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Pern 01 - Die Welt der Drachen

Pern 01 - Die Welt der Drachen

Titel: Pern 01 - Die Welt der Drachen Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Anne McCaffrey
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sollten die
    Burgherren das faule Weyrvolk miternähren? Man war ohnehin geduldig gewesen. Man hatte den Weyr unterstützt, weil man sich nicht undankbar für die früher erwiesenen Dienste zeigen wollte. Aber die Drachenreiter hatten diese Großzügigkeit missbraucht.
    Da war zuerst diese veraltete Suche. Nemorth hatte ein Königinnenei gelegt. Und? Mussten die Drachenreiter deshalb die schönsten Frauen der Burgen stehlen? Larad dachte an seine Schwester Kylora, die er bereits Brant von Igen versprochen hatte. Sie war von den Drachenreitern in den Weyr gebracht worden, und er hatte nie wieder etwas von ihr gehört.
    Oder der Tod von Fax! Gewiss, der Mann hatte einen
    gefährlichen Ehrgeiz besessen, aber er war vom alten, reinen Blut gewesen. Und man hatte den Weyr nicht gebeten, sich in die Angelegenheiten des Hochlandes einzumischen.
    Dazu die ständigen Diebstähle. Das schlug dem Fass den Boden aus. Oh, man sagte nicht, wenn hin und wieder ein paar Böcke verschwanden. Aber wenn ein Drache aus dem Nichts 146
    erschien ( ein Talent, das Larad zutiefst beunruhigte ) und die besten Zuchttiere aus einer sorgfältig bewachten Herde holte, dann musste man etwas unternehmen.
    Die Weyrbewohner hatten noch nicht begriffen, was für eine untergeordnete Rolle sie in Pern spielten. Man musste ihnen klarmachen, dass sie in Zukunft nicht mehr mit Abgaben rechnen konnten. Benden, Bitra und Lemos würden ihre Lieferungen auch bald einstellen, vor allem, wenn sie vom Sieg der Barone hörten. Dieser Aberglaube sollte endlich ein Ende nehmen!
    Dennoch, je näher sie dem Weyr kamen, desto mehr Zweifel plagten Larad. Wie in aller Welt sollten sie in das Bergmassiv eindringen? Er winkte Meron von Nabol zu sich heran (insgeheim traute er diesem ehemaligen Verwalter nicht; der Mann hatte keinen Tropfen adeliges Blut in sich).
    Meron lenkte sein Pferd näher.
    »Man kann nur durch den Tunnel in den Weyr gelangen?
    Meron nickte.
    »Selbst die Einheimischen sind sich darüber einig.«
    Er sah Larads zweifelnden Gesichtsausdruck und fuhr fort:
    »Aber ich habe eine Spähergruppe zum Südhang des Berges geschickt. Vielleicht finden sie dort eine weniger steile Wand, die sich erklimmen lässt.«
    »Sie haben eine Gruppe abkommandiert, ohne mich zu
    verständigen? Es war vereinbart, dass ich die Führung übernehmen sollte.«
    »Es war eine plötzliche Eingebung.«
    Meron lächelte gezwungen.
    »Eine Möglichkeit, gewiss, aber ...« Larad starrte zur Klippe hinauf.
    »Man hat uns gesehen, Larad, dessen können Sie sicher sein«, sagte Meron verächtlich. Im Weyr rührte sich nichts.
    »Liefern Sie unser Ultimatum ab. Ich glaube nicht, dass es zum Kampf kommen wird. Die Drachenreiter haben sich immer 147
    wieder als Feiglinge erwiesen. Dieser F'lar beispielsweise ignorierte bereits zweimal meine Herausforderung. Ist das eines Mannes würdig?«
    Gewaltiges Flügelrauschen und ein eiskalter Hauch
    unterbrach ihr Gespräch. Larad zügelte krampfhaft sein scheuendes Reittier. Über ihm schwebten Drachen in allen Größen und Farben. Pferde wieherten schrill, Männer stießen heisere Schreie aus.
    Mühsam beruhigte Larad sein Tier und sah zu den
    Drachenreitern hinauf. Er schluckte. Bei der Leere, die uns schuf, dachte er, ich hatte vergessen, wie gigantisch diese Tiere sind.
    Vier mächtige Bronzedrachen bildeten dicht über dem
    Boden eine Dreieckspyramide, so dass sich ihre Flügelspitzen beinahe berührten. Ein Stück weiter oben hatten sich die Braunen formiert, und noch höher kreiste eine Schar von Grünen und Blauen. Ihre Schwingen wirbelten Staub auf und versetzten die Reittiere in Panik.
    Woher kommt nur die schneidende Kälte? überlegte Larad.
    Er riss hart am Zügel seines Pferdes, als es auszukeilen begann.
    Die Drachenreiter saßen wie festgewachsen auf den Nacken ihrer Tiere und warteten.
    »Wir müssen absteigen, sonst ist jedes Gespräch zum
    Scheitern verurteilt«, schrie Meron Larad zu, aber der hatte alle Hände voll mit seinem verängstigten Tier zu tun.
    Vier Fußsoldaten gelang es schließlich, das Pferd
    festzuhalten. Larad stieg ab, und Meron folgte seinem Beispiel.
    Fehler Nummer Zwei , dachte Larad mit grimmigem Humor.
    Wir vergaßen, welche Wirkung die Drachen auf die Tiere von Pern ausüben. Und auf die Menschen. Er rückte sein Schwert zurecht, streifte die Handschuhe über und winkte die anderen Barone vorwärts.
    Als F'lar die Männer absteigen sah, erteilte er den ersten drei Geschwadern den Befehl zum Landen. Wie

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