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Pern 07 - Moreta, die Drache

Pern 07 - Moreta, die Drache

Titel: Pern 07 - Moreta, die Drache Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Anne McCaffrey
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Moretas Züge.
    Oklina seufzte sehnsüchtig.
    Früher hatte Moreta oft Schuldgefühle entwickelt, wenn junge Mädchen sie um ihr Leben im Weyr beneideten. Inzwischen aber wußte sie, daß es nicht genügte, eine Drachenkönigin für sich zu gewinnen. Was danach kam, waren meist harte Arbeit und Pflichterfüllung.
    »Wenn mein Bruder nicht zum Nachfolger auf Ruatha bestimmt worden wäre, hätte er vielleicht auch einen Drachen für sich gewonnen«, wisperte Oklina der Weyrherrin zu.
    »Tatsächlich?« Moreta war verblüfft. Sie wußte gar nicht, daß man auf Ruatha nach möglichen Kandidaten für die Gege n-
    überstellung gesucht hatte.
    »Dag hat es mir verraten.« Oklina nickte heftig. »Es war vor zwölf Planetenumläufen. Dag erzählte, Baron Leef sei wütend gewesen, weil Alessan doch sein Erbe antreten sollte, und er bot den Drachenreitern seine übrigen Söhne an, aber die Drachen wollten keinen haben. Woher wissen die Tiere
    eigentlich so genau Bescheid?«
    »Suchdrachen haben ein feines Gespür«, erklärte Moreta und verlieh ihrer Stimme einen geheimnisvollen Klang. »Jeder Weyr besitzt Drachen, die das Potential in jungen Menschen erkennen.« Moreta zuckte mit den Schultern. »Es gibt Weyrge-borene, die ihr Leben lang mit Drachen zu tun hatten und nie ein Tier für sich gewinnen konnten, und dann wieder völlige Außenseiter - wie mich -, denen es auf Anhieb gelingt. Die Drachen wissen es immer.«
    »Die Drachen wissen es immer ...« Oklinas Flüstern klang wie ein Gebet oder wie eine Beschwörung. Sie warf einen verstohlenen Blick zu den Feuerhöhe n, als fürchtete sie, einer der schlummernden Drachen könnte ihre geheimen Wünsche übelnehmen.
     
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    »Kommen Sie, Oklina!« sagte Moreta rasch. »Ich habe schon eine Ewigkeit nicht mehr getanzt.«
     
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KAPITEL III
    Ruatha, 11.03.43
     
    Die Dämmerstimmung auf Ruatha rief in Moreta Glücksge-fühle wach. So sollte ein Fest sein - Weyr, Burgen und Gilden vereint bei Speisen und Trank, Tanz, Gesprächen und fröhlichem Lachen. Die Leuchtkörbe warfen goldene Lichtkreise auf die dicht besetzten Tische, auf die Tänzer, auf die kleinen und größeren Gruppen, die herumstanden und sich unterhielten, und auf die durstigen Seelen, die das große Weinfaß umlager-ten. Kinder liefen in der Menge umher, und hin und wieder übertönten ihre hellen Stimmen die Musik und das rhythmische Stampfen der Tänzer. Herrliche Bratendüfte stiegen ihr in die Nase.
    Auf dem Podest hatten sich neun Harfner eingefunden; fünf weitere saßen in der Nähe und warteten auf ihren Einsatz.
    Moreta suchte nach Tirone, aber sie konnte den Meisterharfner nirgends entdecken. Er würde es doch nicht versäumen, dem neuen Erbbaron seine Aufwartung zu machen? Nun, vielleicht kam er später noch.
    Moreta und Oklina erreichten den Ring der Zuschauer, und die Menge machte bereitwillig eine Gasse frei, als sie sich der Tanzfläche näherten. Oklina wollte umkehren, nachdem sie die Weyrherrin an den Tisch der Ehrengäste geleitet hatte, aber Moreta hielt sie am Arm fest. Und als Alessan aufsprang, um ihr Platz anzubieten, zog sie das Mädchen einfach neben sich auf die Bank.
    »Das reicht für uns beide!« Moreta warf Alessan einen bedeutsamen Blick zu. »Ihre Schwester war so lieb, auf mich zu warten und mir beim Umkleiden zu helfen.«
    Auf einen Wink Alessans rückten die übrigen Gäste ein wenig zusammen. Der Burgherr musterte kritisch Moretas 64
    Kleid und runzelte die Brauen. »Konnten die Frauen nichts Besseres für Sie auftreiben?« fragte er leise.
    »Oh, ich hatte die Wahl zwischen mehreren Prunkroben, aber das hier schien mir zum Tanzen am besten geeignet. Es fühlt sich herrlich leicht an.« Sie lächelte ihm zu. »In Zukunft werde ich immer zwei Kleider mitnehmen wenn ich auf ein Fest gehe: eines, in dem ich mir die Rennen ansehen kann, und ein zweites, in dem mich die Leute ansehen können.« Sie hob den Kopf und versuchte die exa ltierte Miene von Tolocamps Gemahlin zu imitieren.
    Alessan blinzelte mit Verschwörermiene und füllte ihr Glas.
    »Der Weiße von Benden!« flüsterte er.
    Sie hatte kaum den ersten Schluck getrunken, als die Harfner eine schnelle, fröhliche Tanzmelodie anstimmten.
    »Darf ich bitten, Weyrherrin?« Alessan war aufgesprungen und streckte beide Hände aus.
    »Gern.« Moreta wandte sich mit einem Lächeln an Oklina.
    »Könnten Sie inzwischen darauf achten, daß mir niemand den Platz und den Wein wegnimmt?« Dann folgte sie Alessan auf die

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