: Trau deinen Augen nicht«, mahnte ihn die Elfin. »In Farawyns Weissagung heißt es, dass derjenige, der Einlass in Tirgas Lan begehrt, ohne auserwählt zu sein, die

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