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BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition)

BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition)

Titel: BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Manfred Weinland / Timothy Stahl / Adrian Doyle
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mussten in Daridov fressen wie hungrige Ratten –
    »Milton Banks ließ mich wünschen, die Todesstrafe wäre niemals abgeschafft worden«, sagte er, als habe er Ansons Gedanken gelesen.
    Sie waren weitergegangen, näherten sich dem ersten der Gebäude. Wie eine steingewordene Drohung ragte es vor ihnen auf, finster und so hoch, als sei es zu dem Zweck erbaut worden, den Himmel selbst am helllichten Tage zu verdunkeln.
    Devan Daridovs Blick war starr auf das bruchsteinerne Mauerwerk fixiert, als er weitersprach: »Ich war dagegen, dass man ihn nach Highgate Hall brachte, und ich war gegen die Art der Behandlung, die ihm hier zuteilwurde.« Er zuckte die Schultern. »Aber natürlich konnte ich meine Bedenken nicht laut äußern. Schließlich hätte ich damit verraten, dass ich in geheimsten Akten und Dateien herumgeschnüffelt hatte. Also musste ich so tun, als wüsste ich nur, dass Milton Banks aus dem Verkehr gezogen worden war und in einem Hochsicherheitsgefängnis irgendwo in England schmorte.«
    Der Gedanke an sein damaliges Stillschweigen schien Devan Daridov noch heute Magendrücken zu verursachen. Er zog ein Gesicht, als habe er Zitronen gefrühstückt.
    Glory Anson konnte sich eines Fröstelns nicht erwehren. Das lag zum einen an dem, was Daridov (noch) nicht ausgesprochen hatte, an der tatsächlichen Wahrheit zwischen seinen Worten; und zum anderen daran, dass von den düsteren Gebäuden, die in ihrer Gesamtheit Highgate Hall darstellten, etwas wie ein jenseitiger Hauch ausging – Glory Anson glaubte sich von totenklammen Fingern berührt und zugleich von kalten Blicken seziert, als würde sie aus jedem der dunklen Fenster ringsum beobachtet und als könnten die imaginären Unsichtbaren bis in ihre Seele hinabsehen.
    »Was ist Highgate Hall?«, fragte sie schließlich, aus echtem Interesse und um sich von ihren eigenen bedrückenden Phantasien abzulenken. »Und was geschah hier mit Milton Banks?«
    Seite an Seite stiegen sie die fünf Stufen der Freitreppe zum doppelflügeligen Portal hinauf. Das Knirschen ihrer Schritte klang in der Stille um sie her wie zischende Warnlaute. Ohne sich absprechen zu müssen, zogen sie synchron ihre Pistolen aus der Schulterholster.
    »Offiziell wäre Highgate Hall wohl das, was man gemeinhin als psychiatrische Klinik bezeichnet. Aber der Begriff 'Irrenanstalt' trifft wohl eher zu, so sehr das Wort auch verpönt ist. Schwerste Fälle werden hier sozusagen entsorgt, und die meisten Insassen waren infolge ihrer Erkrankungen straffällig geworden«, erklärte Daridov, während er mit dem Rücken zur Tür Aufstellung nahm und mit der freien Hand nach der schmiedeeisernen Klinke fasste.
    Glory Anson stand einen Schritt von der Tür entfernt, die Waffe im Anschlag. »Dann ist Highgate Hall also doch eine Art Gefängnis?«, fragte sie und nickte ihrem Partner gleichzeitig zu.
    Er drückte die Klinke nieder, versetzte der Tür mit der flachen Hand einen Stoß, ging in die Knie und wirbelte um die Kante herum ins Innere des Gebäudes, mit dem schwarzen Auge der Pistolenmündung jedem seiner hin- und herflitzenden Blicke folgend.
    Seine Partnerin zielte über Daridovs Scheitel hinweg in die Düsternis jenseits der Eingangsschwelle. Das leise pfeifende Geräusch, mit dem sie schließlich den angehaltenen Atem entließ, nahm Devan Daridov als Zeichen der Entwarnung. Er erhob sich.
    Hinter der Tür lag eine kahle Empfangshalle. Das massive Gitter, dessen oberes Ende sich im Dunkel verlor und vermutlich mit der Decke hoch über dem Hallenboden abschloss, zählte gewiß nicht zum ursprünglichen Interieur von Highgate Hall, ebenso wenig der halbrunde Tresen auf halbem Wege zu diesem Gitter. Als Daridov und Anson ihn erreichten, sahen sie eine Vielzahl von Schaltern und Knöpfen sowie kleiner Monitore und Leuchtanzeigen, die allesamt erloschen waren.
    Hinter dem Gitter zog sich schnurgerade ein Korridor ins Innere des Gebäudes. Das durch die abgedunkelten, eher an Schießscharten erinnernden Fenster einfallende Licht ließ links und rechts des Ganges in regelmäßigen Abständen Türen erkennen, schmucklos, metallen und sicher nicht »original«.
    Devan Daridov nahm den Gesprächsfaden auf, als habe er ihn nie fallengelassen. »In Highgate Hall wird kein Wert auf Rehabilitation oder sonstige Behandlung der Patienten gelegt. Man sperrt sie weg, stellt sie ruhig und – nun, man nimmt sie den Aufzeichnungen zufolge für Experimente her, für die Ratten und andere Tiere nicht

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