Bücher online kostenlos Kostenlos Online Lesen
Auschwitz - Täter, Gehilfen, Opfer  und was aus ihnen wurde

Auschwitz - Täter, Gehilfen, Opfer und was aus ihnen wurde

Titel: Auschwitz - Täter, Gehilfen, Opfer und was aus ihnen wurde Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Ernst Klee
Vom Netzwerk:
Schutzhaftlagerführer. Februar bis September 1943 Schutzhaftlagerführer des neu errichteten »Zigeunerlagers« (die ersten Familien waren am 26 . 2 . 1943 eingetroffen). Hofmann: »Die Unterbringung war außerordentlich schlecht, und es herrschte eine große Sterblichkeit vor.« Oktober 1943 erneut Dritter Schutzhaftlagerführer, am 22 . 11 . 1943 Erster Schutzhaftlagerführer im Stammlager. Befehligte die »Abwicklung« der Transporte von der Rampe bis zur Gaskammer und händigte anschließend den beteiligten SS -Männern die Gutscheine für Schnaps und Zigaretten aus. Hofmann ( AV , Bl.  1356 ): »Die Aussonderung der ankommenden Häftlinge ging nicht immer reibungslos vonstatten. Durch die Aussonderung wurden oft Familien auseinandergerissen. Dadurch kam es zu Widersetzlichkeiten [!]. Es wurde an der Rampe oft geschossen und auch häufig geschlagen.« Schob die Opfer eigenhändig in die Gaskammer ( AV , Bl.  10337 f.): »Auch ich habe darauf hingewirkt, wenn ich anwesend war, daß die Häftlinge in den Vergasungsraum hineingeschoben wurden.« Standortbefehl Nr.  52 / 43 : »Aufenthalt der Familie und Schwägerin vom 16 . 11 . 43 bis auf weiteres«. Mai 1944 Schutzhaftlagerführer in Außenlagern von Natzweiler (Neckarelz, Neckargera). Nach 1945 unter falschem Namen Landarbeiter und Heizer in Kirchberg an der Jagst. Am 19 . 12 . 1961 in München wegen Mordes in zwei Fällen in Dachau zu lebenslanger Haft verurteilt ( 2  Ks  8 / 61 ). Am 20 . 8 . 1965 vom LG Frankfurt am Main ebenfalls zu lebenslanger Haft verurteilt. Im Urteil heißt es über Block  7 im Männerlager in Birkenau: »Als der Lagerabschnitt BIB noch mit Männern belegt war, diente der Block  7 als ›Krankenblock‹. Die Häftlinge wurden in diesem Block aber überhaupt nicht ärztlich versorgt. Man sperrte die ›Muselmänner‹ und die arbeitsunfähigen Häftlinge in den Block  7 ein, damit sie hier sterben sollten (das galt jedoch nicht für deutsche Häftlinge, die einen besonderen Krankenblock hatten). Verpflegung bekamen die im Block  7 eingesperrten Häftlinge überhaupt nicht mehr. Einmal starben an einem Tag  1184 Menschen. Hofmann rührte das jedoch nicht. Im Lager Birkenau wußte man genau, daß der Block  7 ein Todesblock war. Kranke Häftlinge meldeten sich daher nicht mehr krank. Sie versteckten sich in ihren Blocks, um dem Tod im Block  7 zu entgehen. Um das Lager von diesen Kranken zu ›säubern‹, ordnete Hofmann wiederholt Lagerräumungen an.« Im Urteil heißt es weiter: »Häufig fuhr er auch hinter den Lkw S , die die Opfer zu den Gaskammern brachten, her und beaufsichtigte das Hineinführen der Häftlinge in die Gaskammern und das Einwerfen des Zyklon B.« †  14 . 8 . 1973 Strafanstalt Straubing (Mitt. Renz). KZ -Kollege Spanner: »Er war eine Drecksau ersten Ranges.«

Hofmann , Johann
    Stellv. Leiter Abteilung Verpflegung (Schippel)
    *  21 . 8 . 1912 Bamberg. SS -Nr.  152283 , Hauptscharführer. †  1953 Todesstrafe in Polen vollstreckt (LaV). Vom AG Bamberg am 16 . 7 . 1953 für tot erklärt. Häftlingsärztin Adelsberger zum Hunger: »Wer wirklich Hunger kennt, weiß, daß er nicht nur eine vegetative animalische Sensation des Magens ist, sondern eine nervenzerrüttende Pein, ein Anschlag auf die gesamte Persönlichkeit. Hunger macht bösartig und verdirbt den Charakter. Vieles bei den Häftlingen, was einem Außenseiter mit Recht ungeheuerlich scheint, wird verständlich und zum Teil entschuldbar aus der Perspektive des Hungers. So vom Hunger zermürbt, meiner selbst nicht mehr mächtig, wartete ich sehnsüchtig auf etwas zu essen. Als gar vor meinen Augen zwei nichtjüdische polnische Pflegerinnen, denen Fahrten erlaubt waren, ihre Stiefel mit Margarine einschmierten, heulte ich los und weinte vor Hunger wie ein kleines Kind.«

Hog , Stefan
    SS -Schütze
    *  19 . 8 . 1923 Novi Futog/Batschka. SS -Totenkopf-Sturmbann. Nach 1945 in Bayern.

Hohmann , Josef
    SS -Schütze
    *  9 . 10 . 1909 Laskafalu/Ungarn. SS -Totenkopf-Sturmbann, Kommando Golleschau. Nach 1945 in Baden-Württemberg.

Hohn , Filip
    SS -Rottenführer
    *  29 . 3 . 1896 Klein St. Nikolaus in Rumänien. Ab August 1943 in Auschwitz. Wachmannschaft Monowitz, Kommando Neu-Dachs. Am 14 . 8 . 1948 in Krakau zu 3  Jahren Haft verurteilt (HvA  12 ). †  27 . 5 . 1965 Würzburg.

Hohn , Franz
    SS -Schütze
    *  20 . 7 . 1920 Klein St. Nikolaus. SS -Totenkopf-Sturmbann. Belobigt im Kommandanturbefehl vom 4 . 10 . 1944 , da er eine

Weitere Kostenlose Bücher