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Harry Potter - Gesamtausgabe

Harry Potter - Gesamtausgabe

Titel: Harry Potter - Gesamtausgabe Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Joanne K. Rowling
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»Seit Dienstag schon durchkämme ich das Schloss und glücklicherweise lauerte der noch in Mr Filchs Aktenschrank. Besser können wir einen echten Dementor nicht nachahmen. Der Irrwicht wird sich in einen Dementor verwandeln, wenn er dich sieht, und dann können wir mit ihm üben. Ich kann ihn in meinem Büro aufbewahren, wenn wir ihn nicht benutzen, unter meinem Schreibtisch ist ein Schränkchen, da wird er sich wohl fühlen.«
    »Gut«, sagte Harry und mühte sich so zu klingen, als wäre er ganz locker und einfach froh, dass Lupin einen so guten Ersatz für einen echten Dementor gefunden hatte.
    »Also denn …« Professor Lupin hatte seinen Zauberstab gezückt und bedeutete Harry, es ihm nachzutun. »Der Zauberspruch, den ich dir jetzt beibringen will, ist schon höhere Magie, Harry – er geht weit über Zaubergrad-Niveau hinaus. Es ist der Patronus-Zauber.«
    »Wie funktioniert er?«, sagte Harry nervös.
    »Nun, wenn er gut gelingt, beschwört er einen Patronus herauf«, sagte Lupin, »und das ist eine Art Gegen-Dementor – ein Schutzherr, der als Schild zwischen dich und den Dementor tritt.«
    Harry überkam die jähe Vorstellung, er würde sich hinter einer Hagrid-großen Gestalt mit einem riesigen Schlagstock zusammenkauern. Professor Lupin fuhr fort:
    »Der Patronus ist wie eine gute Kraft, ein Abbild ebenjener Dinge, von denen sich der Dementor nährt – Hoffnung, Glück, der Wunsch zu überleben –, doch er kann keine Verzweiflung erleben wie wirkliche Menschen, und so kann ihm der Dementor nichts anhaben. Aber ich muss dich warnen, Harry, der Zauber könnte noch zu schwer für dich sein. Viele gut ausgebildete Zauberer haben damit Probleme.«
    »Wie sieht ein Patronus aus?«, fragte Harry neugierig.
    »Jeder Zauberer erschafft seinen ganz eigenen.«
    »Und wie beschwört man ihn herauf?«
    »Mit einer Zauberformel, die nur wirkt, wenn du dich mit aller Kraft auf eine einzige, sehr glückliche Erinnerung konzentrierst.«
    Harry stöberte in seinem Gedächtnis nach einem glücklichen Erlebnis. Natürlich kam nichts, was er bei den Dursleys erlebt hatte, dafür in Frage. Schließlich entschied er sich für den Moment, als er zum ersten Mal auf einem Besen geflogen war.
    »Gut«, sagte er und versuchte sich das wundervolle, strömende Gefühl in seinem Bauch so klar wie möglich in Erinnerung zu rufen.
    »Die Beschwörungsformel lautet –«, Lupin räusperte sich, »expecto patronum.«
    »Expecto patronum« , wisperte Harry, »expecto patronum.«
    »Denkst du ganz fest an dein glückliches Erlebnis?«
    »Oh – ja –«, sagte Harry und lenkte seine Gedanken rasch zurück zu jenem ersten Besenflug. »Expecto patrono – nein, patronum – Quatsch, expecto patronum, expecto patronum –«
    Plötzlich zischte etwas aus der Spitze seines Zauberstabs; es sah aus wie ein Strahl silbrigen Gases.
    »Haben Sie das gesehen?«, sagte Harry aufgeregt, »da ist was passiert!«
    »Sehr gut«, sagte Lupin lächelnd. »Na dann – bist du bereit, es an einem Dementor auszuprobieren?«
    »Ja«, sagte Harry und umklammerte fest seinen Zauberstab. Er trat in die Mitte des Klassenzimmers. Er versuchte weiter fest an den Besenflug zu denken, doch jetzt drang ihm etwas anderes ins Bewusstsein … womöglich würde er gleich wieder seine Mutter hören … doch er durfte nicht daran denken, denn dann würde er sie tatsächlich wieder hören, und das wollte er nicht … oder doch?
    Lupin packte den Deckel der Kiste und zog ihn hoch.
    Langsam schwebte ein Dementor daraus hervor; sein vermummtes Gesicht war Harry zugewandt; mit einer glitzernden, schorfüberzogenen Hand drückte er sich den Mantel an den Leib. Die Lampen im Klassenzimmer flackerten und erloschen. Der Dementor trat aus der Kiste und schwebte tief und rasselnd atmend auf Harry zu. Eine Welle stechender Kälte brach über ihn herein –
    »Expecto patronum!« , schrie Harry. »Expecto patronum! Expecto –«
    Doch das Klassenzimmer und der Dementor verschwammen vor seinen Augen … Wieder fiel Harry durch dichten weißen Nebel, und die Stimme seiner Mutter, lauter denn je, hallte in seinem Kopf wider –
    »Nicht Harry! Nicht Harry! Bitte – ich tu alles –«
    »Geh beiseite – geh beiseite, Mädchen –«
    »Harry!«
    Jäh erwachte Harry wieder zum Leben. Er lag ausgestreckt auf dem Fußboden. Die Lampen im Klassenzimmer brannten wieder. Er musste nicht erst fragen, was passiert war.
    »Tut mir leid«, murmelte er und setzte sich auf. Kalter Schweiß rann ihm

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