Das Erdportal - Band 1 - Traumstrand (Das Erdportal - Die Portalwelten) (German Edition)
und zeigte auf die Spitze der felsigen Landzunge.
"Du bist die einzige, der ich es zutraue."
"Du bist anders als die anderen“, sagte Helen. Du bist von ganz alleine aus eigenem Entschluss gekommen. Alle anderen habe ich zu mir geholt."
"Ich weiß. Da musstest du ganz schön schleppen, armes Mädchen."
"Zugegebenerweise war das nicht besonders schwer. Nur ein Griff unter die Schultern und ca. 50 bis 300 Meter durch den Sand ziehen bis unter diese Palmengruppe, wo die Träume nicht so stark wirken, weil wir hier etwas weiter vom Wasser sind, denn je weiter wir vom Wasser entfernt sind, desto schwächer werden die Träume. Aber nicht zu weit entfernt, dass wir unter Strahlungsentzug leiden.“
Robert warf einen anerkennenden Blick auf Helens vom Mondschein beleuchtete Silhouette. Helen war groß und mit Muskelpartien, die sie von dem vielen Schwimmen um das Riff herum hatte. Das Mondlicht schien auf ihre Haare und bildete einen leuchtenden Halbkranz. „Es heißt, die richtige Balance zu finden, nicht zu nahe am Wasser und nicht zu weit von Strand entfernt. Die Linie verläuft zackig und nicht gerade, denn es sind die Korallenriffe, von denen die Strahlung ausgeht. Sie verlaufen nicht wie mit dem Lineal gezogen, sondern ihre Konturen sind mal mehr oder weniger weit ausgebuchtet, und teilweise reichen sie weiter unter der Wasseroberfläche bis hier zur Küste, als wir es von hier sehen können. Das weißt du doch Helen. Ihre Formation ist es, die diese unterschiedliche Wirkung auf uns ausübt. Da das Riff nicht gerade verläuft, sondern eine unregelmäßige Form besitzt, genau so wie die Wasserlinie auch unregelmäßig verläuft, ist die Wirkung auf uns an den verschiedenen Punkten unterschiedlich stark.“
„Ich weiß, die Strahlung ist unterschiedlich intensiv.“
„Und die Bewohner der Korallenriffe leben perfekt mit dieser Strahlung.“
„Aber sobald sie geringer wird, fehlt sie uns.“
„Auf dich hat es nicht die gleiche starke Wirkung.“
„Auf dich auch nicht, Robert.“
"Ich bin fest entschlossen, Allthania kennenzulernen. Auf keinen Fall will ich wieder zurück ins Wasser, obwohl es dort sehr schön war.“
Robert stand auf, blickte über das Meer, dann Richtung Küste, nach rechts, dann links zur Landzunge mit den majestätisch aufragenden Felsklippen.
"Es ist wunderschön hier, aber ich muss weiter, ich will keinen Stillstand. Dieses naturbelassene Leben ist mir auf Dauer zu wenig. Ich brauche Kultur, Zivilisation, Technik, Wissenschaft. Und vielleicht sogar einen Weg zur Erde. Ich würde erfahren, wie es meiner Familie geht. Und Michael wird wissen, ob und wie das möglich ist.“
Helen dachte an ihre Mutter. Dabei empfand sie wie immer Schuldgefühle.
Robert seufzte.
„Wenn wir diesen Zwischenfall mit Sascha heute nicht gehabt hätten, wäre ich jetzt schon dort oben bei Michael.“ Er zeigte mit der Hand auf die Landzunge. Helen konnte wie immer seine Begeisterung nicht teilen. Robert hatte es einfach zu eilig, obwohl man die Dinge niemals überstürzen sollte. Da legte er vorsichtig seine Hand auf ihre Schulter und begann mit ihren langen Haaren zu spielen. Dann beugte er sich über sie und küsste ihr leicht auf die Lippen. Verdammt, was tat er da, wo sie gerade dabei gewesen war einzuschlafen. Noch ein Kuss, diesmal fester. Erst wollte sie ihn wegschieben, aber dann überlegte sie es sich anders, denn seine Lippen schmeckten nach mehr und erregten seltsame Gefühle in ihr. Noch ein Kuss, den sie diesmal erwiderte. Er rutschte ganz nahe an sie heran, so dass ihre Körper sich nun überall berührten. Das war äußerst angenehm und vibrierend. Aber mehr durfte daraus auf keinen Fall werden.
„Lass uns in den Garten gehen“, flüsterte er mit rauchiger Stimme an ihrem Ohr. Dann küsste er ihren Hals und ihre Brust. Helen riss erschrocken die Augen auf, drehte den Kopf nach rechts und links. Aber alle anderen schließen tief und fest. Auf einmal war sie wieder das 17jährige Londoner Schulgirl, das sich vorgenommen hatte, das erste Mal nicht unüberlegt einem One-Night-Stand zu überlassen und sich von niemandem vernaschen zu lassen, der es nicht ernst meinte. Liebte Robert sie, oder wollte er nur sein Vergnügen? Fragen, die sich in den Korallenstädten nicht stellten. Wie ungewohnt und doch bekannt plötzlich diese erregenden Gefühle waren, gegen die sie sich nun wehrte.
„Komm“, flüsterte er und wollte sie hochziehen. „Lass uns in den Garten gehen. Hier zwischen
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