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Silberband 028 - Lemuria

Titel: Silberband 028 - Lemuria Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Perry Rhodan
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Bordwaffen Gebrauch zu machen.
    Das war der Grund, warum ich in unsere Einsatzmutanten noch mehr Hoffnungen setzte als
bisher.
    Das heißt – ich hatte bis vor drei Sekunden gehofft! Anschließend war etwas geschehen,
das ich anfänglich voller Unglauben, dann mit Überraschung und jetzt, nach Ablauf dieser drei
Sekunden, mit Entsetzen registrierte.
    Gucky wollte seine Teleporterfähigkeiten einsetzen und zusammen mit dem zweiten Teleporter,
dem Afroterraner Ras Tschubai, springen. Es gelang ihnen nicht mehr. Sie waren nicht einmal in
der Lage, ihre Körper zu entstofflichen. Sie blieben auf der Stelle, wo sie standen.
    Jemand stieß einen Ruf aus. Es war so laut und dröhnend, daß er nur von Icho Tolot stammen
konnte. Was hatte er gerufen?
    Ich drehte mich um, soweit es die Anschnallgurte zuließen. Tolot hatte sich von seiner
Spezialliege erhoben. Den faltbaren Helm seiner dunkelgrünen Kampfkombination hatte er
ausgefahren und über den riesigen Halbkugelkopf gestreift. Trotzdem hatten wir seinen Ruf
gehört.
    Jetzt rief er nochmals:
    »Nicht springen, aufhören!«
    Die letzten Laute, so gewaltig sie auch waren, hatten wie ein hohles Raunen geklungen. Mir
war, als hätte mir plötzlich jemand die Gehörgänge verstopft. Ein ziehendes, schwindelerregendes
Gefühl überfiel mich. Ich sah nach links.
    Rhodan hieb auf den Sammelverschluß seiner Gurte und richtete sich auf. In dem Schiff war
jedes Geräusch erstorben. Rhodan würgte einen Augenblick. Dann hatte er sich gefangen.
    »Was – was ist das?« rief der große Terraner verstört. Hilfesuchend schaute er zu dem
Haluter hinüber, der wie ein schwarzer Fels in der Zentrale stand. Seine vier Arme hatte er
haltsuchend ausgestreckt. Er wirkte wie ein Kunstwerk von der Hand eines nichtmenschlichen
Künstlers.
    Plötzlich brach ein Tosen über uns herein. Es waren unsere Triebwerke. Dr.-Ing. Hefrich hatte
sie eigenmächtig hochgefahren und auf volle Schubleistung gebracht.
    Rhodan erteilte keinen Gegenbefehl. Es wäre auch zwecklos gewesen! Draußen, von unserer
Außenbordoptik naturgetreu auf die Bildschirme übertragen, spielte sich ein Phänomen ab.
    Wir schienen über das weite Land zu jagen. Trotzdem war keine Bewegung festzustellen.
    Erste Grünflächen tauchten auf. Sekunden später entstanden weite Wälder, Flüsse und Seen, die
wir aus unserer Höhe noch gut überblicken konnten.
    Menschen – oder waren es Tefroder? – marschierten über das Gelände hinweg. Eine
riesige Stadt mit hohen Gittertürmen tauchte auf. Raumschiffe brachen aus dem dunstigen Himmel
hervor und setzten auf einem Raumhafen zur Landung an, den wir Augenblicke zuvor noch nicht
bemerkt hatten.
    Unsere Maschinen liefen immer noch. Draußen wechselten die Bilder in rascher Szenenfolge. Mir
war, als würden wir einen schnell ablaufenden Film sehen.
    Vario, die Wüstenwelt, war zu einem blühenden Planeten geworden, auf dem allem Anschein nach
ein reger Schiffsverkehr herrschte.
    Cart Rudo schrie nun ebenfalls. Er drückte auf die Knöpfe seiner Notsteuerautomatik. Seine
Reaktion war typisch für einen epsalischen Kommandanten, der ein anderes Raumschiff genau auf
sein Fahrzeug zukommen sieht und den Zusammenstoß schon körperlich spürt.
    Das fremde Schiff flog durch uns hindurch, als wären wir überhaupt nicht vorhanden! Es flog
durch uns hindurch!
    Da erst wurde mir klar, daß wir nicht mehr stofflich stabil sein konnten. Irgend etwas hatte
uns erfaßt und entmaterialisiert. Seltsam war dabei nur, daß wir nach wie vor unser Bewußtsein
behielten und sehen und handeln konnten. Wir erlebten alles mit, nur schienen wir kein
energetischer Bestandteil der Geschehnisse zu sein, die vor den Schiffswänden abliefen.
    Mein Extrahirn meldete sich mit Impulsen, die nur ich hören konnte.
    »Energetischer Bestandteil? Bestandteil der Zeit, wolltest du sagen!«
    Ich fuhr zusammen, als hätte mich eine kalte Dusche überschüttet. Ich wußte genug über
Zeitexperimente, um den Hinweis verstehen zu können. Waren die Meister der Insel in der Lage, die
Zeitebene zu ändern und somit Körper in eine andere Epoche zu versetzen?
    Icho Tolot hatte noch schneller geschaltet als ich. Er besaß zwei Gehirne, unter denen sein
Planhirn eine unerhört leistungsfähige organische Rechenmaschine mit höchster Packungsdichte
war.
    Er klappte seinen Druckhelm zurück und schrie wieder. Jedermann an Bord kannte sein gewaltiges
Organ. Jetzt klang es nur noch wie ein

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