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Der Herr der Ringe

Der Herr der Ringe

Titel: Der Herr der Ringe Kostenlos Bücher Online Lesen
Autoren: J. R. R. Tolkien
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Dritte?«
    »Ja, der schleichende Kerl, den wir da unten seine Nase in den Teich stecken sahen. Er sieht hässlich aus. Irgendeine als Späher gezüchtete Orkgattung, nehme ich an, oder ein Handlanger von ihnen. Aber er ist uns entkommen durch irgendeine Arglist.«
    »Ich weiß nicht, wo er ist«, sagte Frodo. »Er ist nur ein Zufallsgefährte, den wir unterwegs getroffen haben, und ich bin nicht für ihn verantwortlich. Wenn Ihr ihn findet, verschont ihn. Bringt ihn her oder schickt ihn zu uns. Er ist nur ein elender Landstreicher, und ich habe ihn eine Weile unter meine Obhut genommen. Aber was uns betrifft, so sind wir Hobbits aus dem Auenland, das fern im Norden und Westen hinter vielen Flüssen liegt. Frodo, Drogos Sohn, ist mein Name, und mit mir ist Samweis, Hamfasts Sohn, ein ehrenwerter Hobbit in meinen Diensten. Wir haben weite Wege zurückgelegt, denn wir sind aus Bruchtal gekommen oder Imladris, wie manche es nennen.« Hier stutzte Faramir und lauschte aufmerksam. »Sieben Gefährten hatten wir. Einen verloren wir in Moria, die anderen verließen wir bei Parth Galen oberhalb von Rauros: zwei Verwandte von mir; auch ein Zwerg wardabei und ein Elb, und zwei Menschen. Es waren Aragorn und Boromir, der sagte, er sei aus Minas Tirith gekommen, einer Stadt im Süden.«
    »Boromir!«, riefen die vier Menschen wie aus einem Munde.
    »Boromir, der Sohn des Herrn Denethor?«, fragte Faramir, und sein Gesicht nahm einen seltsam strengen Ausdruck an. »Ihr kamt mit ihm? Das ist fürwahr eine Neuigkeit, wenn sie zutrifft. Wisset, ihr kleinen Fremden, dass Boromir, Denethors Sohn, der Hohe Verweser des Weißen Turms war und unser Ober-Heermeister: Schmerzlich vermissen wir ihn. Wer seid ihr denn, und was hattet ihr mit ihm zu schaffen? Antwortet rasch, denn die Sonne steigt schon!«
    »Sind Euch die rätselhaften Worte bekannt, die Boromir nach Bruchtal brachte?«, erwiderte Frodo.
    Das geborstne Schwert sollt ihr suchen,
        Nach Imladris ward es gebracht.
    »Die Worte sind fürwahr bekannt«, sagte Faramir erstaunt. »Es ist ein Beweis für Eure Aufrichtigkeit, dass Ihr sie ebenfalls kennt.«
    »Aragorn, den ich nannte, ist der Träger des Schwerts, das geborsten war«, sagte Frodo. »Und wir sind die Halblinge, von denen in dem Gedicht die Rede ist.«
    »Das sehe ich«, sagte Faramir nachdenklich. »Oder vielmehr sehe ich, dass es so sein könnte. Aber was ist Isildurs Fluch?«
    »Das ist geheim«, antwortete Frodo. »Zweifellos wird es zu gegebener Zeit erklärt werden.«
    »Wir müssen mehr darüber erfahren«, sagte Faramir, »und hören, was euch so weit gen Osten gebracht hat unter den Schatten von drüben …« Er deutete hinüber und nannte keinen Namen. »Aber nicht jetzt. Wir haben etwas zu erledigen. Ihr seid in Gefahr, und ihr hättet heute weder über Feld noch Straße weit kommen können. Es wird hier in der Nähe harte Gefechte geben, ehe der Tag sich vollendet. Dann Tod oder rasche Flucht zurück zum Anduin. Ich werde zwei Mann zu eurem Schutz zurücklassen, zu eurem und meinem Besten. Der kluge Mann vertraut keinen Zufallsbegegnungen auf der Straße in diesem Land. Wenn ich zurückkehre, will ich mehr mit euch sprechen.«
    »Lebt wohl!«, sagte Frodo und verbeugte sich tief. »Glaubt, was ihr mögt, aber ich bin ein Freund aller Feinde des Einen Feindes. Wir würden mit euch gehen, wenn wir Halblinge hoffen könnten, euch nützlich zu sein, so beherzten und starken Männern, wie ihr zu sein scheint, und wenn mein Auftrag es erlaubte. Möge das Licht leuchten auf euren Schwertern!«
    »Die Halblinge sind höfliche Leute, was immer sie sonst sein mögen«, sagte Faramir. »Lebt wohl!«
    Die Hobbits setzten sich wieder hin, aber sie sprachen nicht miteinander über ihre Gedanken und Zweifel. Dicht bei ihnen, im gesprenkelten Schatten der dunklen Lorbeerbäume, blieben zwei Männer als Wache. Ab und zu nahmen sie ihre Masken ab, um sich abzukühlen, als die Hitze des Tages zunahm, und Frodo sah, dass sie stattliche Menschen waren, blasshäutig, dunkelhaarig, mit grauen Augen und traurigen und stolzen Gesichtern. Sie unterhielten sich leise untereinander, zuerst in der Gemeinsamen Sprache, aber nach der Art der älteren Zeit, und dann gingen sie zu einer anderen Sprache über, ihrer eigenen. Zu seiner Verwunderung merkte Frodo, während er zuhörte, dass sie sich der Elbensprache bedienten oder einer, die nur wenig anders war; und er sah sie erstaunt an, denn er wusste nun, dass sie Dúnedain des

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