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BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition)

BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition)

Titel: BAD BLOOD - Gesamtausgabe: Die Saga vom Ende der Zeiten (über 3000 Buchseiten!) (German Edition) Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: Manfred Weinland / Timothy Stahl / Adrian Doyle
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Moment der Rache und der finalen Schlacht ist nah! Merke dir die Botschaft gut, die du ihnen überbringen musst: Euer Vater ruft euch zu sich, Kinder! Euer Vater erwartet euch...!«
    Ja, eine Botschaft sollte er überbringen. Das und nichts anderes war die Essenz, die er aus seiner Begegnung mit Gabriel zwischen den steinernen Ringen des wahren Stonehenge gezogen hatte. Und trotzdem mochte Sardon noch immer nicht glauben, dass sein Gegenspieler nichts anderes als einen simplen Botendienst als Preis dafür erwartete, dass Sardon seine in der Hölle verlorene Persönlichkeit zurückerhalten hatte!
    Seit wann gab der Teufel sich mit
Peanuts
zufrieden? Wenn er den Aufenthaltsort der Archonten, wie sich seine »Jünger« nannten, bereits kannte, so hätte er doch auch selbst mit einem einzigen Schritt –
ZZZUUUWWW!
– vor sie treten und sich ihnen offenbaren können.
    »Du hast mir nicht alles gesagt«, murmelte Sardon überzeugt. »Bestimmt hast du mir nicht alles gesagt...«
    Vor ihm erhoben sich die zerklüfteten Ausläufer eines Feldmassivs, dessen Name Gabriel genannt hatte: das Zagros-Gebirge. Hier, daran hegte Sardon nach dem jähen Kulissenwechsel keinen Zweifel mehr, sollte der Kontakt zu den zwölf Jüngern des Satans hergestellt werden, um sie gen Jerusalem zu führen. In jene Stadt, in der in diesem Moment vielleicht gerade Sardons Doppelgänger den Hohen Mann Anum tötete – oder durch Anums Hand starb, um diesen glauben zu machen, sich seines Bruders für alle Zeit entledigt zu haben...
    Obwohl Sardon Gabriel von Grund auf misstraute, wollte er aus mannigfachen Gründen nicht einmal
versuchen
, den erhaltenen Auftrag zu verweigern.
    Hoch über ihm, an der Steilflanke des Gebirges, klebte etwas, das aussah, als hätten riesige Vögeln einen steinernen Horst erbaut:
die Feste Ophit,
von der Gabriel gesprochen hatte? Jene abgeschiedene Bastion, in der sich zwölf »erwachsen« gewordene Kinder aus dem 17. Jahrhundert eingenistet haben sollten? Tote, die dereinst vom Odem der Hölle wiederbelebt, wiederbeseelt und zu getreuen Dienern herangezogen worden waren...?
    Unmittelbar über den Zinnen der halb verfallenen Festung wechselte Sardon zurück in seine humanoide Gestalt und landete federnd auf dem ehemaligen Wehrgang. Ledrige Schwingen hatten ihm, dem lange Zeit mächtigsten aller Vampire, den Aufstieg über schwer begehbare Pfade und Pässe erspart.
    Hier oben schien ein noch eisigerer Wind als in der Ebene zu blasen, und Sardon schärfte die Sinne, die diesem Körper eigen waren, um etwaige Geräusche oder Bewegungen auszumachen, die nicht von den Turbulenzen hervorgerufen wurden.
    Vergeblich.
    Es schien, als wäre er das einzige denkende Geschöpf in diesem trutzigen Gemäuer, das wie ein dunkles Geschwür am helleren Grau des Felses prangte. Die Nacht stahl sämtliche Farben.
    Sardon lächelte voller Ingrimm, als ihm klar wurde, welch profanes Bedürfnis sich selbst nach einer so absonderlichen Reise wie dieser in ihm bemerkbar zu machen begann.
    Durst!
    Der zügellose, hemmungslose Durst nach Blut...!
    Während er seine Lungen mit frostkaltem Atem flutete, kehrten seine Gedanken zu Gabriel zurück. Sardon schloss nicht aus, dass der Teufel in Menschengestalt ihm dieses machtvolle und plötzliche Verlangen aus einer seiner Launen heraus suggeriert hatte, ehe er seinen »Gesandten« von Stonehenge aus in diese Einöde versetzt hatte. Vermutlich sollte es Sardon die Erfüllung seiner Aufgabe erschweren, denn in dieser Ruine würde sich kaum jemand aufhalten, der unter die Kategorie »normalblütiger Mensch« fiel.
    Archonten sollten hier auf die Wiederkehr ihres »Vaters« warten. Jene zwölf vor langer Zeit auf Perpignans Friedhöfen begrabenen und von dort verschleppten Kinder, die inzwischen jahrhundertealt sein mussten!
    Bislang hatte Sardon nur von Vampiren mit solch hoher Lebenserwartung gewusst – aber hatte Gabriel nicht schon bei der bloßen Erwähnung des Wortes
Leben
zynisch aufgelacht?
    Er löste sich aus seiner Erstarrung. Einen Steinwurf entfernt mündete der Wehrgang in ein Tor, das ins Gemäuer führte.
    Sardon schritt entschlossen darauf zu. Das Gefühl, beobachtet zu werden, seit er seine Füße auf den Boden der Festung gesetzt hatte, begleitete ihn. Dann tauchte er durch den Torbogen, hinter dem eine schmale, gewendelte Treppe nach unten führte.
    Bald erschwerte eine Art »Dunst« Sardon die Sicht, denn das Dunkel im Innern des Gemäuers hatte eine andere Qualität als die Nacht

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