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Foundation 05: Das Foundation-Projekt

Foundation 05: Das Foundation-Projekt

Titel: Foundation 05: Das Foundation-Projekt Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Asimov Isaac
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Alptraum geraten zu sein.
    Endlich hatte er Demerzels Privatbüro erreicht, riß etwas außer Atem die Tür auf und schrie – schrie im wahrsten Sinne des Wortes – »Demerzel!«
    Der Kanzler blickte überrascht auf und erhob sich sofort, denn in Gegenwart des Kaisers blieb man nicht sitzen, es sei denn, man wurde ausdrücklich dazu aufgefordert. »Sire?« sagte er.
    Und der Kaiser knallte das Hologramm auf Demerzels Schreibtisch und fragte: »Was soll das? Würden Sie mir das erklären?«
    Und Demerzel sah sich an, was der Kaiser mitgebracht hatte. Das Hologramm war ausgezeichnet, scharf umrissen und quicklebendig. Man glaubte fast, den kleinen Jungen – zehn Jahre alt vielleicht – die Worte sprechen zu hören, die in der Überschrift standen: »Ich will nicht, daß ein Roboter das Imperium kommandiert.«
    »Sire«, sagte Demerzel ruhig. »Ich habe das auch erhalten.«
    »Und wer noch?«
    »Ich habe den Eindruck, Sire, daß dieses Flugblatt auf ganz Trantor verbreitet wurde.«
    »Richtig. Und haben Sie auch bemerkt, wen der Bengel ansieht?« Der kaiserliche Zeigefinger wies auf die betreffende Stelle. »Sind das nicht Sie?«
    »Die Ähnlichkeit ist frappant, Sire.«
    »Gehe ich recht in der Annahme, daß dieses Flugblatt, wie Sie es nennen, einzig und allein den Zweck hat, Sie zu beschuldigen, ein Roboter zu sein?«
    »Das scheint in der Tat seine Absicht zu sein, Sire.«
    »Korrigieren Sie mich bitte, wenn ich mich irre, aber versteht man unter Robotern nicht diese sagenhaften Maschinenmenschen aus… aus Sensationsromanen und Kinderbüchern?«
    »Die Mykogenier glauben fest daran, Sire, daß Roboter einst…«
    »Die Mykogenier und ihre Glaubenssätze interessieren mich nicht. Weshalb unterstellt man Ihnen, Sie seien ein Roboter?«
    »Das ist sicher nicht wörtlich zu verstehen, Sire. Man will mich als herzloses Wesen darstellen, dessen Ansichten den unbarmherzigen Rechenvorgängen einer Maschine gleichzusetzen sind.«
    »Das ist mir zu spitzfindig, Demerzel. Halten Sie mich doch bitte nicht für einen Dummkopf.« Wieder tippte er auf das Hologramm. »Die wollen den Leuten einreden, Sie seien tatsächlich ein Roboter.«
    »Wenn das jemand glauben will, können wir ihn kaum daran hindern, Sire.«
    »So etwas können wir uns nicht leisten. Es schmälert die Würde Ihres Amtes. Schlimmer noch, es schmälert das Ansehen des Kaisers. Dahinter steht doch der unausgesprochene Vorwurf, ich… ich hätte einen Maschinenmenschen zu meinem Kanzler gemacht. Das kann man nicht hingehen lassen. Hören Sie, Demerzel, es gibt doch Gesetze, die es verbieten, kaiserliche Beamte zu diffamieren?«
    »O ja, die gibt es – und sie sind recht streng, Sire. Sie gehen bis auf den großen Codex Aburamis zurück.«
    »Und wer den Kaiser selbst diffamiert, begeht ein Kapitalverbrechen, nicht wahr?«
    »Darauf steht die Todesstrafe, Sire, jawohl.«
    »Nun, diese Diffamierung betrifft nicht nur Sie, sie geht auch gegen mich – und wer immer dafür verantwortlich ist, sollte umgehend hingerichtet werden. Natürlich hat dieser Joranum die Finger im Spiel.«
    »Ohne Zweifel, Sire, aber das zu beweisen dürfte schwierig werden.«
    »Unsinn! Ich habe Beweise genug! Ich will seine Hinrichtung.«
    »Das Problem ist, Sire, daß die Anti-Diffamierungsgesetze so gut wie nie angewendet werden. In diesem Jahrhundert jedenfalls nicht mehr.«
    »Und deshalb verliert die Gesellschaft zunehmend an Halt, und das Imperium wird bis in die Grundfesten erschüttert. Die Gesetze sind immer noch gültig, also wenden Sie sie an.«
    »Bedenken Sie, Sire«, mahnte Demerzel, »ob das klug wäre. Sie würden den Anschein erwecken, ein Despot zu sein, ein Tyrann. Sie haben bisher mit größtem Erfolg regiert, weil Sie mit Güte und Milde…«
    »Sie sehen ja, wohin das führt. Mag man mich zur Abwechslung ruhig mal fürchten, anstatt mich – auf diese Weise – zu lieben.«
    »Ich möchte dringend davon abraten, Sire. Das könnte der Funke sein, der eine Rebellion entfacht.«
    »Was wollen Sie denn tun? Vor das Volk hintreten und sagen: ›Seht mich an, ich bin kein Roboter.‹«
    »Nein, Sire, denn wie Sie bereits bemerkten, würde das nicht nur mein Ansehen zerstören, sondern, was noch schlimmer wäre, auch das Ihre.«
    »Was dann?«
    »Ich weiß es noch nicht genau, Sire. Ich muß die Sache erst durchdenken.«
    »Durchdenken? – Nehmen Sie Verbindung mit Seldon auf.«
    »Sire?«
    »Was ist daran so schwer zu verstehen? Sie sollen Verbindung mit Seldon

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